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Pharma Supply Chain Verschaffen Sie sich den Durchblick: So wird ihre Lieferkette transparent

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Grotehans / Anke Geipel-Kern

Transparenz ist in der Pharma-Supply Chain das A+O - doch angesichts zahlreicher Datensilos schwer zu verwirklichen. Wie Sie eine umfassende 360-Grad-Sicht auf alle Abläufe und Daten ihrer Supply Chain erhalten, erklärt Dr. Stefan Grotehans, Senior Director Solutions Engineering DACH bei Marklogic Deutschland in seinem Gastbeitrag.

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Gastautor Stefan Grotehans Senior Director ist Solutions Engineering DACH bei Marklogic Deutschland
Gastautor Stefan Grotehans Senior Director ist Solutions Engineering DACH bei Marklogic Deutschland
(Bild: all images copyright daniel gaines)

Industrie 4.0 revolutioniert die Art und Weise, wie Daten die Produktion und die Abläufe in der Supply Chain beeinflussen. Auch in der Arzneimittelherstellung ist Pharma 4.0 bereits im vollen Gange - mit einem rasanten Anstieg an Innovationen, der die industrielle Fertigung grundlegend verändert. Digitale und analoge Technologien werden miteinander vernetzt und herkömmliche Produktionsstrukturen durch intelligente, selbststeuernde und sensorgestützte Produktionssysteme ersetzt.

Neue Methoden für die Supply Chain

Teil dieser Revolution ist die Optimierung der Arzneimittelherstellung sowie der Methoden und Abläufe innerhalb der Supply Chain. Dadurch übernimmt die Supply Chain in der Pharmaindustrie eine wichtige Rolle bei der Reduzierung von Risiken und Kosten.

Möglich wird das durch die Einführung moderner Methoden und Technologien für ein effizientes Datenmanagement: In der Folge können Hersteller ihre Geschäftsmodelle verbessern und gleichzeitig die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Daten gewährleisten, was letztlich der Gesundheit der Patienten zugutekommt.

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Ein weiterer Aspekt ist die Fälschungssicherheit von Medikamenten, denn gefälschte Arzneimittel richten in der Branche einen Schaden von rund 200 Milliarden US Dollar pro Jahr an und sind somit das lukrativste Segment im Geschäft mit Produktfälschungen. Dabei werden Millionen von Patienten in verheerender Weise geschädigt und das Vertrauen in die Pharmaindustrie geht verloren.

Was Pharmahersteller für eine bessere Supply Chain tun können

In der Pharmabranche umfasst die Supply Chain den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. Dabei liefert jeder einzelne Schritt - von der Forschung und Entwicklung, über die Herstellung bis hin zur Auslieferung an den Patienten - wertvolle Daten für die Prozessoptimierung, denn diese Informationen zeigen u.a. auch, wann und wo ein Engpass bei effizienten Abläufen entsteht.

Da die Nachfrage nach Pharmaprodukten weltweit gestiegen ist und deshalb geeignete Technologien für das Datenmanagement in der Arzneimittelherstellung eine immer größere Rolle spielen, steht die Supply Chain in der Pharmabranche unter Druck.

Veraltete Systeme, analoge Technologien und räumliche Trennung innerhalb verschiedener Unternehmensbereiche haben eine Fragmentierung der Supply Chain zur Folge. Angesichts der angestrebten End-to-End-Transparenz stellt die Fragmentierung der Daten jedoch ein großes Hindernis dar.

Jedes Fragment ist ein Datensilo, das die Freigabe, Integration und Analyse von Daten verhindert. Einzelne Silos verwenden in der Regel eigene Datenbanken und Software, wodurch der Zugriff auf Informationen aus anderen Datensilos kaum möglich ist.

