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5-HMF Produktionsprozess AVA-CO2 entwickelt Interface für FDCA Oxidationsrouten

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

AVA-CO2 Schweiz entwickelt seinen bestehenden und patentierten wasserbasierten 5-HMF (5-Hydroxymethylfurfural) Produktionsprozess weiter. Das neu entwickelte Interface erlaubt die Verwendung unterschiedlicher Lösemittel, die auf die Bedürfnisse verschiedener Oxidationsprozesse zur Herstellung von FDCA (Furandicarbonsäure) im industriellen Maßstab zugeschnitten sind.

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PEF wird hergestellt auf Basis von Furandicarbonsäure (FDCA), einem Folgeprodukt von 5-HMF.
PEF wird hergestellt auf Basis von Furandicarbonsäure (FDCA), einem Folgeprodukt von 5-HMF.
(Bild: AVA-CO2 Schweiz)

Zug/Schweiz – Die Weiterentwicklung ermöglicht die flexible Umsetzung industrieller 5-HMF und FDCA Produktionsanlagen und ebnet den Weg zum zukünftigen Einsatz von PEF (Polyethylene Furanoat) in kompetitiven Applikationsmärkten, wie Flaschen oder Folien für Lebensmittelverpackungen.

PEF wird auf Basis von FDCA, einem Folgeprodukt von 5-HMF, hergestellt und in Zukunft aufgrund der verbesserten Produkteigenschaften, wie zum Beispiel besserer Gasbarrieren, höherem Modulus oder des tieferen Schmelzpunktes, sowie seiner Nachhaltigkeit, erdölbasiertes PET (Polyethylenterephthalat) ersetzen. AVA-CO2 sieht neben Flaschen und Folien für Lebensmittelverpackungen ein zusätzliches Potenzial neue Märkte zu erschließen, welche bisher weder durch PET noch durch andere Kunststoffe bedient werden konnten. PEF-basierte Produkte eignen sich u.a. auch für den Einsatz in den Bereichen Kosmetik, Körperpflege, Reinigungsmittel oder Medizinaltechnik.

Fehlendes Bindeglied zur großtechnischen Herstellung von FDCA und PEF

Der von AVA-CO2 entwickelte und patentierte wasserbasierte Prozess zur kostengünstigen industriellen Herstellung der biobasierten Plattformchemikalie 5-HMF ist skalierbar und stellt das bisher fehlende Bindeglied zur großtechnischen Herstellung von FDCA und PEF dar. Die Weiterentwicklung des bestehenden Prozesses erlaubt es in Zukunft neben Wasser auch andere unterschiedliche Lösemittel, wie z.B. Essigsäure, einzusetzen. Damit ermöglicht AVA-CO2 die Nutzung unterschiedlicher bestehender oder zukünftiger FDCA Oxidationsprozesse auf Basis von 5-HMF. Der neue Prozess ermöglicht beispielsweise auch den Einsatz von 5-HMF als „drop-in“ in bestehenden PTA Produktionsanlagen.

2019 ist die Aufnahme der 5-HMF / FDCA Produktion in einer Industrieanlage mit einer Kapazität von 120 000 t FDCA pro Jahr vorgesehen. In einer ersten Phase werden ab 2019 30 000 t FDCA für spezifische PEF Anwendungen hergestellt. Erste PEF Verpackungen auf Basis von 5-HMF sollen 2016 gemeinsam mit global tätigen Partnern aus der Wertschöpfungskette produziert, getestet und vorgestellt werden. Eine erste Platzierung am Finanzmarkt für das Engineering der Produktionsanlage wurde bereits abgeschlossen.

„Die Weiterentwicklung des bestehenden, hoch-effizienten AVA-CO2 5-HMF Produktionsprozesses ist ein weiterer wichtiger Meilenstein. Durch diesen Schritt sind wir der weltweiten Markteinführung von nachhaltigen und wettbewerbsfähigen PEF-basierten Verpackungslösungen einen großen Schritt näher gekommen“, erklärt Thomas M. Kläusli, CMO und Mediensprecher von AVA-CO2.

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