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Wachstumsstrategie

Bayer setzt sich ambitionierte Wachstumsziele bis 2022

| Redakteur: Alexander Stark

Der Bayer-Konzern will seine Performance in den kommenden Jahren deutlich verbessern und hat sich anspruchsvolle Wachstums- und Renditeziele bis zum Jahr 2022 gesetzt. Dazu sollen die vor Kurzem angekündigten Sparmaßnahmen und Stellenstreichungen beitragen.

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Bayer plant bis 2022 jährliche Steigerungen von durchschnittlich 4 % beim Umsatz, 9 % beim Ebitda vor Sondereinflüssen und 18 % beim Free Cash Flow.
Bayer plant bis 2022 jährliche Steigerungen von durchschnittlich 4 % beim Umsatz, 9 % beim Ebitda vor Sondereinflüssen und 18 % beim Free Cash Flow.
(Bild: Bayer)

London/Leverkusen – Nach der Transformation zu einem Life-Science-Unternehmen mit führenden Geschäften in den Bereichen Gesundheit und Ernährung sieht sich der Konzern gut aufgestellt, um von wichtigen Megatrends zu profitieren. Wie der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann beim Capital Markets Day von Bayer in London erkläre, will das Unternehmen erheblichen Wert schaffen, indem es durch Innovationskraft wachse, die Ertragskraft steigere und den Cashflow erhöhe. Zusätzlich würden dabei die vor Kurzem angekündigten Effizienz- und Strukturmaßnahmen unterstützen. Alle Divisionen von Bayer sollen bis 2022 und darüber hinaus zu einer verbesserten Performance des Unternehmens beitragen.

Der Konzernumsatz soll bei konstanten Wechselkursen im kommenden Jahr um etwa 4 Prozent zulegen und danach um durchschnittlich 4 bis 5 % pro Jahr bis 2022. Daraus ergibt sich eine Steigerung von voraussichtlich pro forma 44,6 Milliarden Euro in diesem auf circa 46 Milliarden Euro im kommenden Jahr und auf rund 52 Milliarden Euro im Jahr 2022.

Wachstumsziele im Detail

Beim Ebitda vor Sondereinflüssen ist ein Zuwachs von durchschnittlich circa 9  pro Jahr geplant – das Ergebnis soll von voraussichtlich 11,5 Milliarden (2018, pro forma) auf etwa 12,2 Milliarden Euro im kommenden Jahr steigen und 2022 rund 16 Milliarden Euro erreichen. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen soll sich von pro forma circa 26  im laufenden Jahr auf etwa 27  (2019) bzw. mehr als 30  im Jahr 2022 erhöhen. Für das bereinigte Ergebnis je Aktie plant Bayer eine jährliche Steigerung von durchschnittlich etwa 10 . In diesem Jahr soll es – wie bereits mitgeteilt – bei 5,70 bis 5,90 Euro liegen, 2019 bei circa 6,80 Euro und 2022 bei rund 10 Euro.

Die Pro-forma-Zahlen für 2018 gehen von der Annahme aus, dass die Übernahme von Monsanto und die damit zusammenhängenden Desinvestitionen sowie Finanzierungsmaßnahmen bereits zum 1. Januar 2018 erfolgt sind. Bei den mittelfristigen Zielen sind die am 29. November angekündigten Effizienz- und Strukturmaßnahmen berücksichtigt, nicht aber die Pläne zur Trennung von der Geschäftseinheit Animal Health, zum Verkauf der Consumer-Health-Marken Coppertone und Dr. Scholl’s sowie zur Veräußerung des 60-%igen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta.

Alle Divisionen sollen Umsatz und Ertragskraft steigern

Für Crop Science rechnet Bayer beim Umsatz 2019 mit einem Plus von 4 %, ausgehend von pro forma 19,3 Milliarden Euro, die für dieses Jahr erwartet werden. Von 2019 bis 2022 soll der Umsatz durchschnittlich um mehr als 4 % pro Jahr zulegen. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen soll im kommenden Jahr von etwa 23 % auf rund 25 % steigen und 2022 höher sein als 30 %. Der Zuwachs basiert auf einem erwarteten Ebitda vor Sondereinflüssen von pro forma 4,5 Milliarden Euro im Jahr 2018. Crop Science will seine Position im Markt sowie bei Forschung und Entwicklung nutzen, um Innovationen zu entwickeln. Mit Hilfe digitaler Innovationen werde die Division maßgeschneiderte Lösungen anbieten, teilte der Konzern mit.

