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Umweltmanagementsystem Umweltnorm wird Blick auf Produktlebenszyklus ändern

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Die neue Version der Norm ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme tritt voraussichtlich im Herbst 2015 in Kraft. Der TÜV Rheinland sieht besonders bei dem Thema „Lebenszyklusbetrachtung von Produkten und Dienstleistungen“ wichtige neue Aspekte und empfiehlt, sich jetzt schon mit diesen zu befassen.

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TÜV Rheinland liefert Tipps zur Vorbereitung auf die neue Version der Umweltnorm ISO 14001.
TÜV Rheinland liefert Tipps zur Vorbereitung auf die neue Version der Umweltnorm ISO 14001.
(Bild: TÜV Rheinland)

Köln – Stärker als die Vorgängerversion fordert die neue Norm eine Identifizierung und Bewertung von Umweltaspekten, die sämtliche Phasen eines Produktes oder einer Dienstleistung berücksichtigen. Der ausschließliche Fokus auf den Unternehmensstandort oder die Begrenzung des Umweltmanagementsystems allein auf die Produktionsphase reichen nicht mehr aus. Vielmehr gilt es für Unternehmen, weitere typische Abschnitte eines Produktlebensweges wie Rohstoffgewinnung, Gebrauch und Entsorgung in die Lebenszyklusbetrachtung einzubinden.

Unternehmen können hierbei auf vorhandene Informationen im eigenen Unternehmen zugreifen und auch von Lieferanten Informationen über die zugelieferten Produkte und Dienstleistungen anfordern. Dabei reichen gegebenenfalls Informationen, die bereits für behördliche oder andere Zwecke erstellt wurden, wie zum Beispiel im Rahmen der REACH-Verordnung (Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe) oder im Rahmen von Verpflichtungen zur Entsorgung in Verkehr gebrachter Verpackungsabfälle.

Das Ermitteln und Bewerten von Umweltaspekten

Auch das Ermitteln und Bewerten der Umweltaspekte muss sich zusätzlich an der Lebenswegbetrachtung orientieren. Des Weiteren haben Unternehmen die Aufgabe, das Risiko in Verbindung mit Gefahren und Chancen zu analysieren. Das bedeutet, dass ein Unternehmen auf Grundlage der Bewertung der Umweltaspekte das Risiko, dass eine negative (Gefahr) oder positive (Chance) Umweltauswirkung auftritt, bestimmen muss.

Hilfreich zur Bewertung des Risikos können zum Beispiel sogenannte „black lists“ oder „white lists“ sein. Darin werden jeweils kritische beziehungsweise unproblematische Stoffe, Verfahren und gegebenenfalls auch Produktionsverfahren und Herkunftsländer etc. aufgeführt. Die FSC-Zertifizierung oder der Blaue Engel können hier ebenfalls berücksichtigt werden.

Ansprechpartner im Unternehmen und die nächsten Arbeitsschritte

Die Entscheidung, ob es im Rahmen der Lebenswegbetrachtung Änderungen – zum Beispiel in den Einkaufsrichtlinien oder den Entwicklungsvorgaben – geben wird, hat direkte Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse der Organisation. Daher ist die Initiative der obersten Leitung unerlässlich.

Die neue Version der ISO 14001 unterstreicht in dieser Hinsicht die Verantwortlichkeit der Führung. Diese wird sich natürlich auf das im Unternehmen vorhandene Know-how stützen. Wenn es bereits ein Managementsystem nach ISO 14001:2004 gibt, kann dem Umweltmanagementbeauftragten eine wichtige beratende und koordinierende Rolle zukommen.

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