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F&E in der Prozessindustrie Chemie- und Pharmaindustrie investieren trotz Krise in Forschung

| Redakteur: Katharina Juschkat

Trotz Coronakrise: Viele Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie halten an ihren Plänen fest, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Das zeigen aktuelle Zahlen des VCI. Gleichzeitig kritisiert der Verband die langsame und komplizierte staatliche Forschungsförderung.

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Trotz Krise bleibt die Forschung relevant. Über die Hälfte der chemisch-pharmazeutischen Unternehmen halten an ihren Investitionsplänen fest.
Trotz Krise bleibt die Forschung relevant. Über die Hälfte der chemisch-pharmazeutischen Unternehmen halten an ihren Investitionsplänen fest.
(Bild: gemeinfrei / Pexels )

Frankfurt – Die Corona-Krise trifft auch die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie hart. Dennoch bleibt die Branche erfinderisch: 60 % der Unternehmen wollen wie geplant ihre Forschungsprojekte durchführen. Rund ein Drittel wollen einzelne Projekte zumindest um einige Monate nach hinten verschieben. Nur 2 % streichen Projekte komplett.

Alle Zahlen im Überblick:

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Die Zahlen basieren auf einer aktuellen Mitgliederumfrage des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). Der Verband wertet die Zahlen positiv. Einzig bei externen Forschungsaufträgen hält sich die Branche in der Krise zurück.

Chemisch-Pharmazeutische Industrie ist dreimal so innovativ

In den letzten Jahren stieg das Forschungsbudget der Branche kontinuierlich an. So investierten im vergangenen Jahr Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie rund 13 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, ein Anstieg von 3 % zum Vorjahr. Dieser Rekord wird dieses Jahr voraussichtlich nicht geknackt, vermutet der Verband. Dazu sind die Unsicherheiten zu groß.

Wie erfinderisch die Branche ist, zeigt auch der Vergleich mit anderen Branchen: In der gesamten Industrie kommt der Anteil der forschenden Firmen auf knapp ein Drittel, in der Chemie- und Pharmabranche dagegen auf drei Viertel.

Wir müssen zurück in die Zukunft. Der Forschungsstandort Deutschland steht nicht erst seit der Corona-Pandemie unter starkem Druck. Die daraus resultierende Krise hat seine Schwächen schonungslos offengelegt.

Thomas Wessel, VCI-Vorsitzender Ausschuss Forschung, Wissenschaft & Bildung

Forschung und Entwicklung als Weg aus der Krise

Der VCI-Vorsitzende des Ausschusses Forschung, Wissenschaft & Bildung, Thomas Wessel, betont, wie wichtig die Investition in Forschung und Entwicklung ist: „Der Forschungsstandort Deutschland steht nicht erst seit der Corona-Pandemie unter starkem Druck.“ Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, darf die Forschung nicht vernachlässigt werden.

Förderung muss unbürokratischer werden

Gleichzeitig appelliert der Verband, die staatliche Forschungsförderung zu vereinfachen. Unternehmen benötigen die Mittel, um Forschungsprojekte umzusetzen. Aktuell dauert es jedoch bis zu zwei Jahre, bis Projekte genehmigt werden. Auch sind Antragsunterlagen oft zu umfangreich und kompliziert. Konkret fordert der Verband, dass Unternehmen einen leichteren Zugang zu Forschungsprogrammen brauchen und Abrechnungsmodalitäten einfacher werden müssen.

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