Responsible-Care-Wettbewerb VCI zeichnet Chemieprojekte zum Klimaschutz aus

Redakteur: Alexander Stark

Mit dem Responsible-Care Wettbewerb will der Verband der Chemischen Industrie zeigen, dass Klimaschutz in der chemisch-pharmazeutischen Industrie betrieblicher Alltag ist. Die Siegerprojekte des diesjährigen Wettbewerbs „Unser Beitrag zum Klimaschutz“ sind hierfür beispielgebend.

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Der VCI hat Vorzeigeprojekte zum Klimaschutz in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ausgezeichnet.
Der VCI hat Vorzeigeprojekte zum Klimaschutz in der chemisch-pharmazeutischen Industrie ausgezeichnet.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Frankfurt am Main – Dass klimaneutral zu produzieren, für die chemisch-pharmazeutische Industrie keine Worthülse ist, will der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mit Vorzeigeprojekten aus der Branche unterstreichen. Eine Fach-Jury entschied über die Vergabe der Plätze 1 bis 3 sowie die Sieger der beiden Sonderkategorien Mittelstand und Digitalisierung des diesjährigen Responsible-Care-Wettbewerbs.

Aurubis aus Hamburg hat sich mit dem Projekt „Innovativer Modellversuch zur Dekarbonisierung des Kupferprozesses“ den ersten Platz gesichert. Erstmalig hat das Multimetall-Unternehmen – einer der weltweit größten Kupferrecycler – in einem Pilotprojekt klimaneutralen Wasserstoff als Reduktionsmittel in der Kupferproduktion genutzt, um so erhebliche Mengen an Kohlendioxid einzusparen. Gelingt es Aurubis, das bisher als Reduktionsmittel eingesetzte Erdgas durch Wasserstoff zu ersetzen, könnte allein für den Anodenofen des Hamburger Werkes ein Einsparpotenzial von 6200 Tonnen Kohlendioxid jährlich erzielt werden. Die Jury ist überzeugt, dass das weltweite Einsparpotenzial bei der Metallproduktion riesig ist. Der Einsatz von grünem Wasserstoff sei innovativ und das Projekt habe eine Hebelwirkung für andere Metallproduktionen, heißt es in der Begründung weiter.

Das Video zur Preisverleihung:

Für die „Roadmap zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen“ wurde DSM Nutritional Products, Grenzach, mit dem zweiten Platz belohnt. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2050 will das Unternehmen klimaneutral produzieren. Dazu hat DSM ein neues, nachhaltiges Gesamtkonzept aufgesetzt: Mit einer konsequenten Analyse und Planung definiert das Unternehmen Maßnahmen, um Treibhausgasemissionen in der Produktion zu reduzieren. Wichtige Ideengeber sind hierfür mehrtägige Workshops, sogenannte Deep Dives, in denen Experten aus allen Fachbereichen detailliert die Prozesse und Anlagen analysieren. Die bisherigen Einsparerfolge sowie die Einbeziehung der Mitarbeiter überzeugten die Jury besonders.

Den dritten Platz belegt Boehringer Ingelheim mit dem Projekt „Nachhaltig von Anfahrt bis Feierabend“. Bei Boehringer Ingelheim wird Klimaschutz, wo immer möglich, in den Arbeitsalltag integriert. Auch die Beschäftigten werden mit ins Boot geholt, sei es durch die Bike-to-Share-Station für Mitarbeitende auf dem Betriebsgelände oder der umweltfreundlichen Klimatheke in der Kantine. Auf dem Werksgelände kommt grüner Strom durch ein Biomassekraftwerk, Solaranlagen und aus externen erneuerbaren Energiequellen zum Einsatz. Dieser ganzheitliche Ansatz, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Micro-Influencern macht, hat die Jury beeindruckt.

Den Mittelstandspreis gewinnt Dr. Babor, Aachen, mit dem Projekt „Vollautomatisches Dashboard für den Corporate Carbon Footprint“. Damit kann das Unternehmen den Kohlendioxid-Fußabdruck in Echtzeit digitalisieren und sichtbar machen. Gleichzeitig lassen sich damit auch Verbesserungspotenziale erkennen und entsprechende Vorkehrungen treffen, die Kohlendioxid-Emissionen zu senken. Dies ist eine herausragende Leistung eines mittelständischen Unternehmens, ist sich die Bundesjury schnell einig.

Der Digitalisierungspreis geht an BASF, Ludwigshafen, für das Projekt „Strategic CO2 Transparency Tool“. In einem standardisierten und automatisierten Verfahren berechnet das Unternehmen individuelle CO2-Fußabdrücke für alle 45.000 Produkte – und zwar jeweils vom eingekauften Rohstoff bis zum Einsatz von Energie in den Produktionsprozessen. Diese Daten kann der Chemiekonzern seinen Kunden ab Ende 2021 zur Verfügung stellen. Mithilfe dieser digitalen Lösung soll transparent und nachvollziehbar werden, wie viele Treibhausgasemissionen im Herstellungsprozess eines Produkts anfallen.

Die Jury

Über die Platzierungen auf Bundesebene entschied eine unabhängige siebenköpfige Jury:

  • Dr. Anita Breyer, Bundesumweltministerium;
  • Carola Dittmann, Stiftung Arbeit und Umwelt der IG BCE;
  • Ministerialdirigent Dr. Winfried Horstmann, Bundeswirtschaftsministerium, vertreten durch Dr. Heinrich Lochte;
  • Dr. Michael Reubold, Wiley-VCH Verlag Weinheim;
  • Professor Dr. Ferdinand Schüth, Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, Mühlheim/Ruhr;
  • Professor Dr.-Ing. Leon Urbas, TU Dresden sowie
  • Dr. Wolfgang Große Entrup und Dr. Gerd Romanowski für den VCI.

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