Kunststoff-Recycling B+B Anlagenbau baut Kunststoff-Recyclinganlage in den Niederlanden

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Im niederländischen Sittard entsteht derzeit eine der modernsten Recyclinganlagen für PE und PP. Für Planung und Konstruktion der Anlage setzt der niederländische Betreiber QCP Quality-Circular-Polymers auf die Firmen B+B Anlagenbau, Kraussmaffei Berstorff und Azo.

Firmen zum Thema

B+B, Anlagenmodule als Teile einer schlüsselfertig errichtetenKunststoff-Recyclinganlage in Schweden
B+B, Anlagenmodule als Teile einer schlüsselfertig errichtetenKunststoff-Recyclinganlage in Schweden
(Bild: B+B Anlagenbau)

Willich – Im Herbst dieses Jahres soll in Sittard in der niederländischen Provinz Limburg eine der modernsten und effizientesten Recyclinganlagen für PE und PP den Betrieb aufnehmen. Verantwortlich für die Planung und Umsetzung sind drei Unternehmen: Das Willicher Unternehmen B+B übernimmt die gesamte Ausrüstung zur Aufbereitung der eingehenden Ballen aus Post-Consumer-Kunststoffabfällen bis hin zu den gewaschenen und sortierten Flakes. Das Hannoveraner Unternehmen Kraussmaffei Berstorff wiederum liefert Extrusionsanlagen-Module, die die aufbereiteten Flakes compoundieren und extrudieren. Der Materialfluss stellt Azo aus Osterburken durch vollautomatisierte Logistikprozesse sicher.

„Was hier nach einem doch längeren Planungsprozess bis Herbst diesen Jahres realisiert wird, kann sich von der Technologie, der Prozessabwicklung, der Aufnahme und dem Durchsatz mehr als nur sehen lassen. Gut einhunderttausend Tonnen Kunststoffabfall mit der letzten Ausbaustufe werden auf einer Fläche von ca. 150 x 90 Metern so verarbeitet, dass anschließend der reine Rohstoff erneut in hochwertige Kunststoffproduktionslinien vieler Branchen eingebracht werden kann. Recycling at it’s best, nachhaltiger kann man den Stoffkreislauf nicht umsetzen“, ist sich Achim Ebel, geschäftsführender Gesellschafter bei B+B Anlagenbau, sicher.

Aufbereitung eingehender Post-Consumer-Kunststoffabfälle

Die Anlage startet mit einer Zerkleinerung der angelieferten gepressten Kunststoffballen, die mit Draht umreift sind, über Shredder, in kleinteilige Kunststoffteile von etwa 80 x 80 mm. Egal, ob die Shampoo-Flasche, die Ketchup-Flasche oder das Waschmittel in Kunststoffverpackung bis hin zu Folien. Via Austragsförderbänder erfolgt deren Sammlung in sogenannten Puffersilos als Zwischenstation, nicht ohne dass vorher mit Überbandmagneten die Umreifungsdrähte herausgezogen werden.

Über Schwingsiebe erfolgt die Unterkornabsiebung, wobei Schwergutabscheider Störstoffe zusätzlich eliminieren, bevor Nass-Schneidemühlen für die Nachzerkleinerung auf das Format 12 bis 15 mm sorgen. Über die weitere Beseitigung grober Störstoffe bei gleichzeitiger Entwässerung, anschließender Trockenreinigung, erneuter Pufferlagerung und weiterer Metallabscheidung geht es in die Heißwäsche, die in bis zu fünfzehn Minuten mittels Natronlauge und speziellen Waschmitteln Anhaftungen und Gerüche löst und entfernt. Über eine Nachwäsche, Stichworte Friktionsabscheider und Friktionswäscher, gelangen die Stoffe an Trennzentrifugen und Windsichter, die mittels Fliehkraft und Luftströmung die Kunststoffteile nach ihrem spezifischen Gewicht separieren, um möglichst reine Fraktionen zu erhalten. Selbstverständlich wird das anfallende Prozesswasser wieder aufbereitet. Nach der thermischen Trocknung und Verdichtung sowie Zwischenlagerung sind die Kunststoffabfälle bereit zur Extrusion und weiteren Verarbeitung.

B+B Anlagenbau konzipierte die Anlage in der Startphase für zwei Fertigungslinien, mit Ausbau wird die Anlage vier Linien umfassen. Die Abfallströme der Kunststoffe durchlaufen einen vollautomatischen Anlagenprozess und für Daniel Simmonds, für das Projekt verantwortlicher Sales Engineer in Willich, ist es wichtig, „dass die QCP-Anlage mit so wenig Personal wie möglich auskommt, da die operativen Kosten so gering wie möglich anfallen sollen.“ Die Willicher Anlagenbauer wolllen die Anlage schlüsselfertig übergeben, einschließlich mechanischem Einbau der Komponenten, ihrem Anschluss in das Prozesssystem und der elektrischen Ausrüstung.

(ID:43291975)