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Chemisches Kunststoffrecycling BASF unterzeichnet Abnahmevereinbarung für Pyrolyseöl aus Altreifen

Redakteur: MA Alexander Stark

Im Rahmen einer Vereinbarung wird das ungarische Unternehmen New Energy BASF jährlich mit bis zu 4000 Tonnen Pyrolyseöl aus Altreifen beliefern. Die Vereinbarung ist Teil des Projekts Chem Cycling, das der Ludwigshafener Konzern im Jahr 2018 begonnen hat und sich auf die chemische Verwertung von Post-Consumer-Kunststoffabfällen im industriellen Maßstab konzentriert.

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Viktor Varadi (rechts), CEO von New Energy, zeigt Dr. Christian Lach (2. v. links), Projektleiter Chemcycling bei BASF, die Altreifen, die New Energy in ihrer Anlage in Budapest in Pyrolyseöl umwandelt.
Viktor Varadi (rechts), CEO von New Energy, zeigt Dr. Christian Lach (2. v. links), Projektleiter Chemcycling bei BASF, die Altreifen, die New Energy in ihrer Anlage in Budapest in Pyrolyseöl umwandelt.
(Bild: Tuzson Turjanyi / BASF)

Ludwigshafen; Budapest/Ungarn – 2018 hat BASF das Projekt Chem Cycling ins Leben gerufen. Das Schwerpunkt des Projekts ist die Verwendung von gemischten Kunststoffabfällen, die sonst auf Deponien oder in der Verbrennung enden würden. Darüber hinaus sieht BASF die Chance, die Recyclingraten von Pyrolyseöl aus Altreifen zu erhöhen. Deshalb hat der Konzern eine Abnahmevereinbarung mit New Energy geschlossen, ein auf die Pyrolyse von Altreifen spezialisiertes Technologieunternehmen mit Sitz in Budapest, Ungarn. In einer Pilotphase wurden bereits erste Mengen des Pyrolyseöls erfolgreich in der Verbundproduktion in Ludwigshafen eingesetzt.

Bislang habe es keine Technologie gegeben, die das Recycling von Reifen in hochwertige Anwendungen ermöglichte, sagt Dr. Christian Lach, Projektleiter Chem Cycling. Die Erweiterung der Rohstoffbasis um Altreifen schaffe einen neuen Kreislauf für diesen Abfallstrom. Außerdem würde so ein zweiter Recycling-Rohstoff in unserem Chem Cycling-Projekt ermöglicht, mit dem sich Hochleistungsprodukte für anspruchsvolle Anwendungen herstellen ließen, so Lach. Altreifen zählen nach DIN EN ISO 14021:2016-0 zu Post-Consumer-Kunststoffabfällen.

Die beiden Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, an Lösungen für das globale Kunststoffabfallproblem zu arbeiten. Daher haben die beiden Parteien zusätzlich eine Vereinbarung über eine Machbarkeitsstudie unterzeichnet. Diese hat zum Ziel, die Pyrolysetechnologie von New Energy weiterzuentwickeln, um damit auch andere Kunststoffabfallströme in Pyrolyseöl umwandeln zu können.

Neben der Partnerschaft mit New Energy arbeitet der Konzern auch mit Quantafuel zusammen. Das Unternehmen soll in kürze Pyrolyseöl aus gemischten Kunststoffabfällen aus seiner kommerziellen Anlage in Skive, Dänemark, bereitstellen.

BASF speist das von New Energy gelieferte Pyrolyseöl in ihren Produktionsverbund in Ludwigshafen ein und ersetzt damit teilweise fossile Ressourcen. Der Anteil des recycelten Rohstoffs wird anhand eines Massenbilanzverfahrens bestimmten im Verbund hergestellten Produkten zugeordnet. Ein unabhängiger Auditor prüft die Allokation. Die Produkte, die den Namenszusatz "Ccycled" tragen, haben dem Unternehmen zufolge exakt die gleichen Eigenschaften wie die aus fossilen Rohstoffen hergestellten Produkte. Die Kunden können diese daher auf die gleiche Weise weiterverarbeiten wie konventionell hergestellte Produkte und in Anwendungen einsetzen, die hohe Anforderungen an Qualität und Leistung haben, zum Beispiel Automobilteile, argumentiert der Konzern.

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