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Milliardenumsätze erwartet Bayer übernimmt britisches Biotech-Unternehmen Kandy

| Redakteur: MA Alexander Stark

Für eine Vorauszahlung von umgerechnet 361 Millionen Euro und mögliche zusätzliche Meilensteinzahlungen übernimmt Bayer das britische Unternehmen Kandy Therapeutics. Mit der Transaktion will der Leverkusener Konzern vor allem seine Position im Bereich der Frauengesundheit stärken.

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Mit der Übernahme des britischen Biotech-Unternehmens Kandy Therapeutics will Bayer sein Entwicklungsportfolio im Bereich Frauengesundheit ausbauen.
Mit der Übernahme des britischen Biotech-Unternehmens Kandy Therapeutics will Bayer sein Entwicklungsportfolio im Bereich Frauengesundheit ausbauen.
(Bild: Bayer)

Berlin – Um sein Entwicklungsportfolio im Bereich der Frauengesundheit auszubauen erwirbt Bayer das Biotech-Unternehmen Kandy Therapeutics. Das britische Unternehmen hat kürzlich die klinische Phase IIb für NT-814, dem ersten Wirkstoff einer neuen Therapieklasse, mit der Veröffentlichung positiver Daten abgeschlossen. NT-814 ist ein nicht-hormoneller, oraler, einmal täglich einzunehmender Antagonist der Neurokin-1 und -3-Rezeptoren für die Behandlung häufiger Symptome der Wechseljahre, Hitzewallungen und Nachtschweiß (vasomotorische Symptome). Der Start der klinischen Phase III wird für 2021 erwartet. Nach Zulassung könnte der Wirkstoff Umsätze in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro weltweit erzielen.

Bayer will gemäß den Vertragsbedingungen eine Vorauszahlung von rund 361 Millionen Euro, potenzielle Meilensteinzahlungen in Höhe von bis zu 383 Millionen Euro bis zur Markteinführung sowie mögliche weitere, an den Umsatz gekoppelte, Meilensteinzahlungen im dreistelligen Millionenbereich leisten. Der Abschluss der Transaktion, der den üblichen Abschlussbedingungen und im Besonderen der kartellrechtlichen Freigabe unterliegt, wird bis September dieses Jahres erwartet.

Der Erwerb ist ein weiterer Schritt von Bayer, sein eigenes Portfolio im Bereich Frauengesundheit durch strategische Kollaborationen und Vereinbarungen zu erweitern. Anfang des Jahres hatte der Konzern den Ausbau der Partnerschaft mit Evotec um eine neue 5-Jahres-Multi-Target Kollaboration vereinbart. Diese umfasst die Entwicklung mehrerer klinischer Kandidaten zur Behandlung des polyzystischen Ovariarsyndroms (PCOS); eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen. Ferner hat das Unternehmen im Januar 2020 eine exklusive Lizenzvereinbarung mit Daré Bioscience für den US-Markt getroffen. Diese fokussiert sich auf einen hormonfreien, monatlich anzuwendenden Vaginalring, der sich derzeit in der klinischen Entwicklung zur Verhütung befindet.

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