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Kratzer vermeiden

So wird aus einem kleinen Kratzer kein großes Problem

| Autor / Redakteur: Tanja Bullinger / Anke Geipel-Kern

Transportschienen führen die Objekte berührungsfrei und schonend durch den Sterilisiertunnel.
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Transportschienen führen die Objekte berührungsfrei und schonend durch den Sterilisiertunnel. (Bild: Bausch+Ströbel)

Ob Einmalspritze, Karpule, Ampulle oder Vial: Packmittel im Pharmabereich sind größtenteils aus Glas und dementsprechend fragil. Allerdings sind nicht nur Bruch oder Risse Ausschlusskriterium, mehr und mehr geraten auch Kratzer oder Macken im Glas in den Fokus der Pharmazeuten. Hier finden Sie eine intelligente Antwort auf die Frage, wie Sie bei der Abfüllung Kratzer vermeiden.

Dass Risse in einer Spritze oder Ampulle nicht geduldet werden können, liegt auf der Hand. Nicht selten haben solche Beschädigungen schon zu Rückrufaktionen geführt, da Verunreinigungen des Produkts nicht ausgeschlossen werden konnten. Doch inwiefern beeinträchtigt ein Kratzer, eine Macke im Glas die Qualität des Produkts? „Zum einen“, so erklärt Dipl. Ingenieur Werner Wieland, Konstruktionsleiter beim Spezialmaschinenhersteller Bausch+Ströbel, „steht die perfekte Verpackung für die Wertigkeit des Inhalts“. Das sei nicht nur in der Pharmabranche, für die sein Unternehmen hauptsächlich arbeitet, sondern auch in anderen Bereichen zu beobachten.

Aber die Thematik berührt weit mehr als nur kosmetische Aspekte. Oberflächenbeschädigungen können durchaus die Basis für Risse darstellen – ein Umstand, den auch Behörden derzeit genauer unter die Lupe nehmen. Weiterer Grund dafür, dass häufiger Glasoberflächenbeschädigungen entstehen, sind zudem geänderte Produktionsbedingungen, die die Belastung des Materials erhöhen. Dies beginnt schon bei den Glasherstellern.

Früher wurde das Glasbehältnis oft in Kartons verpackt und auch längere Zeit gelagert. Heute werden die Objekte meist direkt nach dem Entspannungsprozess in Schrumpffolie verpackt und kurz danach ausgeliefert. Auf der Glasoberfläche sind direkt nach der Produktion keine Wassermoleküle zu finden und eine schützende „Wasserhaut“ kann sich aufgrund der meist dampfundurchlässigen Verpackung nicht bilden, was die Objekte noch empfindlicher und schwieriger zu verarbeiten macht. Bereits beim Transport reiben die Glasbehälter aneinander, schon hier entstehen Kratzer, etliche Glasobjekte gehen bereits in der Verpackung kaputt.

Weitere Belastungen erwarten die Glasobjekte dann in der klassischen Abfüll- und Verpackungsanlage. Beim Aufgeben, Vereinzeln, bei der Übergabe an die verschiedenen Stationen, beim Reinigen, Sterilisieren, Depyrogenisieren, Füllen- und Verschließen oder später beim Zusammenführen und Magazinieren wirken verschiedenste Kräfte auf die Glasobjekte ein, seien das nun die Maschinenteile, die für den Durchtransport sorgen wie Schnecken oder Transporträder, oder sei es die Berührung mit anderen Glasobjekten.

Hinzu kommt die höhere Leistung moderner Abfüll- und Verpackungsanlagen – und damit einhergehend eine höhere Belastung der Objekte. „Die Ausbringung der Produktionslinien hat sich in dem vergangenen Jahrzehnt nahezu verdoppelt, wodurch eine entsprechend höhere Belastung für das Packmittel entsteht“, so Werner Wieland. Beispielsweise verarbeitet die Etikettiermaschine ESA 1025 bis zu 800 Vials, Karpulen oder Ampullen in der Minute.

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