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Leitsysteme

Anwenderfreundliche Leitsysteme: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Ein modernes Leitsystem muss die Quadratur des Kreises beherrschen: Nutzer erwarten intuitives Arbeiten, müssen aber immer komplexere Anlagenstrukturen managen, gleichzeitig sollen die Informationen leicht zugänglich sein. (Bild: Fotolia)
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Ein modernes Leitsystem muss die Quadratur des Kreises beherrschen: Nutzer erwarten intuitives Arbeiten, müssen aber immer komplexere Anlagenstrukturen managen, gleichzeitig sollen die Informationen leicht zugänglich sein. (Bild: Fotolia)

Die Aufgaben sind komplexer, die Teams bunter und die Technologien breiter geworden: Das Umfeld von Leitsystemen hat sich drastisch gewandelt. Der Anspruch ist jedoch der gleiche geblieben – prozesstechnische Anlagen sollen sicher, einfach und optimal gefahren werden.

Schlagworte wie Operational Excellence, Energieeffizienz oder Sicherheit verdrängen in der gegenwärtigen Diskussion fast die eigentlichen Herausforderungen der Leittechnik. Ganz oben steht die mit der IT-Wandlung der Leittechnik und den gegenwärtigen Architekturen gegebene Komplexität der Installationen. „Die Gradwanderung zwischen erforderlicher automationstechnischer Stabilität und der seit Jahren zu beobachtenden Abhängigkeit von der IT-Welt bringen oft neue Unwägbarkeiten und damit Anwenderprobleme mit sich“, so die Erfahrung von Herbert Fittler, Consultant bei Honeywell Process Solutions. Systemtechnischer Sachverstand sowie detaillierte Kenntnisse über Netzwerke und Betriebssysteme sind daher ein Muss.

„Hauptaufgabe eines Leitsystems ist es die Produktivität der Anlage über den gesamten Lebenszyklus zu optimieren“, beschreibt Christian Dittrich, Head of Marketing & Promotion Simatic PCS7 die eigentlich Aufgaben. Dafür muss es die für die Entscheidungen notwendige Information optimal vermitteln, mehr entlasten und intuitives Arbeiten ermöglichen.

„Um Produkte schneller an den Markt zu bekommen, müssen Projektlaufzeiten reduziert und die Qualitätssicherung optimiert werden; die Effizienz der Arbeitsabläufe im Engineering muss hierfür deutlich erhöht werden“, so Dittrich. Für ihn wird zudem die Aufmerksamkeit für Betriebs- und IT-Sicherheit sowie für den Umweltschutz weiter steigen.

Bedarf an Informationen nimmt zu

Deutlicher Nebeneffekt: Der Bedarf an Informationen aus dem gesamten Produktionsprozess nimmt zu. Damit die Daten aus dem Prozess, über die beteiligten Automationskomponenten, oder über Qualität und betriebliche Logistik, nicht zu Datenmüll werden, bleibt laut Fittler nur eins: „Diese müssen zeitgerecht und kontextbezogen aufbereitet und als direkt nutzbare Betriebsinformation bereitgestellt werden.“ Allerdings stehe man damit erst am Anfang.

Hinzu kommen Techniken wie Feldbus, Hart, Electrical Integration sowie die Einbeziehung von Safety und Feldgerätemanagement. Dies verlangt einen größeren Datenaustausch zwischen den Tools.

„Der „Single Point of Data Entry“ ist nach wie vor das angestrebte Optimum, was aber durch die notwendige Integration neuer Technologien und Bereiche zunehmend schwieriger wird“, stellt Gregor Kilian, Leiter Sales und Marketing Control Technologies der ABB Automation, ernüchtert fest. Die Dominanz von PC-Technik und die Einbindung der Tools in Firmennetzwerke tut ein Übriges. Dadurch sind sicherheitstechnische Maßnahmen wie Virenbekämpfung, Firewalls etc. nötig, welche die Komplexität weiter erhöhen.

Ergänzendes zum Thema
 
Anwenderumfrage: Was will der Anwender wirklich?
 
Sich in der Bedienumgebung zu Hause fühlen: Umgang mit verschiedenen Systemen

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