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MINT: Fachkräftemangel Talent-Lücke bei MINT-Berufen wächst

| Redakteur: Alexander Stark

Der Fachkräftemangel in den MINT-Berufen könnte sich laut einer Studie von Emerson weiter verschärfen. Denn obwohl junge Menschen laut der Studie heute insgesamt drei Mal häufiger als früher ermutigt werden, einen MINT-Beruf zu wählen, bleibt die kritische Lücke bei den Fachkräften groß.

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Die Generation Z zeigt deutlich weniger Interesse an MINT-Jobs als die Vorgängergeneration.
Die Generation Z zeigt deutlich weniger Interesse an MINT-Jobs als die Vorgängergeneration.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Langenfeld – Die Hälfte der Deutschen (49 %) interessiert sich für eine MINT-Karriere, allerdings werden sechs von zehn (60 %) dazu nicht ermutigt. Diese Lücke ist sogar noch größer bei Frauen. Mehr als die Hälfte der Deutschen (55 %) glaubt, dass Mädchen seltener als Jungen zu einer MINT-Berufswahl ermutigt werden. Die MINT-Berufe kommen zudem bei der Generation Z deutlich weniger gut an als bei älteren Deutschen. Das ergab die fünfte jährliche MINT-Studie von Emerson, einem globalen Technologie- und Engineering-Unternehmen, für die weltweit mehr als 18.000 Menschen befragt wurden, davon 2004 in Deutschland.

Das Ausbildungsjahr 2019 startet im Maschinenbau laut Branchenverband VDMA mit 34.000 unbesetzten Stellen. Diese Lücke könnte künftig sogar noch weiter wachsen: Während 52 % der Babyboomer MINT-Berufe für wichtig halten, denken das nur noch 35 % in der Generation Z. Damit ist die Attraktivität von MINT in den Augen der neuen Generation deutlich gesunken. Mit 71 % der Befragten ist eine große Mehrheit überzeugt, dass zu wenig über die Chancen in Mint-Berufen informiert wird.

Arbeitnehmer stellen höhere Anforderungen an die Unternehmen bezüglich Ausbildung. Da sich die Arbeitswelt rapide verändert, erwarten Arbeitnehmer immer mehr Möglichkeiten der Weiterbildung: Weltweit gaben 79 % der Befragten an, dass MINT-Arbeitgeber ihre Mitarbeiter mehr fördern sollten. Der größere Stellenwert der persönlichen Förderung in den MINT-Berufen ist nicht überraschend. Schließlich sehen nahezu alle deutschen Befragten (87 %) eine gute Ausbildung in den MINT-Berufen als wichtig für die Zukunft des Landes.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die gezielte Förderung von Kandidaten jeden Geschlechts zentral sein wird, um die Talent-Lücke in den MINT-Berufen zu schließen. Mit 75 % der Befragten sieht die große Mehrheit der Deutschen hier weiter eine Benachteiligung von Frauen. Mit 52 % der genannten Gründe halten die Befragten geschlechtsspezifische Stereotype und ungleiche Chancen in der Wirtschaft für das größte Hindernis für Frauen. Tatsächlich würden Jungen hierzulande doppelt so häufig ermutigt, eine MINT-Karriere anzustreben als Mädchen, so mehr als die Hälfte der Befragten (55 %). Vielen Deutschen fehlen zudem weibliche Vorbilder in der Industrie. Dies gaben 39 % der Befragten an.

Weitere Informationen über Emersons „We Love STEM"-Programm.

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