Automation 2008 Automatisierer trafen sich zum Erfahrungs- und Wissensaustausch beim Kongress Automation 2008

Redakteur: Frank Jablonski

Lösungen für die Zukunft verspracht der erste Kongress Automation 2008. Doch geändert hat sich nur Name und Rhythmus, ansonsten trafen sich in Baden-Baden die Elite der Mess- und Automatisierungstechnik in den Prozessindustrien.

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Während der Vorträge herrschte Ruhe im Bereich der Ausstellungen, doch in den Pausen reges Treiben.
Während der Vorträge herrschte Ruhe im Bereich der Ausstellungen, doch in den Pausen reges Treiben.
( Bild: jab )

Baden-Baden - Mit dem Rückenwind u.a. der Namur-„Empfehlung“ wurde aus dem im zweijährigen Rhythmus stattfindenden GMA-Kongress der jährlich ausgerichtete Kongress „Automation“. Fachliche Träger der Veranstaltung sind die VDI/VDE Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik, der ZVEI und die Namur. Etwa 300 Experten der Automatisierungstechnik hatten im letzten Jahr nach Baden-Baden gefunden, um sich in Vorträgen und Diskussionen auszutauschen. In diesem Jahr sind es bereits 60 mehr, das neue Konzept scheint zu funktionieren.

Doch wie steht die Automatisierungsbranche in Deutschland da? Mit einem Zuwachs bei der Automatisierungstechnik im letzten Jahr von 15% und elf Prozent Wachstum in der Sensor-Branche nicht allzu schlecht, sollte man meinen. Auch die im Vorfeld des Kongresses befragten Fachleute blicken in der großen Mehrheit positiv in die Zukunft. Hervorgehobenes Thema in der Umfrage vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und der GMA in diesem Jahr sind die Produktionsverlagerungen ins Ausland: „ In der Presse ist häufig davon zu lesen, dass sich im Ausland besser produzieren lässt. Unsere Untersuchungen sprechen eine andere Sprache“, betont GMA-Vorsitzende Professor Gerald Gerlach. Die Kalkulation vieler Firmen sei schlicht zu blauäugig, denn nicht nur die reinen Personalkosten spielen eine Rolle, sondern auch Produktqualität und ausbleibende Produktivitätssteigerungen. Innerhalb von fünf Jahren kämen daher viele der „Flüchtigen“ wieder zurück.

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Gleiches betont Dr. Steffen Kinkel, Leiter des Competence Centers „Industrie- und Service beim ISI. „Wir müssen deutlich unterscheiden zwischen marktorientierten Verlagerungen und kostenorientierte Verlagerungen.“ Letztere hätten zu einem großen Prozentsatz im Nachinein Probleme. „Die Betreuung vor Ort, Anlaufzeiten bis zur sicheren Produktion und die mangelnde Flexibilität im Ausland werden oft unterschätzt.“ Auf der anderen Seite kann durch technische und organisatorische Prozessinnovationen am deutschen Standort die Produktivität um 20 bis 30 Prozent gesteigert werden. Diese Potenziale werden aber bei Standortvergleichen selten berücksichtigt. „Ein wesentliches Element solcher Prozessverbesserungen sind Investitionen in die Automatisierungstechnik“, so Kinkel. Muss eine Firma gar den Rückzug antreten, könnten noch einmal 50% der Kosten entstehen, die bei der Verlagerung angefallen waren.

Ausblick auf die Automation 2009

Doch bei allen weltmarktpolitischen Überlegungen ist jetzt schon klar, das nächste Treffen findet statt am 16./17. Juni 2009 – wieder in Baden-Baden. Der Automatisierungskongress wird abermals neben der VDI/VDE-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) auch vom ZVEI-Fachverband Automation und der Namur unterstützt. „Die gute Resonanz zeigt, dass die neue Ausrichtung positiv angenommen wird“, erklärt Professor Gerlach, „mit dem jährlichen Rhythmus passt sich der Kongress der Dynamik und Relevanz der Branche an.“ Auf der begleitenden Fachausstellung, die es auch 2009 wieder geben wird, präsentieren über 20 Unternehmen innovative Produkte und Dienstleistungen. Veranstalter des seit 1993 stattfindenden Branchentreffs ist das VDI Wissensforum.

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