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Yokogawa legt sich auf den Wireless-Standard ISA100.11a fest

| Redakteur: Frank Jablonski

Integration von Funklösungen bei Yokogawa. (Bild: Yokogawa)
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Integration von Funklösungen bei Yokogawa. (Bild: Yokogawa)

Die Verantwortlichen bei Yokogawa haben die 5. Europäische User-Konferenz in Amsterdam genutzt, um die Entscheidung für einen der beiden großen Wireless-Standards zu verkünden.

Harry Hauptmeijer, der europäische Yokogawa-Chef, setzt voll auf den Wireless-Standard ISA100.11a: "Die Anwender haben sich in der ISA100.12-Spezifikation für eine Konvergenz ausgesprochen und daher besteht kein Bedarf für eine nachträgliche Kompatibilität mit WirelessHART, da es gegenwärtig keine bedeutende installierte Basis gibt. (Lesen Sie hier das Interview in voller Länge.)

Somit nutzt Yokogawa Deutschland im Rahmen ihres VigilantPlant-Konzepts für die Prozessautomatisierung nun auch die Möglichkeiten der drahtlosen Kommunikation. Beispielsweise führen die drahtlosen Feldgeräte zusätzliche bzw. nur temporär erforderliche Messungen durch. Die Daten sind über das Leitsystem zum Beispiel für ein verbessertes Plant Asset Management bzw. bei zeitweilig erhöhtem Informationsbedarf, etwa während einer Inbetriebnahme, verfügbar.

Mit den neuen, drahtlos operierenden Geräten, die seit kurzem auf den Markt sind, sieht sich Yokogawa in der Rolle des Wegbereiters für den effizienten, zukunftssicheren Einsatz dieser Technologie. Es sind die ersten Geräte, die dem neuen Industriestandard ISA100.11a für drahtlose Kommunikation entsprechen, an dessen Entstehung das japanische Unternehmen selbst entscheidend mitgewirkt hat. Neben einem Transmitter zur Messung von Druck, Füllstand und Durchfluss umfasst das neue Sortiment einen Temperatursensor sowie einen vielfältig integrierbaren Gateway für Sensornetzwerke.

Die funkbasierten Feldgeräte würden einem breiten Spektrum von Anforderungen im Bereich der Automatisierung gerecht, zeigen sich Experten von Yokogawa überzeugt. Um immer höhere Anlagenproduktivitäten zu ermöglichen, wird Yokogawa in Zukunft weitere drahtlos kommunizierende Instrumente entwickeln, die sowohl die Überwachung als auch die Steuerung und Regelung industrieller Prozesse erlauben. Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen das Ziel, neue digitale Feldnetzwerke zu entwickeln, die drahtlose und kabelgebundene Technologien verknüpfen.

Vorteile und Perspektiven der Drahtlos-Technologie

Verschiedene Vorteile zeichnen drahtlose Kommunikationstechnologien aus und lassen sie für die Anbindung von Feldgeräten ebenso wie für Leitsystemanwendungen besonders geeignet erscheinen. Dazu gehören:

1. Niedrigere Kosten für das Engineering, speziell aufgrund der nicht erforderlichen Verkabelung;

2. Die Möglichkeit, Feldgeräte auch an mit Kabeln schwer erreichbaren Orten zu installieren;

3. Verbesserte Anlagensicherheit infolge umfassender und dennoch kostengünstiger Nutzung der Online-Diagnose von Geräten.

Trotz dieser Vorteile haben Drahtlos-Netzwerke bisher nur in sehr begrenztem Umfang Eingang in die industrielle Automatisierung gefunden. Ursachen dafür sind vor allem die hohen Anforderungen hinsichtlich Zuverlässigkeit, Echt-zeit-Antwortfähigkeit, Unempfindlichkeit gegenüber Witterungseinflüssen und der explosionssicheren Ausführung.

Als weiterer Vorbehalt kam bis vor kurzem das Fehlen eines Industriestandards für die drahtlose Kommunikation von Feldgeräten hinzu. Inzwischen hat sich dies ge-ändert: Im September 2009 hielt der ISA100.11a-Standard Einzug in die Industrieautomation und bietet nun eine verlässliche Grundlage für:

1. Hochgradig zuverlässige Kommunikation,

2. Breite Anwendbarkeit,

3. Verbesserte Flexibilität und Erweiterbarkeit der Netzwerke,

4. Hohe Kompatibilität zu existierenden, kabelgebundenen Systemen.

Die neuen drahtlos operierenden Feldgeräte auf der Grundlage des ISA100.11a-Standards ergänzen die Palette der Yokogawa-Lösungen in den Bereichen Sensorik, Steuerung und Regelung sowie Informationstechnik. Die Verantwortlichen bei Yokogawa gehen davon aus, dass sie künftig wichtige Beiträge zum Automatisierungskonzept VigilantPlant leisten werden, in dessen Rahmen Yokogawa die Zielvorstellung eines idealen Produktionsbetriebs verwirklichen will. Gleichzeitig trägt die neue Drahtlos-Technologie dazu bei, dass Anwender Betriebszustände klar und frühzeitig erkennen und so zügig und angemessen reagieren können, kurz: Operational Excellence zu erreichen.

Das Gerätekonzept der Wireless-Produkte

1. Anwendbar für Überwachung, Diagnose und Prozessführung

Bidirektionale digitale Netzwerke entsprechend dem ISA100.11a-Standard erlauben eine abgesicherte Übertragung von Produktionskenngrößen, Diagnosedaten von Geräten und Parametern zwischen den Feldgeräten und dem Leitsystem bis hin zu Anwendungen der Manufacturing Execution (MES)- und Enterprise Resource Planning (ERP)-Ebene. Solche Drahtlos-Systeme sind geeignet für die Statusüberwachung, für Gerätediagnosen sowie Steuer- und Regelaufgaben.

2. Alternative Energiequellen

Die Drahtlos-Feldgeräte sind für eine Energieversorgung mit explosionsgeschützten Batteriesätzen ausgelegt, die auch in Gefahrenbereichen einfach und risikolos aus-getauscht werden können. Yokogawa plant zusätzlich, eine wartungsarme Alternative zur Energieversorgung für diese Geräte zu entwickeln.

3. Neue Technologie als Ergänzung existierender Systeme

Im vollen Bewusstsein eines partnerschaftlichen Verhältnisses zu seinen Kunden sorgt Yokogawa bei jeder Neuentwicklung für maximale Kompatibilität zu den bereits bei den Kunden vorhandenen Installationen und Systemen, um auf diese Weise den Wert dieser Kundeninvestitionen zu erhalten. Dies gilt auch für alle neuen, drahtlos operierenden Geräte.

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