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Bereits am 02.06.2016 ist Chlorgas in einer Chemieanlage bei Wacker in Burghausen ausgetreten. Bei dem Störfall wurden zwölf Mitarbeiter verletzt und es entstand ein Sachschaden in Höhe von 750.000 Euro.
Aus Chemieunfällen lernen
Chemieunfälle – Mehr Aufklärung erwünscht
Durch zu hohe Chlormenge wurde der Notwäscher für Chlorgas überlastet, was im Prozessleitsystem zu einem Speicherüberlauf und dadurch zu einer ungeplant ausgelösten Kalibrierfunktion führte. Die beiden Chlorhaupteingangsventile blieben offen und die fünf Entspannungsarmaturen vom Chlorsystem zum Wäscher wurden geöffnet.
„Damit ging in kurzer Zeit eine so hohe Chlormenge in den Notwäscher, dass er gesättigt war und ca. 750 kg Chlor über die Emissionsstelle austrat. Die Temperatur im Notwäscher stieg auf 109 °C an und die Wäscherpumpen fielen aus. Das Zustromventil zum Wäscher schloss daraufhin automatisch und unterbrach so den weiteren Chlorzufluss zum Wäscher und damit einen weiteren Chloraustritt“, beschreibt die Zema den Vorfall.
Getroffene Vorkehrungen zur Vermeidung
Damit sich ähnliche Ereignisse nicht wiederholen, nahmen die Verantwortlichen die bestehende Prüfmethode für Druckmessungen außer Betrieb. Techniker haben vor Inbetriebnahme die Prüfmethode geändert. In keiner Phase der Überprüfung ist zukünftig mehr ein Eingriff in die Sicherheitssteuerung nötig, um Armaturen geöffnet zu halten. Ein Not-Aus-Kriterium schaltet somit, laut Zema, immer in den sicheren Anlagenzustand. Alle EMR-Spezialisten des Unternehmens wurden über die Vorfälle und Erkenntnisse informiert.
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Quelle: Infosis Zema
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