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Digitalisierung 2017 Vier Trends, denen sich die Chemieindustrie stellen muss

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

3D-Druck und Digital Farming forcieren neue Geschäftsmodelle, die Digitalisierung der Wertschöpfungskette macht Fortschritte und Predictive Maintenance schafft den endgültigen Durchbruch. In diesem Jahr werden nach Einschätzung von IT-Experten diese vier Trends die Chemiebranche prägen

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3D-Druck ist ein Trend, dem sich kein Unternehmen auf Dauer entziehen kann, postulieren Experten für digitale Transformation.
3D-Druck ist ein Trend, dem sich kein Unternehmen auf Dauer entziehen kann, postulieren Experten für digitale Transformation.
(Bild: Pixaline/Pixabay.com / CC0)

Darmstadt – "Mit revolutionären Technologien wie 3D-Druck und Digital Farming werden Chemieunternehmen neue Geschäftsideen entwickeln. Das wird im kommenden Jahr spürbare Auswirkungen auf bestehende Umsatz- und Geschäftsmodelle haben“, prognostiziert Werner Rieche, Geschäftsführer der Software AG in Deutschland.

Trend 1: 3D-Druck

Ohne sie läuft nichts: Chemie-Unternehmen liefern die Rohstoffe, aus denen im 3D-Drucker in kürzester Zeit Bauelemente und Ersatzteile entstehen. Die modernen Maschinen können heute bereits eine Palette von etwa 30 Materialien verarbeiten, etwa diverse Arten von Polymeren, Harzen und Weichmachern. 2017 wird diese Palette deutlich größer. Das Geschäft mit vor Ort gedruckten Komponenten wird nochmals deutlich wachsen. Das bedeutet jedoch, dass sich neue Fragen im Zusammenhang mit Lieferketten und den Zulieferern von Komponenten ergeben.

Wie schnell sich der 3D-Druck durchsetzt, hängt jedoch von den Kosten und dem Reifegrad der Technologie ab. Voraussichtlich wird 2017 noch nicht den großen Durchbruch des 3D-Printing bringen. Dennoch wäre es fahrlässig, würden sich Chemie-Unternehmen nicht intensiv mit diesem Trend beschäftigen. Sie sollten prüfen, welche neuen Geschäftsmodelle und Marktsegmente durch 3D-Druck entstehen und wie sie sich in diesem Marktumfeld positionieren können.

Trend 2: Digitale Geschäftsmodelle – Digital Farming

Traktoren und landwirtschaftliche Geräte verfügen heute über GPS-Systeme, auf den Feldern messen Sensoren Feuchtigkeit und Nährmittelgehalt des Bodens. Ein Landwirt kann somit jederzeit seine Erträge nachvollziehen und optimieren, indem er das verwendete Saatgut und die eingesetzten Dünge- und Pflanzenschutzmittel mit den Erträgen korreliert. So spart er Geld, fährt mehr Erträge ein und schont die Umwelt. Doch eine revolutionäre Technologie wie Digital Farming stellt die chemische Industrie vor neue Herausforderungen: Weniger Dünger, Saatgut und Pflanzenschutzmittel dank Sensoren auf dem Feld bedeuten weniger Umsatz für die Anbieter.

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