Power-to-Heat-Contracting

12 Schritte zum Erfolg

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Durch den Betrieb in Wechselspannung ist die Gefahr einer Elektrolyse äußerst gering. Diese wird durch die gewählte Form der Elektroden weiter reduziert, da so eine großflächige und gleichmäßige Stromabgabe über die gesamte mit Wasser bedeckte Oberfläche gewährleistet ist. Der erzeugte Sattdampf mit bis zu 30 bar kann, sofern erforderlich, in einem zweiten Schritt mit einem Niederspannungs-Erhitzer überhitzt werden. Mit einem Durchmesser von etwa drei Meter und einer Höhe von etwa acht Meter haben Elektrodenheizkessel sehr kompakte Abmessungen. Auch wenn zur Minimierung der Schnittstellen zum Bestand ein eigenes Kesselhaus errichtet wird, ist dieses mit einer Größe von 6 m x 6 m x 8 m problemlos in die meisten Bestandsanlagen integrierbar.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

Grundsätzlich ist die Teilnahme am Regelleistungsmarkt sowohl für präqualifizierte Erzeuger als auch für industrielle Verbraucher möglich, sofern diese hochverfügbar sind und die Energie sinnvoll nutzen.

Als Einsatzgebiete für Power-to-Heat-Contracting kommen Industriestandorte in Betracht, deren Mittel- oder Niederdruck-Dampfverbrauch – maximal 30 bar – kontinuierlich die Mindestlast der Dampferzeuger um mindestens 20 t/h übersteigt. Die Dampferzeuger müssen in maximal fünf Minuten um diese Leistung reduziert werden können. Vorteilhaft ist zudem eine Stromeigenerzeugung (> 5 MW) am Standort, da dadurch meists Kostensynergien beim Netzanschluss gehoben werden können. Darüber hinaus sollte der Standort über Speisewasser mit einer Leitfähigkeit von maximal 10 µS/cm verfügen, um den Energieverlust durch Abschlämmung zu begrenzen.

Beitrag zur Energiewende

Mit Power-to-Heat-Contracting werden für Industriestandorte sofort nachhaltige Zusatzerlöse erschlossen, ohne selbst investieren zu müssen. Darüber hinaus bietet das Modell noch zahlreiche weitere Vorteile. Neben der ökonomisch und ökologisch sinnvollen Nutzung von Stromüberschüssen wird durch den Beitrag zur Erhaltung der Netzstabilität die Voraussetzung für die Abschaltung der fossilen Must-Run-Anlagen – insbesondere Braunkohle – geschaffen und damit ein wichtiger Beitrag zur Energiewende geleistet. Zudem kann eine Power-to-Heat-Anlage als Notversorgung bei Ausfall der Dampferzeugung helfen. Im Zuge einer Partnerschaft mit einem Spezialisten werden ferner oftmals weitere Erlöspotenziale durch die Vermarktung von Flexibilität der Bestandsanlage erschlossen. Nicht zuletzt werden fossile Brennstoffe eingespart und CO2-Emissionen vermieden.

* * Der Autor ist Geschäftsführer bei Enerstorage, München. Kontakt: Tel. +49-89-122899872

(ID:42950136)