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Konzernumbau

Bayer kündigt Sparprogramm an und will 12.000 Stellen streichen

| Redakteur: Alexander Stark

(Bild: Bayer)

Der Bayer-Konzern plant die Auflage eines Sparprogramms, das auch einen weitreichenden Stellenabbau umfassen soll. Mit einer Reihe von Portfolio- sowie Effizienz- und Strukturmaßnahmen wolle man die Life-Science-Kerngeschäfte weiter stärken, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt fallen im Rahmen der Neuordnung rund 12.000 der weltweit 118.200 Arbeitsplätze weg, ein signifikanter Teil davon in Deutschland.

Leverkusen – Der Bayer-Konzern steht vor einer umfangreichen Neuordnung und will seine Organisation straffen. Im Laufe des kommenden Jahres soll die Umsetzung mehrerer Portfoliomaßnahmen vorangetrieben werden, von der mehrere Konzernbereiche in unterschiedlichem Maße betroffen sind. Vorgesehen ist jeweils ein Abbau von rund 900 Arbeitsplätzen in der Forschung bei Pharmaceuticals, rund 350 im Zusammenhang mit dem Faktor-VIII-Betrieb in Wuppertal, rund 1.100 durch die Neuaufstellung der Organisation bei Consumer Health, rund 4.100 bei Crop Science durch die Integration des akquirierten Agrargeschäfts und weitere 5.500 bis 6.000 bei den übergreifenden Konzern- und Querschnittsfunktionen, Business Services sowie den Länderplattformen. Auf einer für den 5. Dezember geplanten Investorenkonferenz in London trifft sich die Konzern-Führung um CEO Werner Baumann mit Analysten und Fondsmanagern, um sie über Perspektiven des Unternehmens zu informieren.

Trennung vom Animal-Health-Geschäft

In seinem Quartalsbericht vom 13. November teilte das Unternehmen mit, dass der Umsatz im Tiergesundheitsgeschäft (Animal Health) um 13,5 Prozent auf 304 Millionen Euro gesunken sei. Wohl auch deshalb will sich der Konzern von seinem Animal-Health-Geschäft trennen und prüft entsprechende Optionen. Zwar böten sich hier Wachstumsoptionen in einem attraktiven Markt, die dazu notwendigen Investitionsmittel sollen jedoch für die Kerngeschäfte Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science eingesetzt werden.

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Auch für die Division Consumer Health wurden Maßnahmen initiiert. Dazu gehöre auch ein geplanter Rückzug aus Produktkategorien, die außerhalb ein besseres Entwicklungspotenzial hätten. Neben der bereits angekündigten Veräußerung der rezeptpflichtigen Dermatologie-Produkte würden in den kommenden Monaten strategische Optionen geprüft, sich von den Bereichen Sonnenschutz (Coppertone) und Fußpflege (Dr. Scholl‘s) zu trennen. Damit will sich das Unternehmen bei Consumer Health auf das profitable Wachstum der Kernkategorien konzentrieren.

Darüber hinaus führt Bayer Gespräche über eine Veräußerung seines 60-%igen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta. Nach der Trennung von Covestro stünde die Nutzung der Dienstleistungen von Currenta in keinem Verhältnis mehr zum Besitzanteil des Unternehmens.

Signifikanter Stellenabbau betrifft auch Deutschland

Im Rahmen aller geplanten Effizienz- und Strukturmaßnahmen seien einschließlich der erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme ab 2022 jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro vorgesehen. Dies geht einher mit einem geplanten Abbau von rund 12.000 der weltweit 118.200 Arbeitsplätze, ein signifikanter Teil davon in Deutschland, der allerdings sozialverträglich erreicht werden soll. Details werden in den kommenden Monaten ausgearbeitet. Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter verständigten sich in einer Gemeinsamen Erklärung auf eine neue Vereinbarung zur „Zukunftssicherung Bayer 2025“. Demnach sind betriebsbedingte Kündigungen im Personalverbund der Bayer AG in Deutschland bis Ende 2025 grundsätzlich ausgeschlossen.

Maßnahmen in allen Divisionen, Funktionen, Länderplattformen und Services

In der Division Pharmaceuticals ist eine beschleunigte Weiterentwicklung des Innovationsmodells geplant. Dies ginge mit einer Umstrukturierung der internen Forschung und Entwicklung einher, teilte der Konzern mit. Die durch die Reduzierung interner Kapazitäten freiwerdenden Ressourcen sollen für verstärkte Investitionen in Forschung gemeinsam mit Partnern und externe Innovationen genutzt werden.

Im Bereich der Hämophilie sei der Wettbewerb mit der Einführung mehrerer neuer Produkte deutlich gestiegen. Um in diesem Segment wettbewerbsfähig zu bleiben, hat das Management beschlossen, den in Wuppertal (Deutschland) gebauten Faktor-VIII-Betrieb nicht zu nutzen, sondern die Herstellung aller rekombinanten Faktor-VIII-Produkte auf den Standort Berkeley (USA) zu konzentrieren.

In der Division Consumer Health gelte es, mit einer Reihe von Maßnahmen in den kommenden Jahren wieder an das Marktwachstum anzuschließen und die Profitabilität zu verbessern. Dazu soll – zusätzlich zu den Portfoliomaßnahmen – unter anderem auch die Organisation neu aufgestellt werden, um in einem sich rapide verändernden Marktumfeld erfolgreich zu sein.

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