Halbjahreszahlen

Chemie performt mit Top-Werten

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Linde über Vorjahr und mit Praxair-Fusion auf Kurs

Auch bei Linde aus München freut man sich über eine positive Entwicklung mit einem deutlichen Wachstum. Das Geschäft des Technologiekonzerns hat sich im ersten Halbjahr 2018 Währungsbereinigt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 % erhöht. Das operative Konzernergebnis stieg währungsbereinigt um 10,1 %. Die operative Konzernmarge lag mit 25,6 % ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert von 23,9 %. Man sei damit auf dem richtigen Weg, sagte Linde-Chef Prof. Dr. Aldo Belloni. In der Gase Division erwirtschaftete Linde im ersten Halbjahr 2018 einen Umsatz von 7,182 Milliarden Euro und lag damit um 5,2 % unter dem Vorjahr. Bereinigt um Währungseffekte betrug das Umsatzwachstum in der Gase Division 3,8 %.

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Zusätzlich bereinigt um Erdgaspreiseffekte, also auf vergleichbarer Basis, betrug das Umsatzplus 3,7 %. Das operative Ergebnis lag mit 2,184 Milliarden Euro um 0,8 % über dem Vorjahresniveau. Der währungsbereinigte Anstieg betrug 7,4 %. Die operative Marge lag mit 30,4 % deutlich über dem Vorjahresniveau. Im nach wie vor volatilen und durch starken Wettbewerb geprägten Markt für den internationalen Großanlagenbau konnte die Linde Engineering Division ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2018 sogar um 12,5 % auf 1,364 Milliarden Euro steigern. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 41,2 % auf 137 Millionen Euro. Die operative Marge lag mit 10 % über dem Vorjahreszeitraum und damit über der Zielmarke von rund 9 %, die Linde Engineering für das Geschäftsjahr 2018 anstrebt. Dies ist sowohl auf höhere Ergebnisse einzelner Anlagenbauprojekte als auch auf die verbesserte Auslastungssituation zurückzuführen.

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Bezüglich des Zusammenschlusses mit Praxair sieht man bei Linde die fusionskontrollrechtlichen und regulatorischen Prozesse in vollem Gange. Für mehrere Länder liegen bereits die Fusionsfreigaben vor. Weiterhin hat Linde in der vergangenen Woche mit einem Konsortium bestehend aus Unternehmen des deutschen Industriegaseherstellers Messer Group und CVC Capital Partners Fund VII eine Vereinbarung über den Verkauf des überwiegenden Teils des Gasegeschäfts in Nordamerika sowie einzelner Geschäftsaktivitäten in Südamerika abgeschlossen. PROCESS berichtete.

Eine Veräußerung dieses Geschäftsbereichs hält Linde für erforderlich, um eine Freigabe des geplanten Unternehmenszusammenschlusses durch die betreffenden Wettbewerbsbehörden zu ermöglichen. Die Veräußerung steht noch unter dem Vorbehalt des Vollzugs des geplanten Unternehmenszusammenschlusses zwischen Linde und Praxair sowie regulatorischer Freigaben. Beide Unternehmen gehen weiterhin davon aus, nach dem rechtzeitigen Erhalt aller erforderlichen Genehmigungen den Unternehmenszusammenschluss in der zweiten Jahreshälfte 2018 vollziehen zu können

Lonza mit reger Nachfrage nach den Angeboten entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Auch der Schweizer Lonza-Konzern vermeldet eine starke Dynamik mit organischem Wachstum des Umsatzes in Höhe von 8,2 % im ersten Halbjahr 2018. Über ein zweistelliges organisches Umsatzwachstum freut man sich gar für Geschäfte im Healthcare Continuum-Segment.

Auf Segmentebene hat Lonza Pharma & Biotech mit einem organischen Umsatzwachstum von 14,7 % und einer Kern-EBITDA-Marge von 33,1 % wesentlich zum starken Ergebnis des Unternehmens im ersten Halbjahr 2018 beigetragen. Die über alle Technologien und Anlagen hinweg angebotenen Dienstleistungen aus den Bereichen Clinical Development & Manufacturing und Commercial Manufacturing von Pharma & Biotech profitierten demnach weiterhin von der regen Nachfrage nach den Angeboten von Lonza entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Im Lonza Specialty Ingredients Segment entwickelte sich die neu gegründete Division Consumer Health extrem gut, vor allem aufgrund einer starken Dynamik bei Inhaltsstoffen für Nahrungsmittel und Darreichungsformen für Nahrungsergänzungsmittel. Auch die starke Nachfrage aus der Luftfahrt- und Elektronikindustrie nach Verbundwerkstoffen in der Division Consumer & Resources Protection hält an, und die Dynamik bei antimikrobiellen Lösungen für industrielle Anwendungen sei ungebrochen.

Vor diesem Hintergrund aktualisiert das Unternehmen seinen Ausblick. Lonza-CEO Richard Ridinger sieht den Verlauf des Jahres bisher sehr positiv: „Wir blicken nach der Akquisition von Capsugel auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück und sehen, dass die Integration besser voranschreitet als geplant, operative und kommerzielle Synergien entstehen und das Angebot im Healthcare Continuum wird noch stärker.” Alle bereits angekündigten größeren Investitionen würden planmäßig vorankommen. Darunter beispielsweise Erweiterungen bei Einweg-Bioreaktoren in Singapur, bei hybriden Technologien im mittleren Maßstab in Portsmouth, bei Zell- und Gentherapien in Portsmouth und in Houston, TX (USA), beim Biological Manufacturing bei Ibex Solutions in Visp, bei der Produktion von Arzneiformen und Inhaltsstoffen in Greenwood, SC (USA), und bei den Verkapselungskapazitäten in Tampa, FL (USA).

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Über den Autor

 Gerd Kielburger

Gerd Kielburger

Director International Business & Strategy , Vogel Communications Group GmbH & Co. KG