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Fortschritt bei Silicongelen Wacker verleiht Innovationspreise für die Entwicklung neuer Siliconharze

| Redakteur: MA Alexander Stark

Der Münchner Chemiekonzern Wacker hat zwei koreanische Mitarbeiterinnen mit dem Alexander-Wacker-Innovationspreis für die Entwicklung neuer Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen ausgezeichnet. Zudem vergab das Unternehmen den Preis erstmals in der Kategorie Lifetime Achievement für herausragende Entwicklungsleistungen während eines Berufslebens.

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SeungA Lee von Wacker Chemicals Korea erhielt den Alexander-Wacker-Innovationspreis für die Entwicklung neuartiger Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen.
SeungA Lee von Wacker Chemicals Korea erhielt den Alexander-Wacker-Innovationspreis für die Entwicklung neuartiger Siliconharze für Optical-Bonding-Anwendungen.
(Bild: Wacker)

München – SeungA Lee und JungEun Lee sind am Center of Excellence Electronics tätig, einer konzerneigenen Forschungseinrichtung von Wacker in Seoul. Sie entwickelten auf Basis UV-vernetzbarer Silicongele neuartige, maßgeschneiderte Lösungen für den stark wachsenden Markt von hochwertigen, entspiegelten Displayanwendungen. Beim sogenannten Optical-Bonding verbinden Silicongele das dünne Deckglas mit den Schichten darunterliegender Elektronik. Indem dieser Spalt mit einem Gel ausgefüllt und dabei Luft verdrängt wird, lässt sich eine Entspiegelung des Displays erreichen. Für ihre Leistungen in diesem Bereich hat Wacker nun die beiden Mitarbeiterinnen mit dem Alexander-Wacker-Innovationspreis ausgezeichnet.

Silicongele heben sich von anderen, auf organischen Materialien basierenden Systemen durch Ihre Beständigkeit und Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen auch über viele Einsatzjahre ab. Typische Anwendungsgebiete finden sich daher in anspruchsvollen Anwendungen wie den großflächigen Displays von Instrumententafeln, Touch-Screens zur Menüauswahl in Restaurants, Funktionsuhren für Sportler und vor allem in der Automobilindustrie. Über alle Segmentklassen hinweg setzen die Autohersteller inzwischen Displays in zunehmender Anzahl und Größe ein, die mit Silicongelen verbunden sind. Solche Displays sind zur Handhabung moderner Connectivity-Systeme unabdingbar. Zudem eröffnen sich so zusätzliche Möglichkeiten zum Design des Innenraums, etwa in Form der gebogenen (curved) Displays von Armaturenbrettern.

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Bei der Entwicklung UV-vernetzbarer Siliconharze wirkten die Preisträgerinnen eng mit verschiedenen Kunden aus der Elektronikindustrie zusammen und erarbeiteten nach deren Spezifikationen passgenaue Lösungen für unterschiedliche Applikationen. Wie Christian Hartel, Vorstandsmitglied von Wacker Chemie erklärt, ermöglichten sie es dem Unternehmen damit, auf dem hochattraktiven Optical-Bonding-Markt eine führende Position unter den Siliconherstellern einzunehmen.

Insgesamt 30 Teams bewarben sich in diesem Jahr für den Alexander-Wacker-Innovationspreis 2020 – ein neuer Rekord. Zu den Bewerbern, die es unter die Finalisten schafften, gehört auch Amit Paul von Wacker Metroark Chemicals im Großraum Kalkutta. Seinem Team gelang die Entwicklung wasserfreier Silan-Oligomer/Tensid-Mischungen zur Behandlung von Zementmassen. Durch deren Zusatz wird der Zement während der Vermahlung wasserabweisend, wodurch bis zu 50 % der Mahlenergie eingespart werden kann. Dazu verleiht hydrophober Zement Beton- und Mörtelmassen wasserabweisende Eigenschaften.

Für diese und andere Entwicklungen, die Amit Paul in seinen 35 Berufsjahren bei Metroark und seit 1999 beim Joint Venture Wacker Metroark Chemicals gelangen, erhält der indische Chemiker – als erster Mitarbeiter des Konzerns überhaupt – den Alexander Wacker Innovationspreis in der Kategorie Lifetime Achievement.

Zu den Leistungen von Amit Paul zählt die Entwicklung einer Siliconölemulsion mit besonders niedriger Partikelgröße, die von einem internationalen Konsumgüterhersteller in seiner Top-Haarpflegemarke weltweit eingesetzt wird, um Geschmeidigkeit, Glanz und Kämmbarkeit des Haares optimal zu verbinden. Maßgeblich beteiligt war Paul auch an der Einführung der Hydrosilylierungstechologie am Standort Kalkutta, wo 2018 eine entsprechende Anlage – die einzige auf dem indischen Subkontinent – zur Herstellung funktioneller Siliconöle in Betrieb ging. Diese Spezialitäten werden als Hochleistungsadditive in unterschiedlichsten Anwendungen wie in Kosmetik- und Lackformulierungen oder im Pflanzenschutz eingesetzt.

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