Nach Explosion im Chemiepark Undichte Klappe in einer Leitung: Lösch- und Havarieabwasser in Kläranlage gelangt

Quelle: dpa

Nach einer erneuten Panne im Chempark Leverkusen will die Bezirksregierung in Köln die Staatsanwaltschaft einschalten. Es solle geprüft werden, ob der „Straftatbestand einer Schädigung des Gewässers” durch die Betreiberfirma Currenta erfüllt sei.

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Im Chemiepark Leverkusen gelangten offenbar rund vierzehn Prozent des Tankinhalts ohne zusätzliche Aktivkohle-Filterung in die Kläranlage.
Im Chemiepark Leverkusen gelangten offenbar rund vierzehn Prozent des Tankinhalts ohne zusätzliche Aktivkohle-Filterung in die Kläranlage.
(Bild: Currenta)

Leverkusen/Köln (dpa/lnw) - Am Ersten Weihnachtstag hat der Chemieparkbetreiber Currenta eingeräumt, dass über einen Zeitraum von fünf Monaten etwa 14 % des Inhalts eines defekten Abwassertanks mit einem Gemisch aus Abwasser, Löschwasser und Havarie-Abwasser ohne zusätzliche Aktivkohle-Filterung in die Kläranlage geflossen sei. Von dort gelangt das geklärte Abwasser in den Rhein.

Ob es dadurch zu einer Schädigung des Gewässers gekommen sei, müsse nun noch durch unabhängige Untersuchungen festgestellt werden, teilte die Bezirksregierung am Montag mit. Dazu werde in Ergänzung zu den Messungen des Landesumweltamts (Lanuv) eine weitere Sachverständigenuntersuchung angeordnet.

Im Gegensatz zu der Einleitung des Schädlingsbekämpfungsmittels Clothianidin in Folge der schweren Explosion im vergangenen Juli im Rahmen der Gefahrenabwehr sei „diese ungenehmigte Einleitung nicht tolerierbar und muss entsprechend verfolgt werden“, hieß es weiter.

Darüber hinaus werde das Sicherheitsmanagementsystem von Currenta durch ein unabhängiges Expertenteam um den langjährigen Vorsitzenden der Kommission für Anlagensicherheit, Professor Christian Jochum, überprüft. Der bisherige Schwerpunkt Abfallmanagement müsse um den Schwerpunkt Abwassermanagement erweitert werden.

Bei einer Kontrolle hatten laut Currenta Firmen-Techniker am vergangenen Donnerstag eine „Undichtigkeit an einer Klappe in einer Tankleitung“ festgestellt. In dem betroffenen Tank wurde nach der Explosion im Juli aufgefangenes Lösch-, Abwasser und Havarieabwasser gelagert. Über die erneute Panne waren die Behörden informiert worden.

Durch die Explosion in einer Sondermüll-Verbrennungsanlage waren sieben Menschen ums Leben gekommen. 31 erlitten zum Teil schwere Verletzungen.

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