Internationaler Award Facility of the Year Award für Pharmaanlage des Jahres

Redakteur: Marion Wiesmann

Seit 2005 kürt der internationale Verband für Pharma-Technik ISPE jährlich eine neue Pharmaanlage zur „Facility of the year“. In diesem Jahr sind drei deutsche und eine schweizerische Anlage in der engeren Wahl.

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Geschlossener Reinraum im Unterdruck im neuen Impfstoffwerk von IDT Biologika in Dessau-Roßlau
Geschlossener Reinraum im Unterdruck im neuen Impfstoffwerk von IDT Biologika in Dessau-Roßlau
( Bild: IDT Biologika )

Tampa/USA – Mit den internationalen Facility of the Year Awards (FOYA) werden jedes Jahr Unternehmen aus der Pharma- und Biotech-Branche ausgezeichnet, die durch Einsatz innovativer Technologien einen hohen Qualitätsstandard erreichen und Produktionskosten senken können.

Der Preis wird von der International Society for Pharmaceutical Engineering (Internationale Gesellschaft für Ingenieurwesen im Pharmasektor, ISPE) verliehen. Die ISPE ist ein weltweit agierender, nicht gewinnorientierter Interessenverband im Bereich Pharmafertigung.

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In diesem Jahr könnte die Auszeichnung an eine Pharma-Anlage in Deutschland gehen. Der Preis wird in einem zweistufigen Verfahren vergeben. In einem ersten Schritt wurden bereits fünf Unternehmen in unterschiedlichen Kategorien gekürt. Die Kategorien sind Process Innovation (Prozessinnovation), Project Execution (Projektausführung), Equipment Innovation (Innovatives Technisches Equipment), Facility Integration (Bestes Integratives Konzept) sowie Energy Efficiency (Energieeffizienz) und Operational Excellence (Produktionsumsetzung). Die Sieger der fünf Kategorien werden Ende März auf der INTERPHEX in Philadelphia (USA) ausgezeichnet.

Gewonnen haben neben dem US-Unternehmen Bristol-Myers Squibb in New Brunswick/USA (Kategorie Equipment Innovation) auch vier Anlagen aus dem deutschsprachigen Raum:

  • Boehringer Ingelheim Pharma, Biberach, Deutschland (Kategorie Facility Integration)
  • IDT Biologika, Dessau-Rosslau, Deutschland (Kategorie Operational Excellence)
  • Pfizer, Illertissen, Deutschland (Kategorie Process Innovation)
  • F. Hoffmann La Roche, Basel, Schweiz (Kategorie Project Execution)

Boehringer Ingelheim Pharma

Das in der Kategorie Facility Integration ausgezeichnete Gebäude von Boehringer Ingelheim Pharma wurde im Januar 2006 am Standort Biberach an der Riss in Betrieb genommen. Um Synergien zu schaffen und eine optimale Kommunikation und Kooperation zwischen den relevanten Disziplinen sicher zu stellen, wurden die Formulierungsentwicklung, das pharmazeutische Technikum für Verfahrensentwicklung und Herstellung klinischer Prüfpräparate, Verpackung & Etikettierung sowie administrative Bereiche in dem Neubau zusammen geführt. Durch ein großes Maß an Flexibilität bei der Planung können viele verschiedene Produkttypen, Chargengrößen, Wirkstärken und Formulierungen bearbeitet werden.

IDT Biologika

Die IDT Biologika wird für sein neues Produktionsgebäude für virale Humanimpfstoffe am Standort Dessau-Rosslau in der Kategorie Operational Excellence ausgezeichnet und damit besonders für effiziente Technologien zur Fertigung von Humanimpfstoffen gewürdigt. Die Produktionsfläche umfasst 4700 Quadratmeter und beinhaltet zwei Produktionslinien.

Pfizer

In der Kategorie Process Innovation wird Pfizer für das Projekt „Newcon” und die damit verbundene Kapazitätserweiterung am Standort Illertissen ausgezeichnet. Die Anlage wurde im Oktober vergangenen Jahres in Betrieb. Die Tablettenproduktion läuft voll automatisiert, gesteuert durch ein Prozessleitsystem. Zur Qualitätssicherung ist in alle Herstellungsphasen PAT (process-analytical technologies) integriert. Durch diese kontinuierliche Kommunikation zwischen Maschinen und Prozessleitsystem werden Verzögerungen vermieden und damit die Effizienz erheblich verbessert.

Roche

Roche wurde für die neue Biotech-Produktionsanlage „Biologics IV“ am Standort Penzberg in der Kategorie Project Execution ausgezeichnet. Die Anlage, in der der Wirkstoff für das Brustkrebsmedikament Herceptin hergestellt wird, wurde unter 19 Projekten aus sechs verschiedenen Ländern wegen seiner außergewöhnlich erfolgreichen Projektausführung ausgewählt. Innerhalb von nur drei Jahren wurde die Biotech-Produktionsanlage entworfen, gebaut und in Betrieb genommen. Aufgrund des extrem engen Zeitplans war eine effiziente und fein abgestimmte Planung und Koordination für das Projekt enorm wichtig.

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