Füllstandsmessung Berührungslose Technologien sind bei der Füllstandsmessung weiterhin im Aufwind

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Die Bandbreite für die Anwendung von Füllstandsensoren ist ungewöhnlich weit – seien es winzigste Mengen in Arzneikapseln, große Gesteinsbrocken im Steinbruch oder die eichgenaue Messung in Öltanks. Dabei liegt die Herausforderung bei der Füllstandsmessung nicht in den Sensoren, sondern in der richtigen Adaption an den Prozess.

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Insbesondere die Schüttgutbranche war in den vergangenen fünf Jahren ein gefragter Anwender für Füllstandmessungen. (Bilder: Vega; [M]-Sahlmüller)
Insbesondere die Schüttgutbranche war in den vergangenen fünf Jahren ein gefragter Anwender für Füllstandmessungen. (Bilder: Vega; [M]-Sahlmüller)
( Archiv: Vogel Business Media )

„Im Fokus stehen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wartungsfreiheit“, bringt Holger Sack, Marketingleiter bei Vega, die Anforderungen an die Füllstandmesstechnik auf den Punkt. Daneben zählt die Anbindung der Messtechnik an die Leitsysteme und Signalauswertungen. „Leichte Systemintegration, Kompatibilität zu bestehenden Systemen und Asset-Management-Funktionen sind entscheidend für die Anwender“, nennt Sack weitere Themen.

Der Umgang mit Messgeräten spielt im Alltag eine wichtige Rolle, so auch die Erfahrung von Daniel Walldorf, Produktmarketingmanager bei Baumer: „Der Trend geht zu einfach zu bedienenden Sensoren, die zuverlässig Füllstände bestimmen und nicht kompliziert eingestellt bzw. gewartet werden müssen.“

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Einfachheit um jeden Preis ist allerdings nicht gefragt. Die Anwender schauen sehr genau, welches Gerät sie in der spezifischen Situation benötigen. So kam vor zwei Jahren die Forderung nach einem „Namur-Standardgerät“ auf. Mit diesem Gerät, dessen Eigenschaften im Rahmen einer Conjoint-Analyse ermittelt wurden, sollten 80 Prozent der Standardanwendungsfälle in der chemischen Industrie abgedeckt und dadurch Beschaffungs- und Instandhaltungskosten eingespart werden. Schon damals bezweifelten einige Hersteller, ob dies angesichts der unterschiedlichen Anwendungen möglich ist. Die Praxis gibt ihnen inzwischen recht. Obwohl die meisten Hersteller ein solches Low-cost-Gerät im Programm haben, wird in 80 Prozent der Fälle ein teureres Gerät bestellt. Dies erklärt sich Roland Josler, Leiter der EMR einer Business-Linie bei Evonik Degussa so: „Durch die langjährigen Beziehungen zu den Lieferanten und die Einkaufsmacht der chemischen Industrie gibt es manchmal kaum Preisunterschiede zwischen einem Low-cost-Gerät und einem High-end-Gerät.“ Die zusätzlichen Funktionen des höherwertigen Gerätes werden dann natürlich gerne mitgenommen. In vielen Anlagen der Spezialchemie verlangen die Prozesse zudem Geräte, die höhere Temperaturen >300 °C aushalten oder aus Sonderwerkstoffen bestehen. „Diese Varianten sind zumeist auch die Geräte mit einer hohen Funktionalität“, so die Erfahrung von Josler.

Berührungslos liegt im Trend

Einig sind sich die Hersteller, dass der Trend zu berührungslosen Messverfahren weiter anhält. Carsten Schulz, Produktmanager Füllstand bei Endress+Hauser, sieht dies vor allem durch innovative Entwicklungsschritte im Bereich der Laufzeitmessverfahren begründet. Als Beispiel nennt er den Einsatz von frei abstrahlenden Radargeräten Micropilot M FMR 250 im Bereich der Schüttgüter. „Mit der Entwicklung bedeutend erhöhter Dynamiken der Hochfrequenzmodule für das Mikrowellensignal ergibt sich auch unter schwierigen Messbedingungen wie Staub, Befüllgeräuschen oder Kegel- und Trichterbildung des Mediums eine hohe Messwertzuverlässigkeit bei Messbereichen bis zu 70 Meter“, erklärt Schulz.

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