Anbieter zum Thema
? Wer sind die Plagiateure?
Zimmermann: Häufigster Hersteller oder Auftraggeber von Plagiaten sind mit 71 Prozent Wettbewerber. Von Kunden und Lieferanten als Plagiateure müssen bereits 23 Prozent bzw. 18 Prozent leidvoll berichten.
? Durch welche Methoden eignen sich die Fälscher das nötige Know-how an?
Zimmermann: Die Informationsbeschaffung, das Know-how für Piraterieprodukte, beschaffen sich die genannten Hersteller vor allem durch Reverse Engineering. Reverse Engineering kann das gezielte Zerlegen einer Maschine oder das Analysieren des Sourcecodes einer Software sein, mit dem Ziel der Extraktion von Prozesswissen oder Produktions-Know-how. Reverse Engineering nennen über 70 Prozent der Unternehmen als Ursache, den Know-how-Abfluss durch z.B. (ehemalige) Mitarbeiter nennen knapp ein Drittel der Betroffenen, Industriespionage immerhin 15 Prozent.
? Warum genügen rechtliche Schutzmaßnahmen nicht um Produktpiraterie zu verhindern?
Zimmermann: Rechtliche Maßnahmen zum Schutz von Produkten und Know-how greifen erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wer auf Schutzrechte verzichtet, kann jedoch gegen die Täter kaum vorgehen. Zudem werden trotz des hohen Schadens und einer stetig wachsenden Bedrohung durch Produktpiraterie und Know-how-Abfluss präventive Maßnahmen nur unzureichend genutzt. Den Unternehmen ist zudem die Implementierung oft zu kompliziert und es besteht die Angst, auf das falsche Pferd zu setzen. Der Mehrwert von rechtlichen Maßnahmen, technischen Lösungen und Konzepten, um Produktpiraterie und Know-how-Abfluss vorzubeugen, ist nicht einfach zu ermitteln. Der spezifische Nutzen wird oft erst im konkreten Anwendungsfall und in Bezug auf die eigene Situation berechenbar.
(ID:43024611)