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Kompressoren für Wasseraufbereitung Beim Thema Kompressoren haben Kläranlagen noch Luft nach Oben

Autor / Redakteur: ING. STEFANO SANTELLI* / Dominik Stephan

Auch bei der Abwasseraufbereitung kann ein Kompressor den entscheidenden Unterschied machen – Zuviel des Guten: Überdimensionierung ist ein häufiges Problem kommunaler Wasseraufbereitung. Wer über ein grundlegendes Redesign nachdenkt, sollte Technologieanbieter von Anfang an ins Boot holen – so gelingt es, gemeinsam neue Einsparpontenziale zu heben.

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Auch bei der Wasseraufbereitung lohnt es sich, die Luftversorgung im Blick zu behalten.
Auch bei der Wasseraufbereitung lohnt es sich, die Luftversorgung im Blick zu behalten.
(Bild: Loris Canovi)

Ist die Lufterzeugung einer Wasseraufbereitung überdimensioniert und wenig effizient, sollte über den grundlegenden Aufbau nachgedacht werden: Mit dieser Überlegung nahm die Iren-Gruppe, ein im Energiesektor tätiges Multi-Utility-Unternehmen, die Umstrukturierung einer kommunalen Wasseraufbereitung in Angriff. Im Zentrum des Projekts stand eine 1982 gebaute Kläranlage für 45 000 Einwohner der Gemeinden Rubiera und Scandiano in der Provinz Emilia/Italien. Für den Umbau entschied sich die Gruppe dazu, auf Know-how und Technologie von Robuschi zu vertrauen.

Die Wasserleitung der Anlage von Rubiera besteht aus vier parallelen Leitungen, die jeweils am Anfang von einem eigenen Kompressor für die Prozesslufterzeugung in der Oxidations- bzw. Nitrifikationskammer gespeist werden. Eine genaue Überprüfung dieses Teils der Anlage hatte gewisse Abweichungen ergeben. „Der ursprüngliche Aufbau“, erklärt dazu Loris Canovi, Leiter des Bereichs Kläranlage in der Region Emilia bei Ireti, einem Unternehmen der Iren-Gruppe, „hatte sich im Vergleich zum tatsächlichen Bedarf an Sauerstoff im Tank, der dafür benötigt wird, um den Atmungsprozess der Biomasse und den Oxidationsprozess der organischen Komponenten und des Ammoniakstickstoffs zu speisen, als zu hoch erwiesen.“

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Während der Kontrollen waren im Laufe des Tages sehr große Schwankungen im Vergleich zur Produktion herausgekommen. Diese Bedingung sorgte für hohen Rückstand und Energieverschwendung. Im Grunde genommen konnten die Maschinen aufgrund des Aufbaus der Leitungen die Liefermenge nicht unter eine bestimmte Schwelle senken. Folglich überstieg die Menge des mit der Luft zugeführten Sauerstoffs über lange Zeiträume des Tages den tatsächlichen Bedarf.

Zusammen mit Robuschi entwarfen die Iren-Spezialisten ein erweitertes Luftsteuerungssystem, das mit einem innovativen Kompressor die Anlagenleistung verbessern konnte. „Zunächst wurde beschlossen, den Aufbau zu verändern und alle Maschinen miteinander zu verbinden. Dabei wurde festgestellt, dass im Zeitraum geringerer Nachfrage ein Kompressor für die Erzeugung der Prozessluft ausreichen würde. Dieser müsste jedoch sehr vielseitig sein und eine Vielzahl von Durchfluss-Variationen erlauben.“ Eine wichtige Bedingung, da die Anlage ein breites Leistungsspektrum – zwischen 600 m3/h und 3000 m3/h unter Volllast – abdeckt.

Das Plus an Flexibilität

Bei diesem Kläranlagen-Modernisierungsprojekt arbeiteten Ingenieure von Iren und Robuschi Seite an Seite: „Am Anfang wurde ein Prototyp der WS 65 hergestellt, danach ging man zu einer Lösung mit Dimensionen über, die für die Anforderungen der Anlagen besser geeignet waren. So wurde die Baugröße WS 85 ausgewählt“, erklärt Canovi. Während der Testphase wurde das System auf die Iren-Betriebslogik eingestellt, und später zur Anpassung an die gewünschten Arbeitsbedingungen kalibriert.

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