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Modularer Aufbau erhöht Flexibilität
Letztendlich ist es dem Anwender überlassen, welche Kommunikation – Modbus RTU, Profibus DP oder Profinet – er verwendet. Entscheidend ist, dass das Motormanagement detaillierte Betriebs-, Service- und Diagnosedaten aufzeichnet und übermittelt. Beispielsweise liefert das zugehörige Strom-/Spannungserfassungsmodul Werte bis zu 820 A bzw. bis zu 690 V. Dadurch stehen Leistungs- und Energiewerte zur Verfügung, die zusätzlich für ein Energiemanagement genutzt werden können und so zur Erhöhung der Transparenz beitragen.
Das Grundgerät Simocode Pro V mit der neuen Modbus RTU-Kommunikation gibt es wie die anderen Gerätevarianten auch für die Spannungen DC 24 V und AC/DC 110 bis 240 V. Es besitzt vier Ein- und drei Ausgänge sowie in Verbindung mit weiteren Digitalmodulen einen erweiterten Leistungsumfang von maximal zwölf Ein- und sieben Ausgängen.
Charakteristisch für dieses flexibel einsetzbare Motormanagement ist gerade diese modulare Erweiterbarkeit: Art und Anzahl der binären Ein- und Relaisausgänge lassen sich mit entsprechenden Digitalmodulen schrittweise erhöhen. In der Praxis können dadurch zusätzliche Prozesssignale ein- oder ausgegeben werden. Auch extern versorgte binäre Eingänge lassen sich damit nachrüsten sowie bistabile Relaisausgänge anfügen. Wichtig: Der Schaltzustand der Relaisausgänge wird auch nach einem eventuellen Ausfall der Versorgungsspannung beibehalten.
Ergänzend zur Standardautomatisierung kann Simocode Pro auch mit fehlersicheren Zusatzmodulen bestückt werden. Während es für Profisafe eine eigene Gerätevariante gibt, bietet sich beim Betrieb des Motormanagementgeräts mit Modbus-Kommunikation die Lösung mit dem fehlersicheren Digitalmodul DM-F Local an, durch das die fehlersichere Abschaltung erfolgt. Um die Anwendungsvielfalt entsprechend der erforderlichen Sicherheitsanwendungen zu erreichen, lassen sich die gewünschten Funktionen direkt am Safety-Modul einstellen. Die fehlersicheren Sensoren oder fehlersicheren Ausgänge der Steuerung werden dabei direkt mit dem Zusatzmodul verdrahtet.
Präzise Erdschluss-Überwachung
Der modulare Aufbau gehört neben dem erheblichen Leistungsumfang von Simocode Pro zweifelsohne zu den großen Vorteilen des Motormanagementsystems. Beispiel: Trotz der integrierten Erdschlusserkennung gibt es für das Motormanagementgerät ein Zusatzmodul, das mithilfe eines Summenstromwandlers besonders feinfühlig misst und damit auch einen schleichenden Erdschluss erkennen kann. In Kombination mit dem Differenzstromwandler 3UL23 beträgt die Messgenauigkeit der Erdschlusserkennung ±7,5 Prozent. Folglich werden die eingestellten Grenzwerte entsprechend gut überwacht, was die Gefahr von Fehlauslösungen aufgrund von Messfehlern minimiert.
Im Motormanagement selbst können Vorwarn- und Auslöseschwellen in einem sehr weiten Bereich von 30 mA bis 40 A definiert werden. Erkennt das Gerät eine Abweichung von den eingestellten Werten, obliegt es dem Betreiber, die Art der damit verbundenen Aktion zu definieren bzw. zu programmieren. Das kann ein sofortiger Stillstand sein, aber auch eine gewünschte Verzögerungszeit beinhalten, während der Fehlerströme ausgeblendet werden, was sich vor allem bei Motoranläufen positiv auswirkt. Die ordnungsgemäße Funktion des separaten Erdschlusses wird durch die permanente Selbstüberwachung bestätigt. Dies gilt nicht nur für das Basisgerät, sondern auch für den Differenzstromwandler, der kontinuierlich auf Drahtbruch und Kurzschluss überwacht wird.
Auch für die Temperaturüberwachung gibt es Zusatzmodule, die eine noch exaktere Darstellung des Ist-Zustands ermöglichen. So kann parallel zum Thermistor-Motorschutz im Basisgerät ein zusätzliches Temperaturmodul für bis zu drei Temperatursensoren (z.B. PT100, PT1000) angereiht werden. Einzelne Wicklungstemperaturen, aber auch die Erwärmung der mechanischen Komponenten wie Lager, Getriebe und Kühlmittel lassen sich so konsequent beobachten, was letztendlich positive Auswirkungen auf den Betrieb, den Service und damit für die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen hat. Das bedeutet: Auf einfache Weise lässt sich mit einem leistungsfähigen Motormanagement die Vorstufe zu einem umfassenden Condition Monitoring realisieren.
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