Wasserbehandlung Adsorptions-Technik entfernt unerwünschte Kontaminanten aus dem Wasser

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Thomas Schmidt, Dipl.-Ing. Dominic Sabo, Guido Eggers und Dipl.-Ing. Dieter Lichtblau / M.A. Manja Wühr

Die Firma BWT Wassertechnik und das SGS Institut Fresenius haben gemeinsam eine Adsorptions-Technik entwickelt, um dem Wasser die unerwünschten Kontaminanten Süßstoffe und nicht-relevante Metabolite zu entziehen.

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Bewasorb-Anlage
Bewasorb-Anlage
(Bild: Fresenius/BWT)

Moderne Chromatographiesysteme und Massenspektrometer sind heute so leistungsfähig, dass sie im Wasserkreislauf anthropogene Stoffe auch noch im Spurenbereich unterhalb der vom Gesetzgeber zulässigen Grenzwerte nachweisen. Problematisch ist, dass immer mehr Menschen bestehende Grenzwerte allein nicht mehr akzeptieren. Sie stellen speziell an das Lebensmittel Wasser höchste Ansprüche an die Reinheit, Hygiene und Natürlichkeit.

Um welche Stoffgruppen geht es bei den ‚unerwünschten Kontaminanten‘? Im Fokus der öffentlichen Diskussion stehen zum einen künstliche Süßstoffe und zum anderen die so genannten nicht-relevanten Metabolite (nrM). Bei den Süßstoffen handelt es sich vor allem um Acesulfam-K, Na-Cyclamat, Sucralose und Saccharin. Diese Substanzen werden als Zusatzstoffe in Lebens- und Futtermitteln verwendet. Da diese Stoffe biologisch schwer abbaubar sind, passieren sie den menschlichen und tierischen Organismus sowie Kläranlagen und Bodenschichten nahezu unverändert.

Wirkstoffe von Pflanzschutzmitteln werden hingegen bei der Bodenpassage biologisch umgesetzt. Als Abbauprodukt können u.a. die nicht-relevanten Metabolite entstehen. Von Bedeutung sind Metabolite von Chloridazon, S-Metolachlor, Metazachlor, Dimethachlor sowie Tolylfluanid.

Weder für Süßstoffe noch für nrM existieren Grenzwerte. Die nrM besitzen weder eine pestizide Wirkung, noch ein pflanzenschutzrechtlich relevantes human- oder ökotoxisches Potenzial. Aufgrund der fehlenden Datenbasis ist eine Festlegung auch nicht möglich. Die Bewertung für nrM erfolgt deshalb nach dem Vorsorge-Konzept der gesundheitlichen Orientierungswerte (GOW) für nicht bewertbare Stoffe des Umweltbundesamtes.

Unter dem Begriff Spurenstoff wird im Allgemeinen eine Konzentration im Mikrogramm pro Liter [µg/l]-Bereich verstanden (die Tendenz geht zu Nanogramm pro Liter [ng/l]). So ist beispielsweise für Süßstoffe mit heutiger Analysentechnik die Bestimmungsgrenze auf 0,02 µg/l (20 ng/l = 20 x 10-9 g/l) gesunken. Um eine Vorstellung von dieser Messempfindlichkeit zu bekommen: Man müsste ein Stück Würfelzucker in dem Fassungsvermögen eines 28 km langen Güterzuges auflösen.

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