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Alles aus einer Hand: Anlagenbau ohne störende Schnittstellen „Made in Germany“

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Ausgewählte Referenzen der EPC Group
Ausgewählte Referenzen der EPC Group
(Quelle: EPC Group)

Auf welchen Tätigkeitsfeldern ist das Unternehmen unterwegs? Von Polymeren & Fasern über Chemie, Pharma- & Feinchemie, Erneuerbare Energien, Technische Gase und Biotechnologie bis hin zu Industrieanlagen – auch hier spiegelt sich die breite Aufstellung und die Flexibilität der Unternehmensgruppe wider (s. Tabelle). Schwächelt ein Bereich, hat man sofort weitere Pfeile im Köcher. So sei z.B. das Ende des Biodiesel-Booms, von dem man Mitte der 2000er-Jahre kräftig profitiert habe, kein Problem gewesen, erklärt Jens Henkel. Und Tim Henkel stellt fest: „Wir haben viele Marktbegleiter kommen und wieder gehen gesehen, die sich nur auf ein Feld konzentriert haben.“

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Modular – wo es Sinn macht!

Und wie sieht die Führungsriege bei EPC die aktuellen Trends im Anlagenbau zu Modularisierung und Digitalisierung? „Sicher spielt die Modularisierung eine zunehmende Rolle“, bestätigt Jens Henkel, das würden auch aktuelle Gespräche mit großen Chemieunternehmen zeigen. Allerdings gibt es ein Für und ein Wider, schränkt er ein. Wo Modularisierung machbar ist, beispielsweise im Bereich der Spezialchemie, machen wir es.“ Doch es gäbe Grenzen: „Im Großanlagenbau, für Basischemikalien und Commodities, wo wir über Kapazitäten von mehreren zehntausend Jahrestonnen sprechen, sollten wir nicht darüber nachdenken.“

Nebenbei bemerkt: Modularen Anlagenbau praktiziert EPC bereits seit 2009, in einer eigenen Fertigungsstätte in Wurzen bei Leipzig. Also lange bevor das überhaupt zum Trendthema wurde. „Bei kryogenen Anlagen beispielsweise zur LNG-Aufbereitung haben wir schon containerisierte Bauweise nach dem Plug & Play- Prinzip eingesetzt, als andere noch nicht davon geredet haben, so Tim Henkel. „Hier sehen wir weiterhin großes Potenzial.“

Digitalen Planungstools gehört die Zukunft

Auch das Thema Digitalisierung verfolgt man bei EPC aufmerksam – so hat man vor Jahren die digitale Anlagendokumentation mit Comos und PDMS eingeführt und sieht in digitalen Planungstools klar die Zukunft. Allerdings sei Stand heute auf Kundenseite noch häufig eine abschreckende Haltung festzustellen, wenn diese hören, dass dafür ein Betrag X zu bezahlen sei. „Noch bedeutet das einen gewissen Mehraufwand, und wenn ein Kunde nur das Basic-Engineering bezahlt, können wir keine 3D-Planung machen“, konstatiert Tim Henkel. „Viele Anbieter sehen das momentan noch zu wenig aus der Brille des Anwenders. Auch gibt es noch nicht das eine Tool, das den digitalen Zwilling optimal und durchgängig abbilden könnte.“ In fünf bis zehn Jahren werde das jedoch Standard sein, ist sich Tim Henkel sicher.

Fazit: Die in der Einleitung aufgestellte Behauptung „Die EPC Group kann!“ findet der Leser hoffentlich bestätigt. Das Traditionsunternehmen lebt Engineering im wahrsten Sinne des Wortes – und zwar durch und durch. Da überrascht es nicht, dass Jens Henkel abschließend ein Plädoyer für den Nachwuchs hält: „Man muss die Jugend wieder für die technischen Berufe begeistern. Wer kann schon sagen: Ich habe heute eine Idee im Kopf, zeichne diese morgen auf Papier und ein Jahr später steht eine große Anlage. Diese Kreativität bietet einem nur der Ingenieursberuf.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Über den Autor

Dr. Jörg Kempf

Dr. Jörg Kempf

Chefredakteur, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik