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Studie: Digitalisierung

Chemie- und Pharmabranche nur Mittelmaß bei Investitionen in Digitalisierung

| Redakteur: Tobias Hüser

Die D.velop-Branchenstudie hat deutliche Defizite bei den digitalen Kompetenzen der Chemie- und Pharmabranche ermittelt.
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Die D.velop-Branchenstudie hat deutliche Defizite bei den digitalen Kompetenzen der Chemie- und Pharmabranche ermittelt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

In der Chemie- und Pharmaindustrie werden die Zeichen der Zeit noch nicht richtig erkannt. Denn bei den Investitionen in die Digitalisierung ist sie im Vergleich zu anderen Wirtschaftssektoren nur Mittelmaß. Gleichzeitig weist sie eine unterdurchschnittliche Erfolgsquote bei den bisher durchgeführten Digitalisierungsprojekten auf. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung des Software-Herstellers D.velop zum aktuellen Status der Digitalisierung in den zehn wichtigsten Branchen.

Gescher – Der Studie zufolge scheint der digitale Wandel im chemisch-pharmazeutischen Sektor nur langsam voran zu kommen. Dies lässt sich an der Investitionsquote für die digitale Transformation ablesen: Nur etwa ein Drittel der Budgets ist aktuell für Projekte mit digitaler Ausrichtung in der Unternehmensorganisation und Produktion vorgesehen. Dies liegt knapp unter dem Durchschnitt aller untersuchten Branchen. Gegenüber der Automobilindustrie als Spitzenreiter im Branchen-Ranking macht der Unterschied im Investitionsengagement jedoch fast acht Prozent aus.

Auch bei der Erfolgsbewertung der schon realisierten Digitalisierungsprojekte haben die Chemie- und Pharmaunternehmen sogar ein noch schlechteres Ergebnis erzielt, was lediglich Platz sieben im Branchenvergleich bedeutet. So wurde auf der Skala von 1 bis 10 nur ein Zufriedenheitswert von 5,83 erreicht haben. „Dies stellt letztlich kein Ruhmesblatt dar, sondern weist auf erhebliche Defizite in der Projektrealisierung hin“, urteilt D.velop-Vorstand Mario Dönnebrink.

Tatsächlich hat die Erhebung unter 185 Chemie- und Pharmafirmen ein Problem zutage gefördert, das maßgeblich die Erfolgsperspektiven von Digitalisierungsprojekten bestimmt: die unzureichenden digitalen Kompetenzen. Diese sind im Verhältnis zu anderen Wirtschaftssektoren zwar etwas weniger ausgeprägt, doch wenn hier 37 % der befragten Business Manager nennenswerte Defizite sehen, verbirgt sich dahinter ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Die Schwächen bestehen u.a. in unzureichenden Anforderungsdefinitionen, weil keine klare Kenntnis von den digitalen Lösungsmöglichkeiten besteht. Aber auch Mängel in der methodischen Umsetzung der Projektziele sowie der Kosten- und Zeitplanungen nennen weit über ein Drittel der chemisch-pharmazeutischen Betriebe als Grund, warum mitunter keine ausreichend befriedigenden Ergebnisse erreicht wurden.

Unternehmensnetzwerke für digitalen Wissenstransfer

„Unternehmen sollten neue Wege gehen und Netzwerke für einen Wissenstransfer aufbauen“, empfiehlt Dönnebrink angesichts dieser Ergebnisse. Das notwendige digitale Wissen und Denken sei intern allein nicht schnell genug aufzubauen, weitere Verzögerungen könnten jedoch empfindliche Nachteile für die Wettbewerbsfähigkeit erzeugen. Die offene Kommunikation unter den Unternehmen im amerikanischen Silicon Valley mache es vor: „Ein Öko-System mit digitalen Vordenkern, Geschäftspartnern, Kunden und anderen Kompetenzträgern kann bewirken, dass vielfältige Inspirationen bei allen Beteiligten entstehen, die gegenseitig voneinander profitieren. Der wesentliche Effekt besteht darin, dass die Unternehmen ihren digitalen Lernprozess deutlich verkürzen können.“

Allerdings hat die Branche auch noch in anderer Hinsicht einen deutlichen Handlungsbedarf. Denn in fast jedem dritten Fall haben es die Unternehmen noch nicht geschafft, bei den Digitalisierungsmaßnahmen der Fachbereiche die oberen Hierarchieebenen ausreichend mit ins Boot zu holen.

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