Antriebstechnik

Antriebssysteme sicher überwachen durch Differenzstrommessung

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Die Nutzung mehrerer Geräte mit aktiven Messverfahren ist daher keine Alternative. Die besondere Herausforderung bei einem solchen Messsystem ist, es umrichtergerecht zu bauen. Das bedeutet, die Messtechnik so abzustimmen, dass beispielsweise die Taktfrequenz des Frequenzumrichters in der Erfassung nicht dazu führt, Fehlmessungen anzuzeigen und zu alarmieren, wenn kein Isolationsfehler vorliegt. Diese Aufgabenstellung ist nicht ganz einfach, da bei jeder Drehzahländerung und in Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten und vom verwendeten Gerät, dessen Einstellungen sowie der Kabellänge und -typ sich kapazitive Ableitströme ausbilden, die systembedingt sind, und keinen Isolationsfehler darstellen.

Erfasste Signale auswerten

Das Auswerten und vor allem das Interpretieren des erfassten Differenzstromsignals ist dann die eigentliche Herausforderung, um dem Betreiber permanent verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen. Den aktuellen Anlagenzustand bekommt der Anwender in Form eines Analogwertes von 4...20 mA übermittelt. Damit sind alle Möglichkeiten gegeben, eine anwenderspezifische Auswertung aufzubauen.

Bildergalerie

Die Nutzung der Intelligenz im Frequenzumrichter steht hierbei als vorteilhafte Variante zur Verfügung, die den Anwender von aufwändigeren Lösungen im Leitsystem befreit. Dabei wird das Analogsignal auf einen Analogeingang des Frequenzumrichters geführt und dieser mit wenigen Parametern so programmiert, dass beispielsweise eine Warnmeldung oder auch ein Gerätestop bei einer vom Anwender definierten Schwelle erfolgt.

Die Differenzstromüberwachung mit der Bezeichnung RCMB20- bzw. RCMB35-500-01 versorgt sich über die vom Frequenzumrichter bereitgestellten 24 VDC. Das RCMB20/35 ist auf einem passenden Montagehalter vor dem Netzanschluss des Frequenzumrichters positioniert. Der Verdrahtungsaufwand ist mit vorgefertigten vier Adern gering, die Montage durch lediglich zwei Befestigungsschrauben im Handumdrehen erledigt.

Das RCMB20/35 kann auch von einer anderen Spannungsquelle versorgt, und das Analogsignal übergeordnet verarbeitet werden. Auch eine Auswertung per Profibus über den Frequenzumrichter ist denkbar, wenn das Signal auf dessen Analogeingang geführt ist und der Frequenzumrichter die Anbindung besitzt. Eine erfahrene Elektro-/Mess- und Regelfachkraft bewältigt die Integration schnell und ohne Expertenhilfe.

Fazit

Es besteht mit dem RCMB die Möglichkeit, den Zustand des Antriebsstranges über den Frequenzumrichter, das optionale Ausgangsfilter, die Motorleitungen und nicht zuletzt den Motor selbst im Hinblick auf sich ankündigende Isolationsfehler im TN- bzw. Erdschluss im IT-Netz einfach und effektiv zu überwachen. Somit eignet sich das Modul besonders für Chemieanlagen. Die Lösung ist mit unterschiedlichen Komponenten und zwei Standardgehäusen des aktuellen Lieferprogramms der Firma Bender für die Verwendung bei VLT-Frequenzumrichtern bis 75 kW verfügbar. Auch das Monitoring kleinerer Anlagenteilbereiche ist möglich.

* Der Autor ist Director Solution Sales EMA, Danfoss GmbH, VLT Drives EMA, Offenbach.

(ID:42380917)