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Wasseraufbereitung mit Multibarrieretechnologie

Trinkwasseraufbereitung geht auch ohne Chemie

| Autor/ Redakteur: Michael Birmelin* / Dominik Stephan

Sauberes Trinkwasser, (nahezu) ohne Chemie? Na klar, dank Multibarrieretechnologien aus Ultrafil­tration und UV-Desinfektion – Ein Wasserwerk in NRW macht es vor: Mit „Ultrafiltration“ und „Desinfektion mittels UV-Strahlen“ in Kombination als so genannte Multibarriere kann Tiefbrunnenwasser sauber und sicher aufbereitet werden. Und das quasi ohne Chemikalien, entsprechend dem Minimierungsgebot der Trinkwasserverordnung.

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Sauberes Wasser ohne Chemie: UV-Licht und Ultrafiltration machen es möglich.
Sauberes Wasser ohne Chemie: UV-Licht und Ultrafiltration machen es möglich.
(Bild: Prominent)

Die Stadtwerke Sundern versorgen jährlich rund 30 000 Einwohner mit 1,3 Millionen Kubikmetern Trinkwasser. Drei Wasserwerke – Sundern, Langscheid und Dörnholthausen – mit insgesamt acht Gewinnungsanlagen gewährleisten zu jeder Zeit genügend Nachschub an hygienisch einwandfreiem Trinkwasser.

Neben der Wassergewinnung wurden neue Komponenten, wie die Entsäuerungsanlage (NaOH- Anlage), Ultrafiltrationsanlage, UV- Anlage, Chlordioxidanlage sowie erforderliche Mess- und Regeltechnik eingebaut. Aufgrund der Zuverlässigkeit entschied man sich in allen drei Wasserwerken für Systeme des Heidelberger Herstellers Prominent.

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Zuviel Kohlensäure - und was zu tun ist...

Im Zuge der Modernisierung wurde der Bereich „Stockum-Dörnholthausen“ das erste Versorgungsgebiet in Sundern, in dem eine chemiefreie Desinfektion mit UV-Strahlern zum Einsatz kommt. Die Trinkwassermengen, die hierfür aus dem Tiefbrunnen Dörnholthausen eingespeist werden, liegen jährlich bei rund 82 000 m3 bzw. täglich im Durchschnitt bei 225 m3.

Dieses Rohwasser, das bereits von vergleichsweise guter Qualität ist, ist calcitlösend und weist nur zeitweise Trübungen oder mikrobiologische Belastungen auf. Calcitlösend bedeutet, dass ein Kohlesäure-Überschuss vorliegt, was zu einem niedrigen pH-Wert führt. Gemäß der entsprechenden Verordnung soll Trinkwasser aber nicht calcitlösend sein, da es sonst Werkstoffe z.B. in der Gebäude­installation angreifen könnte und die Schutzschichtbildung auf metallischen Oberflächen verhindert.

Beim Dosieren kommt es auf Genauigkeit an

Daher wird das weiche, gering kalk-aggressive Rohwasser des Tiefbrunnens mittels Zudosieren von Natronlauge „entsäuert“ und so das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht eingestellt. Vorteile der „Entsäuerung“ mit NaOH sind, dass der Härtegehalt des Wassers nicht beeinflusst wird und es sich durch diese Behandlung nicht ein­trübt.

Mit einer Dosierstation wird die verdünnte Lauge dem Wasser exakt zudosiert. Eine genaue Einhaltung der Dosiermenge gewährleisten eine Membrandosierpumpe Delta und das Durchflussmessgerät Dulco Flow der Firma Prominent. Der pH-Wert wird dabei nach Vorgabe der Trinkwasserverordnung von im Mittel 7,1 auf ca. 7,8 (Vorgabe: min. 7,7) angehoben.

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