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Fernwirktechnik

Wie Fernwirktechnik in der Wasser- und Abwasserwirtschaft hilft

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Die Wasser- und Abwasserwirtschaft kann die Versorgungs- und Entsorgungssicherheit nur mithilfe automatisierter Technik gewährleisten – und dafür sind zuverlässige und flexible Fernwirklösungen erforderlich. Einige Beispiele …

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Am Stammsitz von EnviroChemie werden alle Verbindungen von Kundenanlagen zur Servicezentrale oder zu Servicetechnikern anderer Standorte verwaltet.
Am Stammsitz von EnviroChemie werden alle Verbindungen von Kundenanlagen zur Servicezentrale oder zu Servicetechnikern anderer Standorte verwaltet.
(Bild: Envirochemie)

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, gibt es selten DSL zur schnellen Übertragung von Daten. Trotzdem fallen auch an abgelegenen Orten Messwerte an, die man überwachen möchte. Ein typischer Fall sind einsame Pumpstationen, deren Betrieb rund um die Uhr kontrolliert werden muss – mit Fernwartungsroutern eWON von Wachendorff ist das kein Problem. Per SIM-Karte und fester IP-Adresse hält das kompakte System den Kontakt zur Außenwelt. Per Web-Browser und nach Eingabe der IP-Adresse und eines Passwortes erreicht der Betreiber seinen Router und holt sich alle relevanten Werte der einsamen Pumpenstation auf den Bildschirm.

Ob Hochwasser oder Stromausfall: der Fernwartungsrouter zeigt diese Begebenheiten nicht nur an, sondern protokolliert sie auch. Auf diese Weise werden zudem die Pumpenlaufzeiten aufgezeichnet, um Wartungsintervalle einzuhalten. Im Alarmfall sorgt der Router für das Absetzen einer SMS auf das Handy des diensthabenden Mitarbeiters, so dass eine sofortige Reaktion möglich ist. Falls der Strom ausfallen sollte, sorgt ein Akkupuffer dafür, dass diese Alarm-SMS in jedem Fall noch abgesetzt wird.

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Worauf Betreiber achten sollten

Welche Eigenschaften sollte die Fernwirk-Hardware und -software aufweisen? Die Spezialisten von Schraml empfehlen dem Betreiber auf diese Punkte zu achten:

  • Eine leistungsfähige Fernwirktechnik sollte eine Vor-Ort-Speicherung der Daten (direkt in der Außenstation) inklusive Zeitstempel über mehrere Tage ermöglichen. Diese Funktion sei hinsichtlich der Datensicherheit von hoher Bedeutung, da selbst häufig gewählte Datenübertragungswege wie GPRS Ausfallzeiten aufweisen (z.B. auf Grund von Wartungsarbeiten durch den Netzprovider).
  • Idealerweise ermöglicht die Fernwirkunterstation auch eine intelligente Datenzwischenverarbeitung. Somit können die erfassten Daten bereits an der Außenstation verdichtet und aufbereitet werden. Dies führt zu einer Entlastung der Zentrale und zur verbesserten Störmeldebearbeitung. Darüber hinaus sollte eine Fernwirkstation bei Bedarf auch als Automatisierungsgerät einsatzfähig sein. Dies kann z.B. über den internationalen Standard IEC 61131 erfolgen.
  • Zusätzlich sei bei einem Fernwirksystem die freie Wahl und flexible Kombination der Datenübertragungswege zwischen Außenstation und Zentrale vorteilhaft – z.B. Standleitung, Wählleitung, DSL, GPRS, GSM, UMTS, Zeitschlitzfunk etc. Nicht zuletzt zeichne sich ein anwenderfreundliches Fernwirksystem durch eine durchgängige Konfiguration und Parametrierung der Stationen aus der Zentrale heraus aus. Damit entfalle die Vor-Ort-Parametrierung der Stationen.

Folgende Installation dürfte den genannten Punkten weitgehend entsprechen: Avacon erhielt von der Purena – eines der größten Wasserwirtschaftsunternehmen in Niedersachsen – den Auftrag, die Fernwirktechnik zur Überwachung der Wasserversorgung im Wasserwerk „Rote Bleiche“ in Lüneburg zu erneuern. Dieses Wasserwerk hat die Aufgabe, aus zwei entfernten Brunnengebieten mit 13 Brunnen die Wasserversorgung mit durchschnittlich 1200 m³/h sicherzustellen. Da das Rohwasser von hoher Qualität ist, muss es nur von überschüssigem Eisen, Mangan, Schwefelwasserstoff und natürlicher Kohlensäure getrennt werden. Nach dieser Behandlung wird es in zwei Reinwasserzwischenbehältern von je 2000 m³ gefördert (zum Ausgleich von Abnahmeschwankungen).

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