Sicherheitsgerichtete Steuerung

Automatisierte Chemieparklogistik mit einer integrierten sicherheitsgerichteten Steuerung

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Dass sich ein solches „Aus-einem-Guss-Konzept“ von Leitsystem und PLT-Schutzeinrichtung schon bei der Implementierung auszahlt, lässt sich ablesen am Beispiel einer einfachen UZ-Sicherheitsfunktion zur Füllstandüberwachung eines Tanks, die dessen Überfüllung verhindert. Um einen effizienten und sicheren Betrieb zu gewährleisten, wirken dabei sicherheitsgerichtete Elemente mit Bedienelementen aus dem Leitsystem zusammen. Während die Konfiguration dieser Sicherheitsfunktion in einer durchgängigen Yokogawa-Systemumgebung nur drei wesentliche Arbeitsschritte erfordert, ist die Anbindung eines Drittanbieter-Sicherheitssystems deutlich aufwändiger.

Dabei muss zunächst die Modbus-Schnittstelle eingerichtet und dann die entsprechende Datenverarbeitung im Leitsystem konfiguriert werden. „Durchschnittlich benötigen wir je Sicherheitsfunktion bei Prosafe-RS weniger als ein Drittel der Zeit, die eine Modbus-Anbindung bei einer externen Sicherheitslösung erfordert“, schätzt Bagsik. Bei knapp 1000 Sicherheitsfunktionen, wie sie derzeit für die Endausbaustufe bei den Hafenbetrieben geplant sind, ist das ein ansehnlicher Zeitvorteil.

Drastisch sinkende Fehlerrate

Außerdem sinkt die Fehlerrate bei automatischem Datentransfer von der S-SPS ins Leitsystem drastisch. Erwiesenermaßen ist nämlich menschliches Versagen verantwortlich für rund 80 Prozent aller sicherheitsrelevanten Fehler – und das beginnt schon bei Engineering und Konfiguration. Auch von zu vielen Schnittstellen hält Bagsik nichts: „Sie sind immer ein Pflegefall.“

Sukzessive lösten seit 2007 neue Sicherheitssteuerungen und aktuelle Sicherheitskonzepte die Altsysteme der Hafenbetriebe ab. Frühere Insellösungen verschwanden, und die Anlagen wurden in das neu entstehende, umfassende Sicherheitsnetzwerk eingebunden. Die Sicherheitstechnik wurde dabei überwiegend entsprechend dem Safety Integrity Level 3 (SIL 3) ausgelegt, in einigen Teilbereichen auch als SIL 2.

Inzwischen sind neben den Be- und Entladeeinrichtungen sowie dem Transportnetzwerk für Gas und Chemikalien 15 Tanks eingebunden. Bagsik schätzt, dass im Laufe der nächsten beiden Jahre auch die restlichen Tanks folgen werden. Dafür werden insgesamt sieben Sicherheits-Steuereinheiten (S-SPS) eingesetzt. Alle Bedienfunktionen laufen in der Messwarte zusammen, wo sich auch ein Tableau befindet, über das die manuelle Notabschaltung einzelner Anlagenteile erfolgen kann.

„Eigentlich ist die Einführung der sicherheitsgerichteten Steuerungen hier bei den Hafenbetrieben gar kein klassisches Projekt mehr, sondern eine kontinuierliche Zusammenarbeit“, erläutert Peter Exo, Key Account Manager von Yokogawa. Um in solchen Fällen ständig und unmittelbar präsent zu sein, unterhält Yokogawa seit nunmehr drei Jahren im Chemiepark Marl eine eigene Niederlassung. Diesen engen Kontakt schätzt Thomas Bagsik: „Auch abseits der großen Projekte ist unsere Automatisierungstechnik in ständigem Wandel begriffen. Da hilft es, kompetente Ansprechpartner vor Ort zu haben.“

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