Für Pharmaceuticals rechnet Bayer beim Umsatz im kommenden Jahr mit einem Plus von 4 %. Das jährliche Wachstum soll von 2019 bis 2022 bei durchschnittlich 4 bis 5 % liegen. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen soll im kommenden Jahr von etwa 33 % auf rund 34 % zulegen und im Jahr 2022 die 35-%-Marke übertreffen. Die langfristigen Wachstumsaussichten der Division gründen darauf, ihre vorhandenen Entwicklungen auf den Markt zu bringen und verstärkt auf externe Innovation zuzugreifen.

Für Consumer Health strebt Bayer ein beschleunigtes Umsatzwachstum an, das sich von rund 1 % im kommenden Jahr bis 2022 schrittweise auf 3 bis 4 % steigern soll. Bei der Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen erwartet das Unternehmen 2019 eine Steigerung auf rund 21 %. Bis 2022 soll die Marge unter Berücksichtigung von Portfolioveränderungen auf rund 24 % zulegen. Durch die angekündigten Portfolioveränderungen wird sich die Division unter der neuen Leitung auf ihre Kernkategorien von rezeptfreien Gesundheitsprodukten konzentrieren. Weitere treibende Kräfte für Wachstum sind beschleunigte Innovationen sowie eine modernisierte Marketing- und Vertriebsstrategie, welche die starken Produktmarken fördert. Außerdem sollen bis 2022 rund 500 Millionen Euro eingespart werden.

Starker Cashflow für höhere Dividende, Schuldenabbau und mehr Innovationskraft

Zwischen 2019 und 2022 will Bayer einen Free Cash Flow von insgesamt rund 23 Milliarden Euro erzielen. Er soll gegenüber 2018 um durchschnittlich 18 % pro Jahr steigen – auf rund 8 Milliarden Euro im Jahr 2022. „Diese Mittel wollen wir ebenso wie die Erlöse aus den angekündigten Portfoliomaßnahmen unter anderem dafür einsetzen, weiter die Dividende zu erhöhen und die Nettofinanzverschuldung zu reduzieren. Damit wollen wir Finanzkennzahlen erreichen, die dem angestrebten Kreditrating der ‚A‘-Kategorie entsprechen. Darüber hinaus prüfen wir die Option, einen erheblichen Teil der Erlöse für Aktienrückkäufe einzusetzen“, sagte Finanzvorstand Wolfgang Nickl. Wegen der neuen IFRS-Bilanzierungsstandards zum Leasing wird die Nettoverschuldung im kommenden Jahr voraussichtlich stabil bei rund 36 Milliarden Euro bleiben und bis 2022 deutlich auf etwa 26 Milliarden bis 28 Milliarden Euro sinken. Darüber hinaus sollen die Zuflüsse helfen, die Innovationskraft zu stärken und ausgewählte ergänzende Zukäufe zu finanzieren, erklärte Nickl.

Bayer hat sich über die vergangenen anderthalb Jahrzehnte von einem diversifizierten Chemie- und Pharmakonzern zu einem Life-Science-Unternehmen entwickelt. In diesem Bereich will das Unternehmen bis Ende 2022 insgesamt rund 35 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen bereitstellen. Mehr als zwei Drittel davon sollen in Forschung und Entwicklung fließen und knapp ein Drittel in Sachanlagen.

Die Division Crop Science verfügt über eine Entwicklungspipeline mit mehr als 75 Projekten. Die Division Pharmaceuticals hat rund 50 Projekte in der klinischen Entwicklung. Hier zählt neben der erfolgreichen Weiterentwicklung der eigenen Forschung und Entwicklung auch eine verstärkte Ausrichtung auf externe Innovationen zum neu konfigurierten Innovationsmodell, zum Beispiel durch Lizenzvereinbarungen und Forschung gemeinsam mit Partnern.

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