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Wirbelschichtanlagen/Coater

Auf den Materialfluss kommt es in der Pharmaproduktion an

| Autor: Anke Geipel-Kern

Glatt Granulationslinie (WSG Pro 60, VG Pro 200) und Handlingsequipment (CS 50 Saugfördersystem, Hubsäule, Container, Sieb)
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Glatt Granulationslinie (WSG Pro 60, VG Pro 200) und Handlingsequipment (CS 50 Saugfördersystem, Hubsäule, Container, Sieb) (Bild: Glatt)

Erst der Materialfluss macht eine Pharmaproduktion perfekt: Ob vertikal, horizontal mit Containment oder konventionell – Pharmazeutische Prozessanlagen werden erst durch den perfekten Materialfluss sicher. Wie Glatt den Trend zur integrierten Systemlösung gestaltet.

In Pharmaunternehmen ist Glatt als Marke ein Begriff, man sieht sich selbst als Nummer 1 und steht in Geschäftsbeziehung mit den Top Pharmaunternehmen der Welt. Wirbelschichtanlagen und Coater made in Binzen stehen in 90 Prozent aller Pharmabetriebe. Viel Reklame braucht das Unternehmen da nicht mehr zu machen – Wirbelschicht, Coater und Granulationslinien sind deshalb die Vorzeigeprodukte, die auch im Unternehmen entsprechend präsent sind.

Materialhandling rückt in den Fokus

Weniger stark im Fokus der Vertriebsaktivitäten steht momentan das Thema Materialhandling, obwohl die Binzener ein ausgereiftes Portfolio an Hubsäulen, Containment Klappensysteme, Con­tainermischern und Reinigungsanlagen aufzuweisen haben. Doch das soll sich nun grundlegend ändern. „Materialhandling bietet Glatt zusätzliches Potenzial und soll nun am Markt auch als eigene Produktgruppe verstärkt positioniert werden“, erklärt Erich Nussbaumer.

Erich Nussbaumer: „Materialhandling gehört bei der Planung von Pharmaanlagen von Anfang an mit dazu, erst dann kann man für den Kunden die höchste Prozesssicherheit erzielen.“
Erich Nussbaumer: „Materialhandling gehört bei der Planung von Pharmaanlagen von Anfang an mit dazu, erst dann kann man für den Kunden die höchste Prozesssicherheit erzielen.“ (Bild: Glatt)

Der Maschinenbauer ist ganz frisch auf seinem Posten als Business Development Materialhandling bei Glatt und angetreten, um weitere Marktpotenziale zu erschließen und dieses Geschäftsfeld weiter auszubauen.

Prozesssicherheit von Anfang an

„Materialhandling gehört bei der Planung von Pharmaanlagen von Anfang an mit dazu, erst dann kann man für den Kunden die höchste Prozesssicherheit erzielen“, betont er. 23 Jahre Berufserfahrung in der Pharmabranche hat Nussbaumer, davon 20 Jahre im internationalen Vertrieb von Handlingsystemen.

Mit Materialfluss ist er also vertraut und mit den Anforderungen, die Pharmaproduktionen an moderne Systeme richten. Gefragt seien integrierte Systeme, betont er – idealerweise aus einer Hand, wie Glatt es dank seiner Expertise auch im Verbund mit der Dresdner Tochtergesellschaft Glatt System Technik bieten kann. Schon bei der Planung gehört der Materialfluss mit durchdacht.

Erst wenn die logistischen Abläufe vom Rohstoffhandling bis zur Verpackung effizient eingebunden werden, entsteht ein rundes für den Kunden optimiertes Gesamtkonzept. „Die Hauptkriterien des Produktehandlings werden im wesentlichen durch die Art des Materialflusses, den Automatisierungsgrad und die Stufe des Containments bestimmt“, erklärt Nussbaumer.

Dieses Know-how in den Markt zu tragen, ist künftig die Aufgabe des Business Development Experten ebenso, wie das Ohr am Kunden zu haben und neue Produktentwicklungen anzustoßen. Das Portfolio dazu ist da.

