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Quartalsbericht Starker Gewinnrückgang bei Covestro

| Redakteur: Alexander Stark

Covestro konnte im dritten Quartal 2019 in einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,3 % steigern. Gleichzeitig ist der Konzernumsatz aber aufgrund anhaltend niedriger Verkaufspreise um 14,6 % auf 3,2 Milliarden Euro zurückgegangen.

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Der Konzernumsatz von Covestro ist aufgrund anhaltend niedriger Verkaufspreise um 14,6 % auf 3,2 Milliarden Euro zurückgegangen.
Der Konzernumsatz von Covestro ist aufgrund anhaltend niedriger Verkaufspreise um 14,6 % auf 3,2 Milliarden Euro zurückgegangen.
(Bild: gemeinfrei / Unsplash)

Leverkusen – Covestro muss aufgrund fallender Preise einen erhebliche Ergebnisrückgänge verkraften. Das Ebitda des Konzerns erreichte mit 425 Millionen Euro zwar die Quartalsprognose, sank im Vergleich zum Vorjahresquartal aber um 50,5 %. Das Konzernergebnis ging auf 147 Millionen Euro (-70,4 %) zurück, während der Free Operating Cash Flow (FOCF) 243 Millionen Euro (-58,0 %) erreichte. Dies lag vor allem an rückläufigen Cashflows aus operativer Tätigkeit sowie planmäßigen Investitionen.

Die Nachfrage nach den Produkten des Dax-Konzerns stieg im dritten Quartal erneut an. Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann: „Das wirtschaftliche Umfeld bleib herausfordernd – dies wird vor allem im Automobilbereich deutlich. Unser Mengenwachstum zeigt jedoch, dass wir über verschiedene Industrien hinweg breit aufgestellt sind.“ Zuwächse konnten vor allem in der Bau-, Möbel- sowie Elektro- und Elektronikindustrie verzeichnet werden.

Kennzahlen von Covestro im dritten Quartal
Kennzahlen von Covestro im dritten Quartal
(Bild: Covestro)

Gesamtjahresausblick bestätigt und konkretisiert

Basierend auf den Ergebnissen des dritten Quartals bestätigte Finanzvorstand Dr. Thomas Toepfer den Ausblick für das Gesamtjahr. Er geht weiterhin davon aus, die gesteckten Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Das Vorjahresquartal sei noch von außergewöhnlich hohen Margen geprägt, weshalb der Rückgang bei Umsatz und Ergebnis im Jahresvergleich den Erwartungen entspräche.

Nach dem dritten Quartal konkretisiert der Konzern die Prognose für das Gesamtjahr 2019 innerhalb der veröffentlichten Bandbreiten: Das Unternehmen rechnet für 2019 mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft im unteren einstelligen Prozentbereich. Beim FOCF erwartet der Konzern einen Wert zwischen 300 Millionen und 500 Millionen Euro sowie einen ROCE zwischen 8 % und 10 %. Das Ebitda für das Gesamtjahr soll zwischen 1570 Millionen Euro und 1650 Millionen Euro liegen.

Neues Programm zur Kreislaufwirtschaft

Künftig will Covestro stärker auf eine Kreislaufwirtschaft ausrichten und hat dazu ein neues strategisches Programm aufgesetzt. Insbesondere in der Produktion strebt der Konzern einen möglichst weitgehenden Einsatz von Rohstoffen aus nachhaltigen Quellen wie Pflanzen, Abfall und CO2 an. Dadurch soll eine größtmögliche Abkehr von fossilen Ressourcen wie Erdöl erreicht werden. Vor allem gelte es, gebrauchten Kunststoff systematisch und möglichst umfassend wiederzuverwerten, teilte das Unternehmen mit.

Mengenwachstum im dritten Quartal bei Polyurethanes und Polycarbonates

Im Segment Polyurethanes stiegen die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft um 5,1 %. Die gestiegene Nachfrage in der Möbel-, der Elektro- und Elektronikindustrie – vor allem im Bereich der Haushaltsgeräte – sowie in der Bauindustrie konnten die schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie mehr als ausgleichen. Der Umsatz sank hingegen um 20,1 % auf 1478 Millionen Euro. Ursache dafür waren niedrigere Verkaufspreise infolge des erhöhten Wettbewerbsdrucks. Diese Entwicklung schlug sich auch im Ebitda nieder, das auf 196 Millionen Euro (-54,6 %) zurückging.

Im Segment Polycarbonates erhöhten sich die Absatzmengen im Kerngeschäft sogar um 9,3 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Vor allem die Elektro- und Elektronikindustrie sowie die Bauindustrie trugen zu diesem Wachstum bei. Der Umsatz sank im dritten Quartal 2019 um 13,2 % auf 901 Millionen. Euro. Das Ebitda ging um 58,1 % auf 132 Millionen Euro zurück, im Wesentlichen aufgrund einer negativen Entwicklung der Verkaufspreise.

Das Segment Coatings, Adhesives, Specialties verzeichnete einen Rückgang der Mengen im Kerngeschäft von 4,0 % infolge einer schwächeren Nachfrage nach Lackrohstoffen aus allen wesentlichen Industrien, insbesondere aus der Automobilindustrie. Dadurch sank auch der Umsatz um 3,0 % auf 588 Mio. Euro. Das Ebitda ging im dritten Quartal 2019 um 11,9 % auf 111 Millionen Euro zurück, getrieben von sinkenden Mengen und geringeren Margen.

Stärkerer Wettbewerb und neues Preisniveau prägen erste neun Monate

Die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres waren wie erwartet von zunehmendem Wettbewerb und einem veränderten Preisniveau gekennzeichnet. Das Mengenwachstum im Kerngeschäft lag bei 1,5 %. Der Konzernumsatz sank vor allem aufgrund niedrigerer Verkaufspreise um 15,8 % auf 9548 Millionen Euro. Das Ebitda reduzierte sich um 54,4 % auf 1326 Millionen Euro. Das Konzernergebnis lag bei 515 Millionen Euro (-70,5 %). Der Free Operating Cash Flow ging auf 143 Millionen Euro (-89,1 %) zurück.

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