Thermografie Wie Thermografie der Industrie bei Instandhaltung und Prozessüberwachung hilft

Redakteur: Sonja Beyer

Defekte Komponenten in einer Anlage können für Unternehmen nicht nur kostspielig werden, sondern auch die Mitarbeiter in der Produktion gefährden: z.B. wenn Geräteüberlastungen einen Brand auslösen. Deshalb ist die präventive Instandhaltung sowie die regelmäßige Wartung von Maschinen ganz entscheidend. Wärmebildkameras spüren dabei Schwachstellen schnell und kostensparend auf.

Anbieter zum Thema

Alles in Ordnung im Schaltschrank? Eine Wärmebildkamera beantwortet diese Frage schnell. (Bild: Testo)
Alles in Ordnung im Schaltschrank? Eine Wärmebildkamera beantwortet diese Frage schnell. (Bild: Testo)

Besäße der Mensch wie einige Schlangen ein Grubenorgan und damit die Fähigkeit, Wärmestrahlung im Infrarot-Bereich (Wellenlängen über 750 nm) wahrzunehmen, könnte er salopp gesagt Temperaturen sehen. Weil für das menschliche Auge allerdings bei 750 nm Schluss ist, übernehmen diese Aufgabe Thermografiekameras mit Infrarot-Sensor. Die Sensoren können z.B. in Dampfkreisläufen der Prozessindustrie Schwachstellen entdecken, die sich durch Temperaturanomalien bemerkbar machen. Beispiel: Kondensatableitung. Ordnungsgemäß arbeitende Ableiter, die entstehendes Kondensat aus dem System entfernen sollen, zeigen im Wärmebild einen deutlichen, klar abgegrenzten Temperaturabfall zwischen Inlet und Outlet. Besitzen jedoch Zu- und Ableiter eine niedrige Temperatur, ist die Armatur wahrscheinlich im geschlossenen Zustand ausgefallen, sodass Kondensat Ableiter und Zuleitung zu füllen beginnt. Gefährlich, denn das Risiko von Dampfschlägen steigt, die Rohrhalterungen abreißen oder gar Behälter aufreißen lassen können. Auch der umgekehrte Fall, ein defekter geöffneter Ableiter wird für den Betreiber unangenehm: Zwar arbeitet das System noch, verliert aber Energie, weil der Ableiter Dampf in die Kondensatleitung entweichen lässt und damit die Kosten in die Höhe treibt. Im Thermogramm ist das an einer gleich hohen Temperatur von Inlet und Outlet herauszulesen. Ganz ähnlich „sieht“ die Wärmebildkamera auch bei Dampfleitungen, Wärmetauschern und Heizkesseln schnell, ob sie ihren Dienst ordnungsgemäß verrichten.

Und auch in der Petrochemie, wo die meisten Prozesse sehr hohe Temperaturen beanspruchen, hat die Thermografie großen Nutzen. Schadhafte Wärmedämmung in petrochemischen Anlagen führt nicht nur dazu, dass die Primärenergiekosten rasant in die Höhe schnellen, sondern ganz schnell auch zu schwerwiegenden Prozessstörungen, die die Qualität des Endproduktes erheblich mindern. Zusätzlich lassen sich mit der Methode auch teure und gefährliche Gaslecks detektieren: So kann z.B. die Flir GF320 entweichendes Methan oder andere flüchtige organische Verbindungen aufspüren. Aber nicht nur, um Prozesse zu überwachen, auch um unerwünschte Zündquellen ausfindig zu machen und Folgeschäden rechtzeitig einen Riegel vorschieben zu können, eignen sich die Wärmebildkameras: Laufen Motoren heiß oder gibt es im Schaltschrank Probleme? Mit einer Wärmekamera wird schnell augenfällig, wo und welche Bauteile atypisch heiß sind. Deshalb ist die Thermografie auch in der Elektronik sehr beliebt: Kameras von Fluke, die hier im Einsatz sind, untersuchen z.B. elektrische Bauteile, Schaltkreise und Baugruppen auf Fehler, Defekte und Lötschwachstellen.

Der Charme der Thermografie gegenüber alternativen Messverfahren liegt in ihrer einfachen Durchführbarkeit: Der Betrieb muss dafür nicht unterbrochen werden, und weil die Methode berührungslos funktioniert, sind auch schwer zugängliche Stellen keine Hürde. Außerdem ermöglichen die aufgezeichneten Thermogramme eine visuelle Fehlerdokumentation sowie einen langfristigen Zeitreihenvergleich von Anlagenzuständen

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:24936070)