Leitsysteme

Anwenderfreundliche Leitsysteme: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

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Was gibt es Neues?

Die Hersteller arbeiten intensiv daran, dass die Anwender von der Komplexität möglichst wenig mit bekommen. „Zwar werden spezielle Ankopplungen oder Detailfunktionen immer noch vom Fachpersonal mit Kenntnissen über Netzwerke und Betriebssoftware gelöst werden, aber der eigentliche Nutzer im Betrieb, der Planer, Betreuer oder Bediener sollte von der Thematik der komplexen Systemstrukturen mehr als bisher entlastet werden“, beruhigt Fittler.

Ähnlich verhält es sich mit der Benutzerfreundlichkeit der funktionellen Inhalte für die Planung und Installation. Zwar gibt es immer noch die Forderung nach anwender- oder gar projektspezifischen Funktions- und Bedienelementen, aber das Angebot solider, handhabbarer und funktionsgerechter Bibliotheksstandards dürfte die Richtung vorgeben, so Fittler. „Auf diesem Weg kommt der internationalen Standardisierung von Strukturen, Funktionen in gängigen Bausteinen sowie von Bedienkonzepten und -objekten eine wesentliche Bedeutung zu. Der Weg dorthin mag noch lang und schwierig sein, ist aber ohne Alternative.“

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Engineering-Arbeitsabläufe parallelisieren

Siemens treibt aktuell Entwicklungen voran, um das Engineering von Comos (Produktionsanlage) und Simatic PCS 7 (Automatisierung) stärker zu integrieren. Die Arbeitsabläufe im Engineering vom Design bis zum Betrieb lassen sich dadurch stärker parallelisieren. „Daneben haben wir mit Totally Integrated Automation die Basis geschaffen, um intelligente elektrische Geräte einfach in die Leittechnik zu integrieren, um eine einfache und schnelle Inbetriebsetzung zu ermöglichen“, so Dittrich. Simatic PCS 7 baut konsequent auf ein hochverfügbares Feldbuskonzept mit Profibus PA (inkl. Profisafe) oder Foundation Fieldbus.

Eine interessante Entwicklung bei der DeltaV Version 11.3 ist das Electronic Marshalling. „Aufgrund der hierbei eingesetzten Charm I/Os sind Rangierverteiler, wie sie in beinahe allen Prozessanlagen zum Einsatz kommen, nicht mehr nötig“, erklärt Fatih Denizer, Sales Support Engineer Process Systems & Solutions bei Emerson Process Management. Damit wird der Aufwand – wie Schrankdesign, Planung, Verkabelung, Inbetriebnahme – um ein Vielfaches vereinfacht.

Rockwell setzt auf Standards wie S88 und PackML, um Anlagen optimal zu strukturieren, zu projektieren und zu betreiben. „Inwieweit diese Funktionen in der Leit–und Automatisierungstechnik anwendbar sind, hängt von der Qualität der Umsetzung und der Integration ab. Das Ergebnis können jedoch Anlagen, insbesondere Hybridanlagen sein, die ein- und dasselbe Bedienkonzept über alle Maschinen hinweg nutzen“, so Nohr.

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