Drucklufttechnik

Trends in der Drucklufttechnik: Energieeffizienz und ölfreie Druckluft sind Topthemen

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Verschwendetes Potenzial

Beweglich müssen Anwender und Hersteller vor allem beim Thema Energiesparen sein, und zwar in der Erzeugung, Aufbereitung und Verteilung. „Sowohl Leckagen, optimales Laufverhalten als auch die intelligente Einbindung möglicher Wärmerückgewinnungssysteme stehen dabei ganz oben auf der Liste“, so Richter.

Seit längerem hat Boge das Thema direkt aufgenommen, z.B. mit speziell für den Kunden ausgelegten Wärmerückgewinnungssystemen, der Effizienzanzeige zum Laufverhalten des Kompressors und als nach eigenen Angaben einziger Kompressorhersteller mit einer direkten Anzeige der Leckageverluste via Steuerung. Boge Duotherm erlaubt beispielsweise die Nachrüstung vorhandener Schraubenkompressoren mit einem externen Wärmerückgewinnungssystem – unabhängig von Baujahr, Leistung und Hersteller.

Kernstück des Systems ist ein großzügig dimensionierter Platten-Wärmeaustauscher, der mit wenigen Handgriffen an das Ölsystem des Verdichters und das Brauch- oder Prozesswassernetz angeschlossen wird. So lassen sich über 70 Prozent der eingesetzten Energie in Form von Wärme zurückgewinnen.

„Als Systemanbieter in Sachen Druckluft können wir sagen, dass in vielen Bereichen und Industrien das Thema effiziente Druckluft immer noch nicht ausreichend im Fokus ist“, mahnt Rau. Noch immer werden ca. 25-35% zu viel Energie zur Drucklufterzeugung eingesetzt, obwohl energiesparende Technologien, wie Drehzahlregelung, intelligente Steuerungen und Wärmenutzung seit langem auf dem Markt sind. „Diese werden für den Anwender erst dann interessant, wenn die Energiekosten Schmerzgrenzen überschreiten. Dabei könnte hier viel Geld mit einfachen Mitteln gespart werden, was letztendlich zu einer Gewinnerhöhung bei den Anwendern führen würde“, bedauert Rau.

Nicht immer lassen sich die Energiesparpotenziale genau beziffern. Boge nennt dennoch drei Beispiele:

  • Mit vergleichsweise geringem Invest können oft bis 20% Energie eingespart werden, wenn Leckageverluste abgestellt werden.
  • Eine optimale Verbundsteuerung, gepaart mit einem durchdachten Wartungsplan, kann die Überverdichtung, die Leerlaufzeiten und damit die Energiekosten um bis zu 30% reduzieren. Die Steuerung Boge airtelligence plus steuert beispielsweise bis zu sechs starre oder frequenzgeregelte Kompressoren im Verbund. Der automatische Grundlastwechsel ermöglicht dabei eine gleichmäßige Auslastung aller Kompressoren. Dies reduziert die Wartungskosten.
  • Bei der Erzeugung von Druckluft fällt aus thermodynamischen Gründen immer Abwärme an. Besteht die Möglichkeit, diese Verdichtungswärme für Prozesse oder Heizung zu nutzen, können oftmals bis zu 90% der eingespeisten Energie genutzt werden.

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