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Trübungsmessung

Um die Küvette dreht sich alles – Praxistipps zum richtigen Umgang mit Küvetten

| Autor / Redakteur: Dr. Katharina Fejfar / Dr. Jörg Kempf

Klein, aber fein: Damit durch Küvetten keine Fehlereinflüsse entstehen, gilt es einiges zu beachten.
Klein, aber fein: Damit durch Küvetten keine Fehlereinflüsse entstehen, gilt es einiges zu beachten. (Source: Küvette für ein Photometer mit 10-Eurocent Münze zum Größenvergleich / Semfmaster / CC BY-SA 3.0)

Küvetten sind einer der wichtigsten Bestandteile bei der Trübungsmessung im Labor. Sie werden verwendet, um alle Messobjekte, seien es Proben oder Standards, in den Strahlengang des Trübungsmessgerätes einzubringen. Um stets exakte Messergebnisse zu erhalten gilt es einiger Grundregeln im Umgang mit Küvetten.

Küvetten bestehen in der Regel aus speziellem optischem Glas, das einen minimalen Einfluss auf Messungen hat. Dennoch gibt es einige wichtige Faktoren, die zu beachten sind, damit keine Fehlereinflüsse durch die Küvetten entstehen.

Sorgfältige Küvettenhandhabung

Jede Küvette mit sichtbaren Kratzern sollte entsorgt werden. Insbesondere nach einer Reinigung mit Leitungswasser sollten Küvetten zudem sorgfältig und mehrfach mit deionisiertem oder destilliertem Wasser abgespült und an der Luft getrocknet werden. So lassen sich störende Kalkablagerungen in und auf der Küvette verhindern. Ähnlich empfiehlt es sich, Küvetten von Zeit zu Zeit mit verdünnter Salzsäure zu reinigen.

Küvetten sollten getrennt, mit Deckeln verschlossen und so gelagert werden, dass sie weder von innen, noch von außen verschmutzen. Vermeiden Sie es insbesondere, mehrere Küvetten ohne Abtrennung in einem Behältnis aufzubewahren. Es besteht die Gefahr, dass sie sich gegenseitig verkratzen.

Fassen Sie Küvetten ausschließlich am Deckel an, um Fingerabdrücke auf dem Glas zu vermeiden.

Richtige Küvettenvorbereitung

Bevor eine Küvette für eine Messung verwendet wird, muss immer sichergestellt sein, dass sie innen und außen sauber ist. Wenn sie mit der Probe in den Küvettenschacht des Trübungsmessgerätes eingeführt wird, muss sie ebenfalls äußerlich trocken und frei von jeglicher Verschmutzung sein.

Hanna Instruments hat die Erfahrung gemacht, dass es insbesondere bei Messungen von sehr niedrigen Trübungswerten eine Ölung der Küvette mit Silikonöl sinnvoll ist. Es hat den gleichen Brechungsindex wie das Küvettenglas und beeinflusst die Messung daher nicht negativ. Im Gegenteil: Eine sehr dünne Silikonschicht gleicht kleinste Fehler im Küvettenglas aus und führt somit zu genaueren Messungen. Am einfachsten gelingt Ihnen das Ölen durch sorgfältiges Abreiben mit einem fusselfreien Tuch, das mit etwas Silikonöl getränkt ist.

Nach der Behandlung sollte die Küvette fast trocken erscheinen und kein Restöl mehr nicht sichtbar sein. Nach Abschluss empfiehlt sich eine Sichtprüfung auf Staubpartikel. Das ölige Tuch kann für zukünftige Behandlungen aufgehoben werden. Allerdings sollten Sie es in einem verschlossenen Beutel lagern, um Kontamination zu vermeiden.

Küvettenindizierung und -abgleich

Trotz größter Sorgfalt bei Produktionsprozessen wird die Wandstärke und Oberflächenbeschaffenheit bei Küvetten von Position zu Position und Küvette zu Küvette minimal abweichen. Aus diesem Grunde werden Küvetten indiziert. Für nicht indizierte Küvetten gibt es bei Hanna Instruments ab Werk einen Indexstrich auf der Küvette, die an einer entsprechenden Markierung am Geräteschacht ausgerichtet werden kann.

Die Indizierung von Küvetten soll deren Einfluss auf das Messergebnis minimieren. Versetzen Sie das Messgerät hierfür in den sogenannten kontinuierlichen Messmodus, füllen Sie eine Küvette mit hochreinem Wasser und reinigen Sie sie äußerlich. Anschließend können Sie die Küvette am Werksindexstrich ausgerichtet in den Schacht einführen und die erste Messung durchführen. Danach sollten Sie den Schacht öffnen, die Küvette minimal drehen und erneut messen. Durch weitere Wiederholungen dieses Vorgangs in derselben Drehrichtung können Sie den minimalen Messwert ermitteln. An der Position dieses Wertes wird auf einem dafür vorgesehenen Indexring auf der Küvette eine Markierung mit einem wasserfesten Stift angebracht. Dies ist Ihre manuelle Indexposition, die in Zukunft mit der Indexmarkierung am Schacht ausgerichtet wird.

Ähnlich gehen Sie vor, wenn Sie mehrere Küvetten für vergleichende Messungen abgleichen möchten. Dazu wird versucht, die gewünschte Zahl an Küvetten mit hochreinem Wasser in Übereinstimmung zu bringen. Hierfür sollten Sie alle Küvetten so lange drehen, bis ihr Messwert dem der ersten indizierten Küvette möglichst nahekommt (nicht mehr als 0,01 FNU Abweichung). Diese Position wird dann auf der jeweiligen Küvette markiert. Auf diese Weise können Sie die Vergleichbarkeit der Messwerte zu verbessern, falls die Verwendung einer einzelnen Küvette nicht möglich ist.

* Die Autorin ist Anwendungsberaterin bei Hanna Instruments Deutschland GmbH, Vöhringen.

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