Aufgrund der fehlenden Integration in ein einziges System sind Reporting und Analyse kaum möglich. Damit fehlt auch eine umfassende 360-Grad-Sicht auf alle Abläufe, weil Daten nicht sinnvoll zueinander in Beziehung gesetzt werden können. Unternehmen haben folglich keine verlässliche Datengrundlage für zukunftsfähige Entscheidungen.

Diese Fragmentierung der Daten führt zu einem ineffizienten Management von Abläufen und Bestellungen, ungeplanten Standzeiten der Produktionsanlagen und hohen Ausschussmengen. Jeder Teil der Supply Chain ist für die Beurteilung einer Situation auf Daten aus anderen Bereichen angewiesen. Mit der Datenspeicherung in einzelnen Silos bleiben die einzelnen Fragmente jedoch füreinander undurchschaubar. Die Folge sind Produktengpässe, Bestandsüberschüsse und Unklarheiten beim Versand und der Verpackung.

Die Kluft zwischen analog und digital überwinden

Um die Schwachstellen in der Supply Chain der Pharmabranche zu meistern, muss die Kluft zwischen analogen und digitalen Ressourcen überwunden werden. Pharma 4.0 verknüpft unternehmensübergreifend die Daten von Produktionsanlagen und pharmazeutischen Inhaltsstoffen bis hin zu Versandmaterialien und ermöglicht damit Analysesystemen eine tiefgreifende Einsicht in die Unternehmensrealität. Dabei wird jeder Bereich der Supply Chain von einem solchen datengesteuerten Ansatz profitieren.

Moderne Technologien wie KI und maschinelles Lernen haben das Potenzial, die Effizienz und Sicherheit innerhalb der Supply Chain deutlich zu steigern. Diese Technologien sind jedoch in hohem Maße von der Qualität der verfügbaren Daten abhängig.

Auch wenn ein System mehr Betriebsdaten denn je sammelt, bedeutet dies noch lange nicht, dass auch die Verfügbarkeit der Daten besser wird, denn einzelne Systeme sind in der Regel auf jeden Bereich der Supply Chain separat abgestimmt.

Es versteht sich von selbst, dass all diese fragmentierten Daten für ein Unternehmen von großem Wert sind. Da sie aber in verschiedenen Formaten und über mehrere Bereiche der Supply Chain verteilt sind, werden Hersteller nur mit einem geeigneten Data Management-System in der Lage sein, den vorhandenen Datenschatz nutzbar zu machen und so die erforderliche End-to-End-Transparenz herzustellen.

Mit Datenhoheit Kosten und Risiken reduzieren

Datensilos können beispielsweise mit einer NoSQL Datenbank-Lösung eliminiert werden, indem alle Daten in ein einziges System, einen sogenannten Operational Data Hub integriert werden. Dadurch erlangen Unternehmen jene Datenhoheit (Source of Truth) über Abläufe in ihrer Supply Chain, die komplexe und effiziente Datenanalysen erst ermöglichen. Folglich lassen sich Prozesse besser steuern und Kosten zielgerichtet einsparen. Essentiell für Pharmahersteller ist auch die Schaffung von Rechtssicherheit im Zusammenhang mit Track-and-Trace: Sie sind dazu verpflichtet, jederzeit die Nachverfolgbarkeit aller Chargen bis hin zum einzelnen Produkt über die gesamte Supply Chain sicherzustellen.

Fazit: Mit der Zusammenführung und Zentralisierung von Daten aus allen Bereichen der Supply Chain in einen einzigen Operational Data Hub erhalten Pharmahersteller ein unternehmensübergreifendes Gesamtbild über alle Warenbewegungen und Abläufe. Auf dieser Grundlage lassen sich Prozesse schneller und effizienter analysieren, um daraus bessere Prognosen zu erstellen, Durchlaufzeiten reduzieren, den Bestand zu optimieren und Rechtssicherheit zu schaffen. Um Ressourcen zu sparen, kann ein solches System auch als as-a-Service eingesetzt werden.

* Der Autor ist Senior Director Solutions Engineering DACH bei MarkLogic Deutschland

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