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Stabile Prozesse dank Automatisierung in einem der modernsten Wasserwerke Europas

| Autor/ Redakteur: Armin Müller / Jörg Kempf

Sauberes Trinkwasser, mit einem Dreh frisch aus dem Hahn, ist für viele Menschen der Industrienationen eine Selbstverständlichkeit. Doch bis es so weit ist, legt Wasser oft weite Strecken zurück. Einer der Wegbereiter ist das Wasserwerk der Landeswasserversorgung in Langenau – eines der modernsten Europas. In seinen auf mehrere Jahrzehnte Betriebszeit ausgelegten Anlagen tragen Antriebe von Festo zu stabilen Prozessen bei.

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Schnell, sauber, sicher – Schwenkantriebe DAPS mit stromloser Grundstellung fahren im Störfall automatisch in den Ausgangszustand zurück.
Schnell, sauber, sicher – Schwenkantriebe DAPS mit stromloser Grundstellung fahren im Störfall automatisch in den Ausgangszustand zurück.
(Bild: ©Yaroslav Pavlov - stock.adobe.com, Festo, [M]-Sahlmüller, GötzelHorn)

Wiesen, Wälder, Ackerflächen – fruchtbares Land, so weit das Auge reicht. Auf den ersten Blick scheint Baden-Württemberg von der Natur reich beschenkt zu sein. Wenn da nicht das Wasser wäre. Ausreichend davon steht zwar zur Verfügung, nur nicht immer dort, wo es gebraucht wird. Weiten Landstrichen, wie etwa der Schwäbischen Alb, mangelt es an Grundwasser. Schuld ist der Karstuntergrund. Auf einer Fläche von rund 40 mal 200 Kilometern erstreckt sich das größte zusammenhängende Karstgebiet Deutschlands.

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Vor bis zu 200 Millionen Jahren auf dem Grund des Jurameeres entstanden, bildet ein gigantischer Kalkblock den heutigen Untergrund. Über Äonen durchspülten saure Niederschläge das Kalkmassiv, formten unzählige Risse, Spalten und Höhlen, in denen das Regenwasser heute schnell versickert, unterirdisch abfließt und nicht mehr unmittelbar als Grundwasser zur Verfügung steht. Doch es gibt Stellen, an denen es sich sammelt und große Grundwasserbecken bildet. Eines der größten ist das Donauried bei Langenau.

Bis zu 4500 Liter Wasser pro Sekunde

Das Wassereinzugsgebiet für das Donauried nordöstlich von Ulm hat eine Fläche von 315 Quadratkilometern, es fasst rund eine Milliarde Kubikmeter Grundwasser. Im württembergischen Donauried lässt es sich an 204 Brunnen relativ bequem aus einer durchschnittlichen Tiefe von acht Metern entnehmen. Die anschließende Aufbereitung erfolgt im Wasserwerk Langenau, dem Herzstück der Landeswasserversorgung. Als eines der größten und modernsten Wasserwerke Europas versorgt es drei Millionen Menschen.

Bereits im Jahr 1912 gegründet, war der Zweckverband die erste Fernwasserversorgung Deutschlands. Angeschlossen sind 250 Städte und Gemeinden. Versorgt werden sie über ein 775 Kilometer langes Leitungsnetz mit einer Jahresabgabe von rund 95 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Dies entspricht etwa 250.000 Kubikmetern pro Tag und in Spitzenzeiten bis zu 4500 Litern pro Sekunde. Daneben wird auch Flusswasser aus der Donau entnommen und aufbereitet.

In der weitverzweigten Fernwasserversorgung mit Leitungsdurchmessern von bis zu 1,5 Metern fließt Trinkwasser mit bis zu zwölf bar Druck. Das unterirdisch verlegte Netzwerk hat maßgeblich zur großflächigen Industrialisierung Baden-Württembergs beigetragen. Im „Ländle“ ist in fast jeder Gemeinde mindestens ein klein- bis mittelständisches Unternehmen angesiedelt – Wasser stellt hier einen nachhaltigen Erfolgsfaktor dar.

Sauber und weich muss es sein

Auch wenn das Grundwasser für seine weite Reise von der Schwäbischen Alb bis ins Donauried rund zwölf Jahre benötigt und dort schon in einem sehr reinen Zustand angelangt, setzt die Landeswasserversorgung auf eine gründliche Wasseraufbereitung. Grundwasserfiltration und Entcarbonisierungsanlagen sorgen für eine nachhaltig hohe Wasserqualität. Organische Stoffe werden entfernt, ein zu hoher Kalkgehalt wird reduziert. Denn auf seinem langen Weg durch den Karstuntergrund reichert sich das Grundwasser stark mit Kalk an und verfügt bei der Entnahme über durchschnittlich 22 Grad deutscher Härte. Damit ein zu hoher Kalkanteil bei der Erwärmung des Wassers nicht zu unerwünschten Ablagerungsprozessen in Wasserleitungen, Haushaltsgeräten und Industrieanlagen führt, senken Entcarbonisierungsreaktoren die Wasserhärte auf zwölf Grad deutscher Härte.

Sowohl in der Entcarbonisierung als auch bei der Grundwasserfiltration sorgt eine Vielzahl von Schwenk- und Linearantrieben von Festo für ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Darauf legt die Landeswasserversorgung auch besonders großen Wert. Denn die Laufzeit der Anlagen in Langenau bemisst sich auf mehrere Jahrzehnte. Für die Wasseraufbereitung braucht es Dauerläufer mit einem langen Atem in der Prozessautomation. Pneumatische Produkte aus einer Hand – wie Schaltschränke, Verschlauchungen und Antriebe mit Zubehör – bieten den dauerhaften Vorteil kurzer Reaktionszeiten und vereinfachter Bestellvorgänge. Gleiches gilt für zukünftige Wartungsarbeiten.

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Über den Autor

Jörg Kempf

Jörg Kempf

Chefredakteur, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik