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Vereinfachtes Engineering und Anschluss an Leittechnik
Entscheidenden Einfluss auf den praktischen Nutzen moderner Motormanagementlösungen hat natürlich auch die einfache Einbindung in die Schalttechnik sowie in die Steuerungstopologie. Durch die Möglichkeit der Modbus-Kommunikation erweitert das Motormanagementgerät sein Einsatzspektrum. In Verbindung mit seinem kompakten Aufbau findet die Lösung auch Platz in Motor Control Centern (MCC) mit und ohne Einschubtechnik. Ergänzend zum Basisgerät gibt es einen zusätzlichen Bedienbaustein, der komfortabel in die MCC-Front integriert werden kann.
Über Modbus lassen sich im laufenden Betrieb die relevanten Parameter verändern, z.B. das Auslöseverhalten, der Motornennstrom, ein Stromgrenzwert usw., und umfangreiche Diagnoseinformationen abfragen. Die eigentliche Parametrierung mit der Software Simocode ES erfolgt jedoch direkt am Gerät – anders als bei Verwendung von Profibus/Profinet, wo auch von zentraler Stelle die Parametrierung erfolgen kann.
Die Handhabung erweist sich jedoch in beiden Fällen als besonders komfortabel, nämlich in Verbindung mit dem Engineering Framework „TIA Portal“. Durch den in der Software Simocode ES V13 für „TIA Portal“ integrierten Grafikeditor lassen sich Schaltanlagen und Motor Control Center entsprechend schnell und übersichtlich parametrieren und in Betrieb nehmen. Dabei sind Motorsteuer- und Schutzfunktionen sowie die Funktionen des Steuerstromkreises durch integrierte Steuerfunktionen realisiert.
Ein Vorteil, den Praktiker ebenfalls zu schätzen wissen ist die Tatsache, dass die Geräteparametrierung per Drag & Drop eine kompakte Dokumentation aller eingestellten Parameter erlaubt und sogar die grafische Online-Darstellung samt aller Signalzustände im laufenden Betrieb möglich macht.
Neben der eigentlichen Automatisierungsaufgabe lassen sich eine Reihe wichtiger Diagnosemeldungen wie Warnungen, Störungen, Meldungen, Motorbetriebsstunden, Motorstarts, Fehlerprotokolle, Fehlerhistorie, Trends und Messkurven abrufen. Besonders einfach ist die Implementierung in das Prozessleitsystem Simatic PCS 7 oder aber in Simatic PDM, das Werkzeug zur herstellerneutralen Geräteintegration von Siemens.
Intelligenter Baustein für effizienten Anlagenbetrieb
Fazit: Der hohe Funktionsumfang und die umfangreiche Datenbereitstellung der Motormanagementgeräte machen sie zu einem wichtigen Element im Motor Control Center. Diese Einsatzbreite wird dadurch weiter erhöht, dass die Geräte viele geforderte Zulassungen besitzen wie UL, CSA und CCC. Selbst für explosionsgeschützte Bereiche sind die Geräte zertifiziert und können deshalb Motoren der Zündschutzart EEx e und EEx d zuverlässig schützen. Entsprechende Unterlagen wie Zertifizierungen, Datenblätter, aber auch CAx-Daten stehen beim Hersteller zum Download zur Verfügung, was das Engineering nach dem Vorbild von „Planning Efficiency“ weiter unterstützt. Schließlich muss ein modernes Motormanagement in jeder Hinsicht flexibel einsetzbar – und kommunikationsfähig – sein.
* Der Autor ist Mitarbeiter der Siemens AG, Division Digital Factory, in Fürth.
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