I/O-System Wago-I/O-System sorgt für unterbrechungsfreien Betrieb im Zementwerk

Autor / Redakteur: Dipl.-Phys. Martin Witzsch / Dr. Jörg Kempf

Für seine Zementwerke fordert Holcim, was die Feldebene betrifft, nicht so sehr Geschwindigkeit oder dezentrale Intelligenz. Gefragt sind vor allem höchste Verfügbarkeit, Flexibilität und – in Teilbereichen – explosionsgeschützte Komponenten. Das Wago-I/O-System ist Teil eines europaweit gültigen Holcim-Standards, der diesen Anforderungen gerecht wird.

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I/O satt! Trotz der schwierigen Einsatzbedingungen arbeiten die Wago-Komponenten zuverlässig.
I/O satt! Trotz der schwierigen Einsatzbedingungen arbeiten die Wago-Komponenten zuverlässig.
( Bild: Wago )

Die Holcim (Schweiz) AG, mit drei Zementwerken der größte inländische Zementproduzent, ist eine Tochtergesellschaft des weltweit tätigen Baustoffkonzerns Holcim Ltd. Mit den Kernbereichen Zement, Kies und Beton versteht sich Holcim als System- und Lösungsanbieter, der auch neue, maßgeschneiderte Zemente und Betonrezepturen entwickelt. Das zwischen Neuenburger- und Genfersee gelegene Zementwerk Eclépens ist mit einer Jahresproduktion von 820 000 Tonnen Zement der wichtigste Holcim-Standort in der Westschweiz. Der markante Drehrohrofen zur Klinkerherstellung ist jahraus jahrein in Betrieb, 24 Stunden am Tag mit einem einzigen technischen Stopp pro Jahr. Das riesige Rohr beeindruckt mit seinen 65 Metern Länge und 4,35 Metern Durchmesser. Bei einer Flammentemperatur von 2000 °C ist die Wärmeabstrahlung schon von Weitem zu spüren.

Holcim achtet auf eine effiziente Nutzung der eingesetzten Energie. Die Abwärme wird zum Vorheizen der Rohmaterialien genutzt und in ein Fernwärmenetz eingespeist. Je nach Verfügbarkeit werden 45 bis 50 Prozent der thermischen Energie durch alternative Brennstoffe, wie Trockenklärschlamm oder Schnitzel von alten Autoreifen erzeugt. Möglich wird dies durch eine zusätzliche Brennkammer. Das Zementwerk erzielt damit eine äußerst günstige Kohlendioxidbilanz. Selbst Lösungsmittel können als Brennstoff genutzt werden. Die Prozesstemperaturen sind so hoch, dass die gefährlichen Substanzen vollständig zu harmlosen Endprodukten verbrennen. Die Stoffe werden bei Anlieferung genau untersucht, um sicherzustellen, dass sie einerseits den komplexen Prozess nicht stören, andererseits auch wirklich vollständig entsorgt werden können.

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Hohe Steuerungskunst für hohe Temperaturen

Dieses delikate Zusammenspiel aus Prozesssteuerung für die unterschiedlichen Rezepturen, Energiehaushalt und Brennstoffanalyse erfordert einen enormen steuerungstechnischen Aufwand. Holcim hat damit die Online Automation SA, Lausanne, beauftragt, die seit 2003 als Wago Solution Provider zertifiziert ist. Spezialisiert auf die Automatisierung von Prozessen und industriellen Maschinen und Maschinen, bietet Online Automation Dienstleistungen in den Bereichen Software Engineering, Elektrotechnik, Instrumentierung und Datenverarbeitung. Daneben entwickelt das Ingenieurbüro Softwareprodukte, z.B. zur Regelung und Optimierung von Zementmühlen.

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