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Auftragsfertigung

Sterilabfüllung – Der Markt für Auftragsfertigung wächst weiter

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Der Markt für die Auftragsfertigung entwickelt sich zwar positiv, hat aber dennoch unter den Folgen der Finanzkrise gelitten. Wer hier erfolgreich agieren will, muss ein verlässlicher Partner sein, der zunehmend proaktiv reagiert und im Sinne des Kunden mitdenkt.

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Hameln Pharma setzt in seiner neuen Sterilfabrik durchgehend auf RAB-Systeme, um Produkt und Produzent soweit wie möglich voneinander zu separieren und dadurch Kontaminationen und Verunreinigungen von vornherein zu vermeiden. (Bild: Hameln Pharma)
Hameln Pharma setzt in seiner neuen Sterilfabrik durchgehend auf RAB-Systeme, um Produkt und Produzent soweit wie möglich voneinander zu separieren und dadurch Kontaminationen und Verunreinigungen von vornherein zu vermeiden. (Bild: Hameln Pharma)

Die Stimmung in der Pharmabranche ist gut. So sagt IMS Health ein Wachstum des internationalen Pharma- und Biotech-Marktes auf etwa 1,1 Billionen US-Dollar in den kommenden fünf Jahren voraus. Dies überträgt sich auch auf die Auftragsfertigung. Ein Grund liegt nach Aussage von Peter Sölkner, Geschäftsführer bei Vetter darin, dass die Arzneimittelhersteller vor Herausforderungen wie auslaufenden Patenten, Kostendruck, steigendem Wettbewerb und höheren Entwicklungsausgaben stehen.

„Sie suchen deshalb erfahrene Partner für wichtige Schritte von der Entwicklung bis zur kommerziellen Fertigung neuer Arzneimittel“, so Sölkner. Die Anforderungen an die Dienstleister haben sich dabei gewandelt. „Es sind Spezialisten gefragt, die Hersteller in allen Entwicklungsphasen bis zur Marktproduktion mit ihrem Know-how und ihrer Technik unterstützen können.“

Auch Dr. Olaf Schrake, Director Sales bei Hameln pharma, ist davon überzeugt, dass der Markt für Auftragsfertigung – global gesehen – wachsen wird. „Sicher werden sich dabei unterschiedliche Effekte für kleine oder große Contract Manufacturing Organisationen ergeben ebenso wie für Generalisten gegenüber Spezialisten, wie beispielsweise hameln pharma.“

Grundsätzlich geht Schrake davon aus, dass sich Pharmaunternehmen, die Auftragshersteller beauftragen, in Zukunft verstärkt auf ihr Kerngeschäft konzentrieren müssen und sich entsprechend von Tätigkeiten zu befreien versuchen werden, die für sie nicht im Fokus stehen. „Für uns wird das die Chance sein, neben der eigentlichen Herstellung zunehmend produktionsbegleitende Dienstleistungen anzubieten und den Kunden dadurch nachhaltig zu binden“, so Dr. Schrake.

Solides Wachstum

Im internationalen Pharmamarkt hält der Lohnherstellermarkt ein Volumen von rund 30 Milliarden Euro mit einer jährlichen Wachstumsrate von neun Prozent, die sich je zur Hälfte zwischen Wirkstoffen und fertigen Arzneimitteln aufteilt. Dr. Hermann P. Osterwald, Managing Director Contract Manufacturing Services bei NextPharma Technologies Holding, sieht als treibende Kräfte die Adaption des virtuellen Modells durch Biotech und mittelständische Unternehmen und den erhöhten Kostendruck auf Big Pharma durch Pipeline- und R&D-Kostenprobleme.

Weiteren Aufschwung erhält der Markt durch die steigende Zahl an Biotech-Wirkstoffen. „Die Entwicklungspipelines gehen in Richtung spezieller Moleküle wie biologische und zytotoxische Wirkstoffe. So sind 30 Prozent aller APIs in Entwicklung zurzeit Biotech-Wirkstoffe und machen 40 Prozent der klinischen Tests aus“, erklärt Dr. Osterwald.

Dies wirkt sich auch auf den aktuellen Markt aus. Allerdings gibt er zu bedenken, dass der Contract Manufacturing-Markt in den vergangenen zwei Jahren von den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise betroffen war. So verschwand seiner Meinung nach der Biotech-Entwicklungsmarkt mehr oder weniger in 2009 und erholt sich nun langsam. Auch OTC-Produkte, ein traditioneller Markt für Auftragshersteller, wurden weniger gekauft. Ebenso reduzierten die Pharmaunternehmen ihre Bestände und die Generika-Märkte stehen nach wie vor unter großem Preisdruck.

Impulse durch Biotech

Biopharmazeutika spielen zunehmend eine größere Rolle bei der Behandlung von Krankheiten. Bereits heute machen Biopharmazeutika rund 17 Prozent des Umsatzes im globalen Arzneimittelmarkt aus. Etwa 28 Prozent der in der Entwicklung befindlichen Medikamente sind Biopharmazeutika. „Biopharmazeutika sind komplex und empfindlich. Sie verlangen großes Know-how in der Entwicklung und kommerziellen Fertigung“, erklärt Sölkner und ergänzt: „Als einer der führenden Spezialisten in der aseptischen Abfüllung von Spritzen, Karpulen und Vials stellen wir unser Wissen und unsere langjährige Erfahrung im Umgang mit biotechnologischen Wirkstoffen zur Verfügung.“

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