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Baustellen-Management Wie Sie das Einsparpotenzial auf ihrer Baustelle ausschöpfen

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Nicht nur auf der Baustelle gibt es Optimierungsbedarf. Vernünftiges Baustellenmanagement fängt bereits bei Planung und Beschaffung an. Das war eine wichtige Quintessenz eines VDMA-Informationstages zur Frage, wie man eine Baustelle effizient managen kann.

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Großbaustellen, wie der Bau des Kraftwerks Datteln, erfordern ein besonders durchdachtes Baustellenmanagement. (Bild: Hitachi Power Europe)
Großbaustellen, wie der Bau des Kraftwerks Datteln, erfordern ein besonders durchdachtes Baustellenmanagement. (Bild: Hitachi Power Europe)

Wenn es dem deutschen Anlagenbau nicht gelingt, sich wieder wie vor Jahren üblich als EPC-Komplettanbieter aufzustellen, also das Engineering der Anlage (Planung) und das Procurement (Beschaffung) ebenso anzubieten wie das Construction (Bauausführung), dann schwindet die Wettbewerbsfähigkeit. Dies war auf dem VDMA-Informationstag Baustellenmanagement immer wieder zu hören, von den Vortragenden ebenso wie in den Diskussionsbeiträgen. Offensichtlich hatte der Veranstalter, die Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau, damit einen Nerv der Zeit getroffen – Moderator Volker Stroh konnte rund 140 Teilnehmer begrüßen und kündigte wegen des offensichtlich großen Interesses eine Fortführung im kommenden Jahr an. Eine Erkenntnis des Tages: Dass Anlagenbauer aus Deutschland heute vielfach keine eigenen Leistungen zur Bau- und Montageausführung anbieten – obwohl ein erheblicher Teil der Investoren und Bauherren diese Leistungen aus einer Hand wünschen – hat sich bereits bitter gerächt: Trotz Krise haben beispielsweise südkoreanische Anlagenbauer Marktanteile gewonnen – auch deshalb, weil sie neben dem Engineering das Errichten der Anlagen mit anbieten.

Studie deckt Potenziale auf

Doch der Weg zum EPC-Anbieter kann steinig sein, fehlt es doch an vielen Ecken an Personal und auch an Erfahrung hinsichtlich des Baustellen-Managements. Dabei steckt in der Bau- und Montagephase ein erheblicher Teil der Wertschöpfung von Projekten im Industrieanlagenbau: Erfahrungsgemäß machen im Großanlagenbau die reinen Baustellenkosten rund 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten eines Projektes aus, war in Frankfurt zu hören. Und wenn – wie in einer Gemeinschaftsstudie von ME Management Engineers und der AGAB sich herauskristallisierte – ein effizientes Baustellenmanagement die Kosten des Gesamtprojekts um drei bis fünf Prozent reduziert, kommt da schnell ein Betrag in Höhe von mehreren Millionen Euro zusammen. Besonders hoch werden die Einsparpotenziale übrigens bei Projekten im Chemieanlagenbau eingeschätzt:

Zurück zum Informationstag. Dort wurde klar: Es sind viele einzelne Stellschrauben, die immer wieder nachjustiert werden müssen, um kontinuierlich besser zu werden. Und diese Stellschrauben sind nicht allein auf der Baustelle zu suchen, sondern bereits in den vorgelagerten Bereichen Fertigung und Beschaffung sowie Engineering.

Als Hauptprobleme – und damit auch Kostentreiber – für die Baustelle gelten diese Bereiche:

  • Mangel an qualifiziertem Personal,
  • unzureichend flexibler und sicherer Umgang mit Abweichungen bzw. Veränderungen während der Bau- und Montagezeit,
  • Defizite in der Material-Logistik,
  • verspätete und/oder fehlerhafte Zulieferungen, verbunden mit einer unzureichenden Steuerung von Fertigung und Beschaffung,
  • verspätetes und/oder fehlerhaftes Engineering.

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