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Halbjahreszahlen

Chemie performt mit Top-Werten

| Autor: Gerd Kielburger

Trotz weltweit schwieriger Rahmenbedingungen werden Chemieprodukte weltweit stärker nachgefragt.
Trotz weltweit schwieriger Rahmenbedingungen werden Chemieprodukte weltweit stärker nachgefragt. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Chemie brummt. Das zeigen die aktuellen Konzern-Halbjahresergebnisse von Covestro, Linde, Lonza und Wacker. Trotz Diskussionen um Handelszölle steht die Branche voll im Saft. Die Investitionen in Sachanlagen dürften bei anhaltender Entwicklung weiter steigen.

Würzburg – Wie heißt es doch so schön: „Die Chemie stimmt“ . Auch wenn die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen weltweit alles andere als einfach sind, hat die Nachfrage nach Chemieprodukten auch im zweiten Quartal des Jahres deutlich angezogen. Das zeigen die aktuellen Halbjahreszahlen großer Chemie- und Anlagenbaukonzerne.

So legte der Materialkonzern Covestro aufgrund gestiegener Verkaufspreise und einer höheren Nachfrage im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10,4 % auf 3,9 Milliarden Euro zu. Die Absatzmengen im Kerngeschäft konnte der Konzern um 4,4 % verbessern, wobei alle drei Segmente positive Wachstumsraten verzeichneten. Beim Mengenwachstum im Kerngeschäft geht Covestro für 2018 weiterhin von einem Wert im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich aus. „Die Nachfrage nach unseren Produkten hält weltweit an. Das zeigt, dass unsere Strategie aufgeht. Wir bedienen mit unseren Produkten die wichtigen globalen Trends“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann. „Im zweiten Quartal haben wir bei allen wichtigen Kennzahlen zugelegt. Aufgrund der starken Entwicklung heben wir die Prognose für das Gesamtjahr an.“ Um den Wachstumskurs langfristig fortzusetzen, werde Covestro seine Investitionen weiter erhöhen, erklärte der neue Covestro-CEO.

Das aktuelle Investitionsprogramm beinhaltet Produktionserweiterungen für alle drei Segmente an verschiedenen Standorten in allen Regionen. So wurde aktuell der deutliche Ausbau der weltweiten Folienproduktion für rund 100 Millionen Euro angekündigt, um die stark steigende Nachfrage zu decken. Am spanischen Standort Tarragona werden rund 200 Millionen Euro investiert, um eine eigene Chlorproduktion aufzubauen und die bestehende Anlage für das Hartschaum-Vorprodukt MDI zu erweitern. Zudem werden die MDI-Kapazitäten in Brunsbüttel sowie die Polycarbonat-Produktion in Caojing (China) erweitert. Nach Aussage von Finanzvorstand Dr. Thomas Toepfer verzeichnet man ein solides Wachstum in den Hauptabnehmerbranchen und erhöht die Investitionen für das laufende Jahr auf 650 bis 700 Millionen Euro.

In den nächsten drei Jahren soll das jährliche Investitionsvolumen (CapEx) weiter auf bis zu 1,2 Milliarden Euro gesteigert werden. So sollen gezielt Produktionskapazitäten ausgebaut und neue Anlagen errichtet werden. PROCESS berichtete bereits über mögliche Investitionen in eine neue MDI-Anlage. Mittelfristig geht Covestro angesichts der erwarteten anhaltend hohen Nachfrage in den Hauptabnehmerbranchen von einem jährlichen Mengenwachstum im Kerngeschäft von rund vier Prozent aus. Damit will das Unternehmen weiter schneller wachsen als das globale Bruttoinlandsprodukt.

Bei Wacker läuft Chemie besser als erwartet mit hoher Anlagenauslastung

Positive Zahlen auch aus dem Süden der Republik. Von dort meldet sich Wacker mit ähnlich erfolgreichen Zahlen wie aus Leverkusen. Der Münchner Chemiekonzern konnte seinen Umsatz gegenüber Vorjahr und Vorquartal um jeweils 9 % steigern. Maßgeblich für diesen Anstieg waren auch hier bessere Preise für Chemieprodukte aber auch das höhere Ergebnis aus der Beteiligung an Siltronic.

Die im Vergleich zum Vorjahr und zum Vorquartal erheblich höheren Rohstoffpreise konnte Wacker dadurch mehr als ausgleichen. Die hohe Anlagenauslastung habe die Ergebnisentwicklung im Berichtsquartal ebenfalls begünstigt. Die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2018 bleibt gegenüber dem im Geschäftsbericht 2017 veröffentlichten Ausblick unverändert. In der Konzernzentrale erwartet man den Konzernumsatz 2018 weiterhin um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz höher als im Vorjahr. Das EBITDA wird gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um einen mittleren einstelligen Prozentwert wachsen. Beim Konzernjahresüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten rechnet man mit einem deutlichen Anstieg.

Das Chemiegeschäft läuft für Konzernchef Rudolf Staudigl derzeit besser als zu Jahresbeginn erwartet. Besonders bei Silikonen sei die Nachfrage der Kunden sehr hoch. In diesem Umfeld wachsen im Geschäft mit Spezialprodukten die Absatzmengen und bei Standardsilikonen kann Wacker deutliche Preissteigerungen erzielen. Zwar sei die Verschärfung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie der Europäischen Union ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Weltkonjunktur, dennoch gibt Staudigl einen positiven Ausblick: „Sofern es nicht zu einem Konjunktureinbruch kommt, könnten wir unsere derzeitige Ergebnisprognose für das Gesamtjahr übertreffen.“

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