Helmholtz-Cluster 860 Millionen Euro Förderung für Wasserstoff-Modellregion in NRW

Redakteur: Alexander Stark

Das Forschungszentrum Jülich soll im Rheinischen Revier ein Helmholtz-Cluster für nachhaltige und infrastrukturkompatible Wasserstoffwirtschaft, kurz HC-H2, aufbauen. Das Leuchtturmprojekt wird im Rahmen des Investitionsgesetzes Kohleregionen über einen Zeitraum von etwa 17 Jahren mit rund 860 Millionen Euro durch das Bundesforschungsministerium gefördert.

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Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich haben eine Lösung entwickelt, Wasserstoff einfach, sicher und kostengünstig anzubieten: Mit dem LOHC-Flüssigspeicher lässt er sich als Kraftstoff und Energiespeicher erschließen.
Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich haben eine Lösung entwickelt, Wasserstoff einfach, sicher und kostengünstig anzubieten: Mit dem LOHC-Flüssigspeicher lässt er sich als Kraftstoff und Energiespeicher erschließen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Jülich – Das Rheinische Revier soll von der Kohleregion zur Wasserstoffregion avancieren. Um die Transformation schnellstmöglich voranzubringen wurde das Helmholtz-Cluster HC-H2 ins Leben gerufen.

Das HC-H2 soll einen starken Impuls für die Entwicklung des Rheinischen Reviers und darüber hinaus des gesamten des Industriestandorts Nordrhein-Westfalen zu einer Wasserstoff-Modellregion mit europäischer Strahlkraft geben. Zu diesem Zweck soll das Cluster innovative Technologien für die Produktion, Logistik und Nutzung von grünem Wasserstoff erforschen, entwickeln und großskalig demonstrieren. Forschung und Entwicklung, Technologiedemonstration in realen Anwendungsszenarien sowie Einbindung innovativer Technologien in bestehende Infrastrukturen greifen im HC-H2 ineinander und ermöglichen neue Wertschöpfung in der Region. Das Rheinische Revier soll damit als attraktiver Standort für innovative Energie-Unternehmen, Industrieansiedlungen und Gründer gestärkt werden. Es sollen neue Arbeitsplätze unterschiedlichster Qualifikationsprofile entstehen.

Fokus liegt auf schneller Umsetzung

Im Zentrum der Forschung stehen Technologien, die auf bereits existierende oder schnell und günstig installierbare Infrastrukturen für die Lagerung und den Transport von Wasserstoff zurückgreifen. Dies soll die rasche Umsetzung im großen Maßstab ermöglichen. Ein Beispiel ist das vorhandene Erdgasnetz, das sich auch zum Transport von Wasserstoff nutzen lässt. Daneben konzentriert sich das HC-H2 auf flüssige oder leicht verflüssigbare Wasserstoffträger, die sich ähnlich wie konventionelle, fossile Brennstoffe handhaben lassen. So lässt sich Wasserstoff beispielsweise chemisch in Form von Methanol oder anderen Alkoholen sowie Ammoniak speichern. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Optimierung und Skalierung der LOHC-Technologie sein. Dabei wird Wasserstoff an organische Trägerflüssigkeiten gebunden. Diese lassen sich etwa mit Tankschiffen oder Tanklastern transportieren und in Tanklagern speichern. Die bestehende Infrastruktur für flüssige Kraftstoffe kann so weiter genutzt werden.

Als Kern des HC-H2 wird ein H2-Innovationszentrum etabliert, in dem das Forschungszentrum Jülich seine breite Wasserstoff-Expertise einbringen soll und sich mit Partnern vernetzt. Im Forschungszentrum selbst wird das neue Institut für Nachhaltige Wasserstoffwirtschaft (INW) gegründet. Entscheidend ist den Projektbeteiligten zufolge der Brückenschlag in die Anwendung: Rund um den Kern innovationsgetriebener Forschung wird deshalb eine H2-Demonstrationsregion etabliert. Im gesamten Rheinischen Revier werden Demonstrationsprojekte und -anlagen in relevanter Größenskala geplant und aufgebaut; sie sollen die entscheidenden Impulse geben, damit aus dem Cluster unternehmerisches Engagement für eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft erwächst.

Ein wesentlicher Auftrag des Clusters soll darin bestehen, die Wasserstoffaktivitäten der Region miteinander zu verbinden und relevante Partner aus Forschung, Industrie, Verbänden und Kommunen einzubeziehen. Damit diese Aktivitäten auch räumlich leicht zusammenfinden können, soll die Arbeit des HC-H2 überwiegend außerhalb des Campus des Forschungszentrums stattfinden; sein Institut für Nachhaltige Wasserstoffwirtschaft will das Forschungszentrum Jülich im Brainergy Park in Jülich aufbauen.

Der Aufbau des Helmholtz-Clusters wurde im letzten Jahr im Rahmen der Bund-Länder-Einigung zum Kohleausstieg beschlossen. Das HC-H2 soll als großangelegtes Forschungs- und Innovationscluster den Strukturwandel im Rheinischen Braunkohlerevier vorantreiben und so dazu beitragen, dass der Ausstieg aus der Kohleverstromung und der Aufbau eines neuen Energiesystems klimaschonend, wirtschaftlich, versorgungssicher und sozialverträglich gelingen kann.

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