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Neuausrichtung Wasseraufbereitung: Lanxess trennt sich von Geschäft mit Umkehrosmose-Membranen

Redakteur: MA Alexander Stark

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess stellt sein Geschäft mit Technologien für die Wasseraufbereitung neu auf: Der Konzern konzentriert sich künftig auf das Geschäft mit Ionenaustauschern und will hier vor allem in Märkten für hochwertige Anwendungen wachsen.

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Am Standort Bitterfeld produziert Lanxess Ionenaustauscher der Marke Lewatit zur Wasseraufbereitung.
Am Standort Bitterfeld produziert Lanxess Ionenaustauscher der Marke Lewatit zur Wasseraufbereitung.
(Bild: Lanxess)

Köln – Das Wasseraufbereitungsgeschäft von Lanxess steht vor einer umfassenden Neuausrichtung. So will sich der Konzern von seinem Geschäft mit Umkehrosmose-Membranen trennen und es an den französischen Konzern Suez verkaufen. Beide Unternehmen haben am 15. Juli 2020 eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Unternehmen rechnet damit, dass die Transaktion bis zum Jahresende 2020 abgeschlossen ist. Das Membrangeschäft passe nicht mehr zur strategischen Ausrichtung auf Spezialchemie, begründete Matthias Zachert, Vorsitzender des Vorstands von Lanxess den Schritt.

Die Membranen, die eine wichtige Rolle in der Aufbereitung von Brack- und Meerwasser spielen, stellt der Spezialchemiekonzern am Standort Bitterfeld her. Suez wird die dortige Anlage sowie die Forschungseinrichtungen mit allen Mitarbeitern übernehmen. 2019 hat Lanxess mit diesem Geschäft einen Umsatz im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erwirtschaftet.

Das Geschäft mit Ionenaustauscher-Harzen will das Kölner Unternehmen künftig weiter ausbauen. Der Konzern plant derzeit den Bau einer neuen Produktionsanlage, für die er in den kommenden Jahren zwischen 80 und 120 Millionen Euro investieren will. Insbesondere in zukunftsträchtigen Marktsegmenten will das Unternehmen laut Zachert in diesem Bereich wachsen.

Die neue Ionenaustauscheranlage soll eine Produktionskapazität zwischen 20.000 und 30.000 Kubikmetern haben und innerhalb der nächsten fünf Jahre fertig gestellt werden. Über den genauen Standort wird das Unternehmen in Kürze entscheiden. Bisher stellt der Spezialchemie-Konzern Ionenaustauscher an den Standorten Leverkusen, Bitterfeld und Jhagadia, Indien, her.

Ionenaustauscher leisten in modernen Reinigungsverfahren einen wichtigen Beitrag, etwa in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. In der Halbleiterindustrie spielen sie eine Schlüsselrolle bei der Herstellung von Reinstwasser, das zum Beispiel bei der Mikrochip-Produktion benötigt wird. Durch den Trend zur Elektromobilität besteht auch in der Batterieindustrie eine hohe Nachfrage nach Ionenaustauschern. Mit ihrer Hilfe lassen sich die für die Batteriezellen-Produktion wichtigen Metalle Lithium, Nickel und Kobalt gewinnen. Ionenaustauscher kommen darüber hinaus in der Energieerzeugung, der chemischen Industrie, der Mikroelektronik und in der Trinkwasseraufbereitung zum Einsatz.

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