Neues Design stärkt den GMP-Gedanken

Ob Systeme für den vertikalen oder horizontalen Materialfluss, mit Containment oder ohne – es bleiben keine Wünsche offen, dank der Dresdner Tochter, die schon früh, im Jahr 1992, die Bedeutung von Handlingsystemen für das Systemgeschäft von Glatt erkannte. Seitdem ist das Portfolio kontinuierlich gewachsen und immer wieder an den Stand der Technik angepasst worden.

So werden die hydraulisch arbeitenden Hubsäulen demnächst durch elektrische ergänzt. „Gemeinsam mit einem allgemeinen Re-Design der Systeme, stärken wir damit den GMP-Gedanken weiter“, betont der Business Developer. Ein zusätzliches Plus kommt noch on Top: Die neue Antriebstechnik macht die Bedienung der elektrischen Hubsäulen noch einfacher.

Eine weitere Entwicklung zahlt auf den Trend der Zukunft ein: Die digitale Prozesskette soll auch das Produkthandling sicherer machen und menschliche Irrtümer verhindern. Barcodes gibt es ja schon länger, aber nun sollen RFID-Chips an Produktbehälterböden und Handlingsystemen z.B. die Rückverfolgbarkeit vom Wareneingang bis zum fertigen Arzneimittel gewährleisten. „Für große Pharmahersteller ist das heute bereits ein wichtiger Teil der Spezifikation“, erklärt Nussbaumer.

Immer im Trend: Containment

Echter Dauerbrenner ist das Thema Containment. Nahezu 80 Prozent der Wirkstoffe, die zu Tabletten, Pellets oder Kapseln verarbeitet werden sind hochaktiv, erfordern also geschlossene Systeme bis zum OEB-Level 5 für die kontaminationsfreie Entleerung von Con­tainern, für die Glatt das Containmentklappensystem TKS entwickelt hat.

Die Material-Handling-Familie bei Glatt ist groß geworden in den letzten Jahren: Einwaagesysteme, Hubsäulen zur Beschickung von diversen Prozessanlagen wie z.B. HSM, WSG, Tablettenpressen etc., Siebmühlen, Mischsysteme für Fässer und Con­tainer, eine große Vielfalt von Reinigungsanlagen für Kleinteile, Fässer und Container, Lager- und Transportbehältnissen wie Fässer und Container bis hin zur Beschickung von Verpackungsmaschinen für Arzneimittel in der festen Darreichungsform. Und das wird sowohl für vertikalen als auch horizontalen Materialfluss realisiert.

Vertikaler oder horizontaler Produktfluss

Bei vertikaler Anordnung treibt die Schwerkraft den Produktfluss über mehrere Ebenen. Die einzelnen Prozessstufen werden entweder direkt miteinander gekoppelt oder sind durch Container mit Dockstationen zum Befüllen oder Entleeren verbunden. Fließt das Produkt horizontal nutzt man Überdruck- bzw. Vakuumtransportsysteme und/oder Hubeinrichtungen. Beide Varianten haben ihre Vorteile, betont Nussbaumer. Die vertikale Variante ist schonend und spart Energie, braucht aber eine entsprechende Raumhöhe. Die horizontale Anordnung der Prozesskomponenten ermöglicht schnelle Produktwechsel und der Betreiber kann flexibel unterschiedliche Verfahrensvarianten realisieren.

Da ohne Automatisierung auch in der Feststoffproduktion kaum noch etwas geht, entwickeln und planen die Spezialisten von Glatt natürlich auch komplette, nach den Wünschen der Kunden strukturierte Pakete für Steuerungs- und Informationssysteme.

„Wir folgen dabei der Philosophie der ‘Integrated Process Solutions’ aus einer Hand“, sagt Nussbaumer. Und auch durch die enge Zusammenarbeit mit Glatt Ingenieurtechnik in Weimar punkten die Handling-Experten mit weltweiter Erfahrung im Engineering und der Auslegung von pharmazeutischen Produktionen. Am Ende profitiert so der Kunde.

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