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Power-to-Heat-Contracting 12 Schritte zum Erfolg

| Autor / Redakteur: Tobias Assmann* / Wolfgang Ernhofer

Power-to-Heat-Contracting bietet Wärmeverbrauchern Zusatzerlöse – Bei Power-to-Heat-Anlagen im Contracting-Modell finanziert und vermarktet ein Contractor den Elektrodenkessel, der bei einem Wärmeverbraucher errichtet wird. Dieses Modell ist vor allem deshalb vorteilhaft, weil der Contractor alles, von der Konzeption bis zur Vermarktung im Regelleistungsmarkt, übernimmt. Unternehmen erwirtschaften so Zusatzgewinne ohne Eigeninvestment.

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Power-to-Heat-Contracting kann einem Unternehmen ungeahnte Zusatzerlöse einbringen.
Power-to-Heat-Contracting kann einem Unternehmen ungeahnte Zusatzerlöse einbringen.
(Quelle: Enerstorage)

Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass zeitnah regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden sollen, um Stromüberschüsse im Wärmemarkt sinnvoll zu nutzen. Nicht erst seitdem ist Power-to-Heat ein zunehmend diskutiertes Thema in der deutschen Energiewirtschaft. Im industriellen Maßstab von >5 MW elektrischer Leistung wird Strom mithilfe von Elektrodenkesseln zu Heißwasser oder Dampf gewandelt. Erste Projekte wurden dabei in kommunalen Fernwärmenetzen und seit 2014 auch an Industriestandorten umgesetzt.

Im heutigen regulatorischen Umfeld basiert das Power-to-Heat-Contracting Geschäftsmodell auf der Vermarktung von Elektrodenkesseln im Regelleistungsmarkt. Für die Netzfrequenz und damit den kurzfristigen Ausgleich von Stromerzeugung und -verbrauch sind in Deutschland die Übertragungsnetzbetreiber verantwortlich. Diese schreiben den Regelleistungsbedarf nach den Regularien der Bundesnetzagentur zentral über eine gemeinsame Internetplattform aus. Wenn zu viel Strom im Netz ist, können die Übertragungsnetzbetreiber die schnell und präzise regelbaren Power-to-Heat-Anlagen einschalten und damit fossil erzeugten Dampf verdrängen. Daher sind diese ideal für die dedizierte Erbringung von Regelleistung geeignet.

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Zusatzerlöse erschließen und sofort profitieren

Elektrodenheizkessel werden insbesondere in den skandinavischen Ländern traditionell zur stationären Dampferzeugung eingesetzt, da der Ausbau der Wasserkraft zu niedrigen Strompreisen geführt hat. Es gibt eine langjährige Erfahrung und eine Vielzahl von Referenzanlagen, die seit über 20 Jahren im Dauerbetrieb laufen. Ein Elektrodenheizkessel wird mit der Mittelspannung zwischen 5 und 20 kV betrieben, die elektrische Nennleistung liegt zwischen 5 und 50 MW. Je nach Auslegung kann sowohl Dampf, als auch Heißwasser erzeugt werden.

Die Wärmeerzeugung erfolgt über den definierten Stromfluss zwischen den Mittelspannungselektroden durch das Wasser des inneren Kesselkörpers. Die Leistung wird über dessen Wasserstand geregelt: Je größer die Benetzung der Elektroden mit Wasser, desto größer ist die Leistung. Die Leitfähigkeit des Wassers wird mithilfe von Natronlauge entsprechend den Kesselanforderungen konditioniert – 60 µS/cm im Betrieb.

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