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Fernwirktechnik

Wie Fernwirktechnik in der Wasser- und Abwasserwirtschaft hilft

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In der Zentrale des Wasserwerkes sind zwei FW-50 (modulare, universell einsetzbare Fernwirkstationen der SAE IT-Systems) als redundante Fernwirkköpfe aufgebaut. Alle Brunnen sind über Standleitungen parallel an beide Fernwirkköpfe geschaltet. Sollte ein Messwert eines Brunnens über den einen Weg nicht aktiv erscheinen, kommt er über den zweiten Weg an den anderen Kopf. Die Köpfe gleichen sich aktiv miteinander ab. Die Hochbehälter sind mit noch umfassenderen Sicherheitsmechanismen angebunden: Hier sind auch die Fernwirkanlagen vor Ort redundant ausgeführt und über getrennte Wege an die Köpfe angeschaltet. Den Hauptweg stellen WT-Modems über Standleitungen, den Nebenweg eine Funkankopplung über GPRS.

Fernwirktechnik-Pilotprojekt der Hamburg Wasser

Die Ausgangslage: Hamburg Wasser verwendet zur Überwachung und Steuerung der abwassertechnischen Einrichtungen ein Leitsystem, das vor allem Pump­werke und die fernbedienbaren Schieber steuert, die ihrerseits den Abwasserfluss zwischen der oberen, örtlichen Kanalisation und dem circa 20 m tiefer liegenden Sammlernetz regeln. Die Anbindung der Fernwirkunterstationen erfolgt zum Teil über ein proprietäres Fernwirkprotokoll via Wählverbindungen. Folglich bestand bislang keine Möglichkeit, Fernwirkkomponenten von Marktbegleitern des Leittechnikherstellers über diese Schnittstelle einzusetzen.

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Im Rahmen eines gemeinsamen Pilotprojekts mit Hamburg Wasser hat Wago ein neuartiges Fernwirktechnik-Gateway (WTG) als offene Schnittstelle zwischen Feld- und Leitebene entwickelt. Nach erfolgreichem Abschluss der Testphase setzt der Hamburger Wasser- und Abwasserspezialist nun zwei dieser Gateways in Kombination mit 19 Fernwirkunterstationen ein – und weitere sollen folgen.

Internetbasierte Fernservice-Anbindung

Envirochemie bietet eine internetbasierte Fernservice-Anbindung an. Die Mehrzahl der Anlagenbaureihen ist seit Jahren dafür vorkonfiguriert. Ab 2015 sind die Flotationsanlagen der Baureihen Flomar und Lugan, die Fällungs- und Filtrationsanlagen Split-O-Mat, die Abwasserbehandlungsbaureihe Envochem, die biologischen Baureihen Biomar und die Membrantechnik Envopur komplett werkseitig für die Fernwartung vorbereitet.

Mehr als 300 Kunden sind per Datenfernleitung erreichbar. Bisher war die Verbindung der Anlagensteuerung beim Kunden zum Servicepunkt der Envirochemie mit unterschiedlicher Hard- und Software individuell geregelt. Um den weiteren Systemausbau abzusichern und den Kunden eine hohe Verfügbarkeit und Datensicherheit zu bieten, wurde im ersten Halbjahr 2015 eine spezielle, zentrale Serveranlage am Hauptstandort Rossdorf eingerichtet. Dort werden alle Verbindungen von Anlagen zur Servicezentrale oder zu Servicetechnikern anderer Standorte verwaltet. Damit erfolgt eine strukturierte Zugriffsverwaltung, Archivierung und Datensicherung der Funktionsvorgänge in der jeweiligen Anlage.

Über die Serveranlage ist es weiterhin möglich, Anlagen untereinander zu vernetzen und Daten aus dem Archivierungssystem Asic Acron oder anderen Datenarchivierungssystemen zentral zu sichern. Envirochemie geht mit dieser IT-Investition auch für die Wasser- und Abwassertechnik einen Schritt in Richtung Industrie 4.0.

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