Digitalisierung 2017

Vier Trends, denen sich die Chemieindustrie stellen muss

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Chemie-Unternehmen benötigen neue Geschäftsmodelle, um sich aus den alten Abhängigkeiten zu befreien. Eine Möglichkeit ist die direkte Kommunikation mit dem Kunden, also dem Landwirt. So könnten Zwischenhändler wegfallen und der Hersteller wüsste besser, was der Kunde wann benötigt – und wo sich neue Marktchancen ergeben. Im Weinbau gibt es bereits Hersteller, die Messwerte von Bodenproben auswerten und Hinweise für den optimalen Düngemittel-Einsatz geben. In diesem Sinne können Chemie-Unternehmen in Zukunft als Partner der Landwirte auftreten.

Trend 3: Digitalisierung der Wertschöpfungskette

Zu den evolutionären Ansätzen, die das Jahr 2017 in der Chemie-Industrie bestimmen werden, zählt die fortschreitende Digitalisierung der Wertschöpfungskette. Diese Transformation erfordert jedoch die Digitalisierung des Informationsflusses und der Prozesse aller Mitglieder der Supply Chain. Erst dann lassen sich Informationen von Partnern und Zuliefer-Unternehmen in eigene Prozesse mit einbinden. Das wiederum ermöglicht es, Störungen frühzeitig zu erkennen und sogar vorherzusehen.

Letztlich müssen somit der Datenzugriff und Datenaustausch sowie die Zusammenarbeit zwischen Chemie-Unternehmen und ihren Zulieferern optimiert werden. Laut einer Studie von Cap Gemini haben bereits 70 % der Unternehmen mit der Digitalisierung der Lieferkette begonnen. Allerdings ist nur ein Drittel mit den bislang erzielten Resultaten zufrieden. Hier ist somit noch viel Luft nach oben vorhanden. 2017 gilt es also, Reibungsverluste zu reduzieren und die digitale Zusammenarbeit mit Zulieferunternehmen und Partnern so zu gestalten, dass alle Beteiligten davon profitieren.

Trend 4: Predictive Maintenance

Maschinen sagen selbstständig Bescheid, dass sie in Kürze einen Wartungstechniker benötigen und welche Teile dieser austauschen muss. Dieses Konzept der "Predictive Maintenance" wird 2017 großflächig zum Einsatz kommen, vor allem in der chemischen Industrie mit ihren komplexen Fertigungsumgebungen und Prozessketten. Im vergangenen Jahr wurde eine große Zahl von Pilotprojekten durchgeführt, doch nun ist die Zeit der Experimente vorbei. Die Unternehmen wollen Ergebnisse sehen, sprich Mehrwerte durch Predictive Maintenance.

Ein zentrales Element einer vorausschauenden Instandhaltung ist Big Data. Große Datenströme werden in Echtzeit ausgewertet. So lassen sich schnell Entscheidungen treffen und ungeplante Stillstandzeiten von Fertigungssystemen vermeiden. Auch der Einsatz von Streaming Analytics wird 2017 wachsen: Streaming Analytics korreliert und aggregiert in Echtzeit Datenströme aus unterschiedlichen Quellen, identifiziert Muster in diesen Datenströmen und erlaubt es Unternehmen, jederzeit proaktiv die richtigen Maßnahmen zu treffen.

Diese Technologien werden 2017 dazu beitragen, präzisere Vorhersagen zu machen und die Ausfallzeiten von Produktionsumgebungen in der chemischen Industrie zu reduzieren. Vor allem in dieser Branche mit ihren oft komplexen Produktionsprozessen bringt Predictive Analytics einen echten Mehrwert.

Wie schätzen Sie die aktuellen Entwicklungen ein? Muss sich die Chemieindustrie schneller wandeln? Schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar in den Kasten unter dem Artikel.

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